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Jedes Jahr ein gutes Werk für die Bibo

Jedes Jahr ein gutes Werk für die Bibo

Wolfgang Melzer (links), der Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbibliothek Kamenz, dankt dem Referenten Steffen Kutter für seinen Vortrag zum autonomen Fahren – es war eine weitere spannende Folge der Reihe „Worte und Weißwein“. Foto: Beate Diederichs

„Der Förderverein der Stadtbibliothek Kamenz unterstützt diese auf vielfältige Weise: Die Mitglieder besorgen wichtige Einrichtungsgegenstände, finanzieren deren Reparatur, helfen im laufenden Betrieb aus – oder organisieren Veranstaltungen. „Damit geben wir der Bibliothek ihr besonderes Profil“, sagt der Vereinsvorsitzende Wolfgang Melzer. 

Kamenz. Die Stadtbibliothek Kamenz ist für Wolfgang Melzer ein zweites Zuhause. Der freiberufliche Autor und Vorsitzende des „Fördervereins der Stadtbibliothek G. E. Lessing Kamenz e. V.“ weilt hier mindestens einmal alle vier Wochen: zu den Vereinstreffen am ersten Freitagabend im Monat. Doch meist kommt er öfter hierher. Aber natürlich nennt er auch ein erstes Zuhause sein Eigen. Das befindet sich in Steina. „Von dort aus fahre ich regelmäßig nach Dresden. Um zur Bahnstation nach Pulsnitz zu gelangen, muss ich leider das Auto bemühen. Denn Busse bedienen diese Strecke nur, wenn sie Schüler befördern.“ 

Da kam es gerade recht, dass er bei der Suche nach spannenden Referenten für die Wissenschaftsvorträge des Vereins auf Steffen Kutter stieß. Dieser forscht an der TU Dresden zum automatisierten Fahren mit dem Fokus auf Anwendungen im ÖPNV und in der Logistik. Um einem größeren Publikum das Thema nahezubringen, lud der Förderverein ihn am 4. Mai in die Bibliothek ein. In der Reihe „Worte und Weißwein“ stellte Kutter unter dem Titel „Bald fahrerlos durch die Lausitz?“ Modelle vor, mit denen man in den dünn besiedelten Teilen unserer Region den ÖPNV mit Fahrzeugen absichern könnte, die autonom unterwegs sind. Nach dem Vortrag des Ingenieurs entspann sich eine lebhafte Diskussion zu technischen und sozialen Aspekten der Vision, jedoch auch zu Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit und des Datenschutzes.

Veranstaltungen wie diese zu organisieren, gehört zum Portfolio des Fördervereins, dem derzeit knapp 30 Mitglieder angehören. Ebenso kümmert er sich darum, dass die Bibliothek wichtige Einrichtungsgegenstände erhält oder diese repariert werden. „Jedes Jahr ein gutes Werk“, so fasst es Wolfgang Melzer zusammen. Vor kurzem schaffte man zum Beispiel einen Wagen mit Stühlen an, die bei Veranstaltungen aufgestellt werden. Das Klavier, das in der Bibliothek steht, ein „Bechstein“ von 1919, an dem Generationen von Musikschülern übten, braucht nun eine Generalüberholung, die rund 3.000 Euro kosten wird. Auch daran wird sich der Verein beteiligen und einen vierstelligen Betrag beisteuern. Die Mittel dafür kommen aus Spenden, aber vor allem aus dem, was man während der Veranstaltungen einnimmt: Eintritt, Preise für Speisen und Getränke. An Abenden wie „Bald fahrerlos durch die Lausitz?“ sind Mitglieder für den Einlass zuständig und kümmern sich um den Ausschank. Sie springen aber auch bei hohem Krankenstand im regulären Bibliotheksbetrieb ein und übernehmen einfache Aufgaben, wie Medien zurück in die Regale zu stellen. „Beim Umzug der Bibliothek vom Lessing-Haus in die neuen Räume neben dem Gymnasium stellten wir fest: Es bedarf eines Fördervereins, um die Bibliothek zu unterstützen und ihr das besondere Profil zu geben. Das war 2020“, berichtet Melzer. Damals hätten Ehrenamtler rund 400 Arbeitsstunden investiert: Transponder in die Bücher eingeklebt, Regale aufgestellt, die Eröffnungsfeier organisiert. Eine tolle Leistung. Natürlich motiviert es die Mitgliedern auch, sich mit Literatur im engeren Sinn zu befassen: Bei den Vereinstreffen bringen einige von ihnen stets Bücher mit, über die sie sich mit den anderen austauschen. Auch Ausflüge zu größeren Bibliotheken der Region gehören zum Programm: nach Dresden oder nach Görlitz. Wolfgang Melzer schwärmt vom guten Miteinander im Verein, von der zupackenden Ader vieler Mitstreiter: „Wenn man für eine Veranstaltung drei Freiwillige sucht, dauert es zehn Sekunden und vier Leute heben die Hand. Das ist immer schön zu erleben.“

Beate Diederichs / 17.05.2026

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