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Neue Wege: Sorbisch mit allen Sinnen

Neue Wege: Sorbisch mit allen Sinnen

Hier geht es zur ersten freien Schule in sorbischer Hand. Am 11. September gründete sich ein Förderverein, der das Vorhaben unterstützen soll. Läuft alles wie geplant, kann die Schule zum Schuljahr 2028/29 an den Start gehen – in Nebelschütz. Foto: Beate Diederichs

Am 11. September wurde im einstigen Bauhof in Nebelschütz die Planung für eine freie sorbische Schule vorgestellt. Danach gründete sich dafür ein Förderverein.

Nebelschütz. In zwei Jahren wird es soweit sein: Die erste freie Schule in sorbischer Hand soll, wenn alles so läuft wie geplant, zu Beginn des Schuljahres 2028/29 starten. Als Schulträger hat ein Kreis interessierter Eltern und anderer der sorbischen Bildung verbundener Menschen bereits im März dieses Jahres eine gemeinnützige GmbH gegründet. Diese Initiatorengruppe hatte nun am 11. September um 16.30 Uhr in den ehemaligen Bauhof in Nebelschütz eingeladen, um die Idee der Schulgründung weiteren Eltern und Pädagogen vorzustellen und einen Förderverein zu gründen.

Dieser soll den Träger künftig bei Aufgaben im Schulumfeld unterstützen. Momentan möchte man vor allem die Schulidee in der Bevölkerung weitertragen und dazu beraten, wie man das Schulkonzept weiterentwickeln will.
Die Leitlinien für die Schule sind bereits gezogen: Perspektivisch soll sie ein Lernort für Kinder und Jugendliche in den Jahrgangsstufen eins bis zehn sein. Sorbisch wird als Unterrichts- und Umgangssprache eine zentrale Rolle spielen. Wer es noch nicht beherrscht, kann es hier lernen – auf eine alltagsnahe und praktische Weise. „Sorbisch mit allen Sinnen“ beschreibt es gut – oder auch „Eintauchen in die Sprache“. Die Schüler sollen fächer- und jahrgangsübergreifend sowie nach den Prinzipien der demokratischen Schule lernen. Dabei geht es insbesondere um individuelle und selbstbestimmte Lernprozesse, die von den Lehrkräften begleitet werden, und um demokratische Strukturen in der Schulgemeinschaft.

In diese Schule, die als Lern- und Sprachraum gedacht ist, möchte man die Eltern und auch die dörfliche Gemeinschaft eng einbinden. Da Sorbisch zur slawischen Sprachfamilie gehört, will man darüber hinaus Brücken in die östlichen Nachbarländer schlagen. Zunächst soll Tschechisch als Sprache angeboten werden. Dazu hat man bereits Kontakt mit dem Freundeskreis der Sorben in Tschechien und einer potenziellen Partnerschule dort aufgenommen. Ihr Zuhause soll die neue Einrichtung in Nebelschütz erhalten. Dafür kommen verschiedene Objekte in Frage.

Die Eckpunkte hat das Organisationsteam bereits dem Landesamt für Schule und Bildung, kurz LaSuB, Bautzen vorgestellt. Der komplette Antrag soll im November 2027 dort eingereicht werden. Am 11. September wurde auch ein weiterer konkreter Schritt auf dem Weg zur freien sorbischen Schule gegangen: Die Anwesenden entschlossen sich, einen Förderverein zu gründen. Dieser besteht aus neun Mitgliedern und einem dreiköpfigen Vorstand und nimmt nun seine Arbeit auf. 
Unter der E-Mail-Adresse info@swobodna-serbska-sula.de können sich Lehrkräfte und Eltern melden, die beim weiteren Schulaufbau mitwirken oder in den Förderverein eintreten möchten. 

Beate Diederichs / 04.10.2026

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