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Nicht auf Sand gebaut, sondern auf Granit

Nicht auf Sand gebaut, sondern auf Granit

Landrat Udo Witschas (li.) befüllte die Zeitkapsel, bevor diese im Grundstein versenkt wurde.

Demitz-Thumitz. In Demitz-Thumitz ist vor wenigen Tagen der Grundstein für die Erweiterung der Sächsischen Steinmetzschule gelegt worden. Diese gehört zum Beruflichen Schulzentrum Kamenz und befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Bautzen. Die Sächsische Steinmetzschule ist eine von nur wenigen Ausbildungsstätten dieser Art in Deutschland. 

Die Auszubildenden kommen aus ganz Ostdeutschland nach Demitz-Thumitz, um hier das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk zu erlernen. Landrat Udo Witschas gab in seiner Ansprache einen Überblick über das Bauvorhaben: „Mit dem Erweiterungsbau entstehen zwei neue Klassenräume mit Vorbereitungsräumen sowie eine große Aula im Erdgeschoss. Auch der Brennofenraum wird in den Neubau integriert. Ein Aufzug verbessert künftig die barrierefreie Erschließung der Schule.“ Einen weiteren zentralen Bestandteil bildet der Neubau eines CNC-Gebäudes mit Kranbahn, CNC-Säge und integriertem Schrägklärer: „Damit wird die Ausbildung technisch deutlich erweitert. In Demitz-Thumitz treffen künftig handwerkliche Tradition und moderne Fertigungstechnik noch stärker aufeinander – gewissermaßen Meißel und CNC unter einem Dach.“ Zum Gesamtvorhaben gehören außerdem die Neueindeckung des Schauerdachs, eine zentrale Abluftanlage für die Außenarbeitsplätze sowie die Neugestaltung des Geländes. Mithilfe dieser Investition soll die Ausbildung der Steinmetze und Bildhauer mit den modernen Anforderungen dieser Berufsbilder Schritt halten: „Wir bewahren eine starke handwerkliche Tradition und geben ihr zugleich die Werkzeuge für die Zukunft“, so Udo Witschas.

Die Kosten liegen nach der Entwurfsplanung bei rund 5,45 Millionen Euro. Baubeginn war im Mai 2026, in diesem Zuge wurde auch das alte Aula-Gebäude abgerissen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2027 geplant. Hinsichtlich von Zeit und Kosten liegt das Vorhaben bisher im Plan, wie der Landrat versichert. 

Die Erweiterung der Sächsischen Steinmetzschule ordnet sich ein in die Strategie des Landkreises Bautzen, überdurchschnittlich stark in Bildung zu investieren. Etwa 60 Prozent der dem Landkreis zustehenden Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes sollen in diesen Bereich fließen. Das aktuelle Vorhaben in Demitz-Thumitz wird aber noch aus einer anderen Quelle finanziert, wie der Landrat einordnet: „Für den Landkreis Bautzen ist der Erweiterungsbau zugleich das größte Bildungsprojekt im Rahmen des Just Transition Fund. Der Just Transition Fund ist ein Europäisches Förderprogramm, das den Strukturwandel in den sächsischen Kohleregionen unterstützt. Das Vorhaben zeigt, dass Strukturwandel nicht nur durch neue Ansiedlungen entsteht. Er gelingt auch dort, wo vorhandene Stärken weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht werden. In Demitz-Thumitz wird dabei nicht auf Sand gebaut, sondern auf einem Fundament aus Tradition, Fachwissen und regionaler Identität.“ Dass sich die Steinmetzschule in Demitz-Thumitz befindet, ist kein Zufall. Gilt doch der Ort am Fuße des Klosterbergs als Zentrum der oberlausitzer Steinindustrie und bezeichnet sich selbst als Granitdorf.

Uwe Menschner / 15.07.2026

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