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Neues Zentrum für sorbische Kultur

Neues Zentrum für sorbische Kultur

Viele Hände, schnelles Ende: Am Spatenstich für das Sorbische Wissensforum nahmen unter anderem Landtagsabgeordneter Marko Schiemann, Staatsministerin Barbara Klepsch, Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, Jan Budar, teil. Foto: Markus Michalk

Grünes Licht für das sorbische Großprojekt in Bautzen: Am Lauenareal haben die Arbeiten für das künftige Wissensforum begonnen. In den kommenden Jahren entsteht hier ein zentraler Ort für Kultur, Forschung und Begegnung, der zwei bedeutende Institutionen unter einem Dach vereint.

Bautzen. Nach jahrelangen, intensiven Planungen sind die Weichen endgültig gestellt: Die sichtbaren Arbeiten für das Sorbische Wissensforum am Lauenareal in Bautzen haben begonnen.
Zum offiziellen Baubeginn am 7. Oktober setzte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gemeinsam mit Projektpartnern und Medienvertretern den ersten Spatenstich. „Mit dem Spatenstich für das Sorbische Wissensforum am Lauenareal setzen wir ein starkes Zeichen für die Zukunft der sorbischen Sprache und Kultur. Die Bewahrung und Entwicklung der sorbischen Identität ist nicht nur eine Frage unserer Geschichte, sondern ein verfassungsmäßiger Auftrag und gelebter Teil unseres Selbstverständnisses als Freistaat Sachsen. Gerade im Strukturwandel zeigt sich, wie wichtig kulturelle Identität für den Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit einer Region ist. Sorbische Sprache und Kultur leisten hierfür einen unverzichtbaren Beitrag. Mit dem Sorbischen Wissensforum schaffen wir für das sorbische Volk, die Bautzenerinnen und Bautzener und alle Interessierten einen einzigartigen Ort des Bewahrens, der Begegnung und der Innovation“, erklärte Ministerpräsident Kretschmer.
Jan Budar, Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, sagte in seiner Ansprache: „Die Errichtung des neuen Komplexes im Herzen von Bautzen ist für die Sorben das Jahrhundertprojekt, welches von vielen Schultern getragen wird. Für diese historische Chance und die breite Unterstützung bin ich allen Unterstützern dankbar.“

Weitere Worte sprachen der Oberbürgermeister der Stadt Bautzen, Karsten Vogt, der vor allem auf die Historie der Brache als ehemaligen Standort des Wendischen Hauses verwies, und Landrat Udo Witschas. Er unterstrich die Bedeutung des Bauvorhabens für das Sorbische Museum Bautzen, denn die Modernisierung der Ausstellung wird die Attraktivität des Hauses signifikant steigern. Der Landkreis Bautzen ist Träger des Sorbischen Museums. Zudem dankten die Direktorin des Sorbischen Museums, Christina Bogusz, und Susanne Hose, stellvertretende Direktorin des Sorbischen Instituts, vor allem für die einmalige Chance, die dieses Bauprojekt für beide Institutionen darstellt.
Das Bauvorhaben ist ein zentrales Strukturwandelprojekt der Stiftung für das sorbische Volk. Für den Neubau stehen 50 Millionen Euro aus Strukturmitteln zur Verfügung. In dem neuen Komplex sollen ab dem Jahr 2030 das Sorbische Museum mit einer neuen Dauerausstellung und einem Trachtendepot sowie das Sorbische Institut inklusive Archiv und Bibliothek untergebracht werden. Das Forum soll als Ort für Wissen, Kultur und Begegnung dienen.

Anfang September ging in der Stiftungsverwaltung die Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt ein. Dieser umfasst das Hillersche Ensemble an der Ecke Äußere Lauenstraße und Goschwitzstraße. Aktuell werden die Ausschreibungen für die einzelnen Bauleistungen vorbereitet. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2027 starten.

Seit Kurzem steht die neue Bautafel am Lauengraben. Zunächst haben Archäologen die Arbeit auf der Fläche zwischen dem Lauengraben und der Alten Posthalterei aufgenommen. Die Grabungen finden dort statt, wo später der Keller für die Magazine des Forums entstehen soll. 
Bei vorherigen Probebohrungen wurden in einer Tiefe von rund 1,5 Metern Reste einer Siedlung aus dem frühen Mittelalter entdeckt. Die archäologischen Untersuchungen auf dem Gelände sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein.

Das Projekt basiert auf einer längeren Vorbereitungszeit. Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung im Jahr 2020 folgte 2023 ein Architekturwettbewerb mit 108 Bewerbungen aus Deutschland und der EU. Der ausgewählte Entwurf wird nun auf dem Gelände realisiert. 

Markus Michalk / 11.10.2026

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