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„Spaß mit dem Hund ist 
das Wichtigste für mich“

„Spaß mit dem Hund ist 
das Wichtigste für mich“

Der erste Wettkampfteil ist geschafft. Katharina Wurst und ihre Hündin Darja können entspannen. Morgen geht es weiter. Foto: Beate Diederichs

Am Pfingstwochenende richtete der Verein für Deutsche Schäferhunde e. V. in Kamenz die diesjährige Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft aus. Den Platz stellte der SV Einheit Kamenz zur Verfügung und unterstützte die Veranstaltung mit vielen fleißigen Helfern. Unter den über 100 Teilnehmern war auch die 20-jährige Leipzigerin Katharina Wurst mit ihrer Hündin Darja. 

Kamenz. Darja hat heute viel geleistet und darf sich jetzt ausruhen. Auf dem Rasen des Kamenzer Leichtathletikstadions zeigte die sechsjährige graue Schäferhündin, was sie mit Katharina Wurst gelernt hat. Fuß laufen, Kommandos aus der Entfernung befolgen, ein Apportierholz unter verschiedenen Bedingungen holen und zurückbringen.... „Zum Glück hatte das Los dafür gesorgt, dass wir früh am Tag starten konnten, als es noch nicht so warm war“, sagt die 20-jährige Hundesportlerin aus Leipzig. Sie freut sich, dass Darja die Übungen motiviert und aufmerksam ausführte. Denn das honorieren die Leistungsrichter mit einer hohen Punktzahl. Am morgigen Pfingstmontag muss Darja auf einer Fremdfährte drei Gegenstände suchen und darf sich dabei nicht ablenken lassen. „Letztes Jahr haben wir das gut gemeistert. So bin ich für morgen zuversichtlich“, meint Katharina. Die drei Disziplinen, in denen das Mensch-Hund-Team antritt, heißen korrekt Fährte, Unterordnung und Schutz und gehören zur IGP. Das steht für Internationale Gebrauchshunde-Prüfungsordnung. Katharina und Darja starten in der höchsten Stufe, der IGP 3, gemeinsam mit 26 anderen Duos. Am Agility-Ausscheid, der parallel hundert Meter entfernt auf den Fußballfeldern stattfindet, nehmen sie nicht teil. Dort müssen die ausgebildeten Hunde einen Parcours laufen, begleitet von ihren Hundeführern, ohne Leine und nur durch Kommandos geleitet. Welchen Platz sie am Ende belegen wird, ist für die junge Frau zweitrangig. „Gewinne ich eine Medaille, freue ich mich natürlich. Aber das Wichtigste für mich ist, Spaß mit Darja zu haben und zu erleben, dass sie das umsetzt, was wir trainiert haben.“

Die Leipzigerin gehört zur gastgebenden Landesgruppe Sachsen des Vereins für Deutsche Schäferhunde e. V., der als Ausrichter fungiert. „Er stellt das Richterpersonal und viele Helfer, die zum Teil in der Region ansässig sind“, erläutert die Presseverantwortliche Christine Meischl. Die über 100 Teilnehmer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und sind auf dem Gelände nach Landesgruppen geordnet untergebracht. Viele wohnen dort übers Pfingstwochenende in Campingmobilen. Die Tiere haben ihre Boxen in den Autos, die oft mit Aluminiumnetzen gegen die Hitze geschützt sind. Christine Meischl ist überzeugt, dass der SV Einheit Kamenz einen perfekten Rahmen für die diesjährige Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft bietet: „Er ist sehr erfahren darin, hundesportliche Veranstaltungen durchzuführen. Über die drei Pfingsttage stellt er die Platzanlage zur Verfügung und unterstützt mit Helfern und Ausrüstung.“ Hundesportler bis 17 Jahre starten in der Kategorie Jugendliche, die Älteren bis 21, wie Katharina, als Junioren. Alle haben sich zuvor in ihren Landesgruppen für die Meisterschaft qualifiziert.

Katharina trainiert im Hundesportverein Leipzig-Ost und stimmt dies mit ihrem dualen Studium zur Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin ab. Vor einigen Jahren lud eine Nachbarin sie zu Spaziergängen mit ihren zwei Schäferhunden ein und dann auf den Hundeplatz. „Zunächst arbeitete ich dort mit einem bereits ausgebildeten älteren Hund. Dann fragte man mich, ob ich Darja trainieren will, die damals erst ein paar Monate alt war“, erinnert sie sich. Nun holt Katharina die Hündin mehrmals in der Woche bei ihren Besitzern ab und übt mit ihr. Auf Wettkämpfe wie diesen bereitet sie Darja gezielt vor – mit ausreichend Pausen, denn das Training ist für die Hündin körperlich und mental Schwerstarbeit. „Mich fasziniert beim Hundesport, wie Mensch und Tier zusammenarbeiten, welche Freude das Tier an den Übungen hat“, betont sie. Christine Meischl würdigt, was die jungen Aktiven leisten: „Die Ausbildung der Hunde dauert mindestens drei Jahre. Dafür müssen sie Ausdauer, Fachwissen, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und geduldige Zielstrebigkeit mitbringen. In der heutigen Zeit schon sehr beachtenswerte Eigenschaften. Daher ist es schön, dass es Jugendliche wie Katharina gibt, die darüber verfügen und sich dem wunderschönen Hobby Hundesport verschrieben haben.“

Beate Diederichs / 31.05.2026

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