Museumsfest im Militärmuseum Neusorge

Darsteller des 3. Infanterieregiments Nr. 102 König Ludwig III. von Bayern um 1910 Foto: Ivo Graf
Neusorge. Das erst 2024 öffnete Militärhistorische Museum im renovierten LPG-Gebäude am nördlichen Dorfrand des Rothenburger Ortsteils Neusorge konnte im vergangenen Jahr etwa 1.500 Besucher begrüßen, berichtet Jens Schurig der Redaktion. Für 2026 sei nun eine Erweiterung des Museumserlebnisses durch moderne Medientechnik und begleitende Podcasts in Vorbereitung. Aufgrund des großen Zuspruchs solle 2027 überdies auch die Ausstellung selbst erweitert werden.
Über all diese Entwicklungen kann man sich besonders gut beim zweiten Museumsfest am 6. Juni, ab 10.00 Uhr, informieren. „Nachdem das erste Museumsfest vor allem von historischer Großtechnik geprägt war, richtet sich unser Blick nun stärker auf die Geschichte und das Alltagsleben vergangener Jahrhunderte“, gibt Schurig die Leitlinie vor. Zu den Höhepunkten des zweiten Museumsfestes würden nun die Vorführungen uniformierter Darsteller aus den Jahren 1740 bis 1910 gehören. „Dabei geht es nicht nur um militärische Geschichte, sondern auch um anschauliche Einblicke in den Alltag der damaligen Zeit. Mit einem Augenzwinkern wird beispielsweise die vollständige Uniformierung eines Soldaten von 1862 erklärt – begonnen wird dabei tatsächlich mit der Unterwäsche, bevor Stück für Stück die übrige Ausstattung folgt“, erzählt Jens Schurig.
Ein anderer sehr interessanter Programmpunkt sei die Präsentation der Pferdekutsche des letzten sächsischen Königs Friedrich August. Rund 30 Uniformierte werden erwartet und stehen für Fragen zur Verfügung. „Selbstgebackener Kuchen, eine herzhafte Suppe vom Feuer sowie die traditionelle Plinsefrau lassen das ganze zum entspannten Ausflugstag werden“, wirb Jens Schurig. Auch für Kinder gebe es wieder Mitmachangebote seitens des ehrenamtlichen Teams vom Förderverein. Der Start zum Fest erfolgt natürlich mit einem Kanonenschuss. Anschließend mar-schieren die königlich sächsischen Jäger von 1862, das 3. Infanterieregiment Nr. 102 von 1910 sowie die Leibgrenadiergarde von 1740 ein und präsentieren Schauübungen. Im weiteren Verlauf des Tages werden Uniformierungen aus unterschiedlichen Epochen vorgestellt, ebenso historische Kavalleriesättel, Militärzelte und es gibt militärische Vorführungen. Nach dem Mittagessen folgen weitere Präsentationen, darunter eine Schauvorführung des Handgranatenwerfens der Leibgrenadiergarde von 1740 sowie ein Vergleich der Handhabung und Geschwindigkeit militärischer Formationen verschiedener Zeitepochen. Zum Abschluss wird gezeigt, wie ein militärischer Jäger eingekleidet wurde und welche einzelnen Uniformstücke dazugehörten.
Ganztägig können Besucher die königliche Kutsche besichtigen und der Nachwuchs hat die Möglichkeit, beim Kugelgießen selbst aktiv zu werden.
