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Jugendzentrum: Pläne nehmen Gestalt an

Jugendzentrum: Pläne nehmen Gestalt an

Einen ganz eigenen morbiden Charme strahlt die ehemalige Furnierhalle aus, in der die Veranstaltungsräume des künftigen soziokulturellen Zentrums entstehen sollen.

Görlitz. Mitte nächsten Jahres soll die Errichtung des neuen soziokulturellen Zentrums in Görlitz beginnen. Der Abschluss der Baumaßnahme ist für Ende 2019 vorgesehen. Doch bereits zuvor sollen laut Enrico Merker, Vorstandsmitglied des Betreibervereins Second Attempt e.V., verschiedene Bereiche für die Nutzung freigegeben werden.

Wer die alte Furnierhalle des ehemaligen Waggonbauwerkes I an der Ecke Christoph Lüders-/Hilgerstraße zum ersten Mal betritt, dem verschlägt es zunächst den Atem. Ein intensiver dumpf-modriger Geruch schlägt dem „Eindringling“ entgegen. Beim Blick um die Ecke gewahrt er eine wild wuchernde Pflanzenwelt, die zwischen den bröckelnden Bodenplatten Fuß gefasst hat. Die Wände und selbst die metallischen Einbauten, die an die industrielle Vergangenheit erinnern, sind von einem grünlichen Moosfilm überzogen. Alles scheint hier in allmählicher Verrottung begriffen. Schwer vorstellbar für den Laien, dass sich diese bauliche Substanz noch irgendwie nutzbar machen lässt.

Enrico Merker weiß es besser. Als Vorstandsmitglied des Second Attempt e.V., der das hier geplante Soziokulturelle Zentrum einmal betreiben soll, hat er sich intensiv mit dem Innenleben der alten Industriehalle beschäftigt. Und er ist sich sicher: „Das geht schon.“ Enrico Merker sollte besser Recht behalten, denn die Pläne für das künftige Zentrum sind schon ebenso weit gediehen, wie die Erwartungen hoch sind. Schließlich ist Görlitz die einzige größere Stadt der Region, die noch kein soziokulturelles Zentrum vorweisen kann – im Gegensatz zu Hoyerswerda, Bautzen und Zittau. Dass der Bedarf für ein solches Zentrum besteht, wurde in zahllosen, intensiv geführten Debatten auch gegen Widerstände festgestellt. Doch diese Phase ist nun überwunden, und es gilt, zur Tat zu schreiten.     

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„Für die Nutzung der Halle gibt es zwei verschiedene Varianten“, erklärt Enrico Merker. Die erste – großzügigere – Version sieht die Beibehaltung der Eingeschossigkeit vor. Es würde ein wahrhaft großer und hoher Saal für Veranstaltungen aller Art entstehen, den an den Rändern kleinteilige Einheiten – Werkstätten, Workshopräume, ein Tonstudio und noch manches mehr – flankieren. Der kleinteilige Randbereich ist auch Bestandteil der zweiten Variante, die das Einziehen einer Zwischendecke vorsieht und den Saal somit in der Höhe halbieren, in der Fläche jedoch verdoppeln würde.  „Welche dieser beiden Varianten verwirklicht wird, soll im August oder September beschlossen werden“, so der Vereinsvorstand. Danach können Fördermittel beantragt und Bauanträge geschrieben werden. Der Baubeginn selbst soll dann Mitte 2017 erfolgen. Die industriellen Einbauten, so versichert Enrico Merker, sollen nach Möglichkeit zumindest teilweise erhalten bleiben und den künftigen Nutzern Zeugnis von der Vergangenheit geben.

Die Furnierhalle bildet aber nur einen Teil des künftigen Zentrums – der andere erstreckt sich entlang der Hilgerstraße. Dieser Gebäudeteil präsentiert sich baulich noch recht intakt und wirkt in Teilen, als ob seine Nutzer gleich aus der Mittagspause zurückkehren würden. Diese Räumlichkeiten sollen weitgehend als Büros genutzt werden. Bis Ende 2019, so Enrico Merker, soll die gesamte Baumaßnahme abgeschlossen sein, „Teilinbetriebnahmen“ sind aber auch schon vorher möglich und vorgesehen.

Uwe Menschner / 14.07.2016

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