Noch mein Land? Das Theater liefert die Debatte dazu

Unter Theaterintendant Daniel Morgenroth scheint konsequenter Pazifismus wie hier beim von Bertha von Suttners Antikriegsroman inspirierten Plakat gesetzt zu sein. Bleibt das unter Nachfolger Philipp Bormann so? Foto: Till Scholtz-Knobloch
Görlitz. Am Dienstag, 5. Mai, 19.30 Uhr, findet im Großen Saal des Gerhart-Hauptmann-Theaters eine Publikumsdiskussion zum Thema „Heimat – Ist das noch/schon mein Land?“ statt. Ausgangspunkt seien laut Theater verbreitete Sorgen im Volk etwa um staatliche Handlungsfähigkeit, Zuwanderung, steigende Lebenshaltungskosten und wirtschaftlichen Niedergang, die sich im Gefühl eines Verlusts von Vertrautem bündeln. Es diskutieren Deniz Yücel, Marko Martin und Agnieszka Bormann mit dem Publikum. Der Eintritt ist frei, Zählkarten sind an der Theaterkasse erhältlich.
In einer scharfen Bundestagsdebatte hatte die AfD Deniz Yücel 2018 vorgeworfen, dass dieser als Türkei-Korrespondent der Welt in seinen Texten deutlich wertende politische Einordnungen vorgenommen habe – etwa in der Kritik an Recep Tayyip Erdogan – und damit weniger berichtend, als vielmehr kommentierend auftrete. Yücel selbst kritisierte später die Ausladung von AfD-Abgeordneten von der Berlinale als „großen Fehler“ und argumentierte, dass eine Partei, die einen signifikanten Teil der Wählerstimmen erhält, nicht wie Aussätzige behandelt werden sollte. Schriftsteller Marko Martin zählte im Mai 2022 zu den Erstunterzeichnern eines in der Zeit abgedruckten „Offenen Briefs“ an Bundeskanzler Scholz, in dem dieser aufgefordert wurde, die Ukraine auch militärisch zu unterstützen.
Kommentare zum Artikel "Noch mein Land? Das Theater liefert die Debatte dazu"
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Nun steht er also fest, der neue Schauspieldirektor für unser Gerhart-Hauptmann-Theater: Martin Stefke. Oho!
Vom Chefdramaturg zum Schauspieldirektor. Wer also, so wie ich, auf einen wundersame Wandlung des Hauses vom agigatorischen Kampfzentrum zu einem Haus der Schauspielkunst hoffte, geht, zumindest erstmal, leer aus. Betrachtet man seine bisherigen Verweilzeiten an den verschiedenen Häusern, so ist zu erwarten, dass auch dieser Kelch in nicht allzu ferner Zeit an uns vorrüber gezogen sein wird. Sollen wir wirklich mit mehr Lukas Rietzschel -"Stücken", und mehr Agitprop "beleert" [sic!] werden ? Muß das wirklich sein ?
Hätten die Bürger nicht nach der "Ära Morgenroth" zumindest eine Zwischenzeit verdient, in der sie mal aus kulturellen Gründen ins Theater gehen können, und nicht zu einer Vorlesung in Staatsbürgerkunde?
Was allerdings das Tanztheater angeht, so scheinen wir mit Wagner Moreira ein gewisses künstlerisches Schwergewicht als Tanzdirektor zu bekommen. Ein Masterabschluss der Palucca Hochschule, und dort auch Meisterklassenabsolvent zu sein, das ist kein Pappenstil. Interessant ist, dass Moreira in der Spielzeit 22 / 23 der künstlerische Leiter des Tanztheaters und Chefchoreograph am Theater Regensburg war. Genau zu der Zeit, in der Sebastian Rietschel zusammen mit Ronny Scholz nach Regensburg ging (beide ja ehemals GHT Görlitz). Nun gut, die Welt ist klein, der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten.
Schauen wir uns also an, was die Musen uns so vom Himmel geworfen haben. Hauptsache es geht nicht wieder irgendwas kaputt und es bricht kein Feuer aus, etc.. Man ist ja besorgt.
So sehr ich mich auch bemühe, so bleibt mir der Sinn der Veranstaltung, insbesondere in der angegebenen Besetzung, doch verschlossen. Ist es als weiterer "subtiler Beitrag" für die derzeit laufende "Ursu-Promotion-Tour" gedacht? War es einfach nur so, dass man Termine frei hatte, und sich entschlossen hat "mal zusammen was zu machen"? Möchte man bei den Besuchern der Veranstaltung ein Gefühl der "Beteiligung am Dialog" erzeugen?
So ein Kuschel-Wuschel-Gefühl: Na siehste, wir werden ja doch angehört! Hab ich Dir doch gesagt! Es muß irgendwie eine symbolische Kraft von unserer schönen Stadt ausgehen. Der Bundespräsident gab sich die Ehre, ein Schauspiel eines jungen Mannes aus der Gegend zu besuchen, das dieser, seines Zeichens SPD-Mitglied, geschrieben hat, um Abscheu gegen einen hiesigen Politiker und Abgeordneten einer anderen Partei zu erzeugen.
Ein anderer, ehemaliger, Bundespräsident wird mit dem Brückepreis geehrt, einem Preis, bei dem man den Eindruck bekommen könnte, dass sich die Preisverleiher mit dem jeweiligen Preisträger eitel schmücken wollen. Warum also verschlägt es die beiden Herren in diesen fernen Zipfel der Republik ? Wahrscheinlich ist es wohl das hinlänglich bekannte Bedürfnis einiger Kreise der Republik, dringend Aufklärungsarbeit bei den politisch zurückgebliebenen Hinterwäldlern in Görlitz zu leisten, wo ja, laut TAZ vom 26.04.2026 (Naht die Katastrophe? von David Wuthe, Rubrik Grenzstadtblog) der Leibhaftige vor der Tür steht.
Der Schwefelgeruch ist zwar noch nicht wahrzunehmen, aber man erklärt den Unwissenden schon mal, wie es sein wird. Und, wo ich eben gerade schon beim Thema "Ursu-Promotion-Tour" war: Haben sich eigentlich seine Unterstützer, z.B. Frau Dr. Kraus, Frau Seifert, Herr Kuscher, jemals darüber Gedanken gemacht, wie viele Wählerstimmen es Herrn Ursu kostet, dass sie ihn offiziell unterstützen? Es soll ja Menschen geben, die den Herrn Ursu eigentlich gern gewählt hätten. Ein gebildeter und feinsinniger Mensch, der durchaus verbindend wirken kann. Aber nicht alle möchten sich mit seinen Unterstützern gemein machen. Es ist wie ein Stücktitel von Thomas Bernhard: Einfach kompliziert!