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Stiftung für die Stadthalle bekommt grünes Licht

Stiftung für die Stadthalle bekommt grünes Licht

Hoffnung für die Stadthalle: Die Gründung einer Stiftung für das Gebäude hat vom Stadtrat grünes Licht bekommen.

Görlitz. Der Görlitzer Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung den Weg für die Gründung einer Stiftung für die Stadthalle geebnet und damit einen lang gehegten Wunsch vieler Bürger erfüllt. Nunmehr geht es darum, möglichst umfangreiche Mittel für die Sanierung des Gebäudes einzuwerben.

„Ziel der Förderstiftung soll es sein, die Sicherung, Sanierung und den Betrieb des Hauses zu unterstützen“, so Bürgermeister Dr. Michael Wieler (parteilos), der für die Stadt Görlitz im Stiftungsvorstand mitarbeiten wird. Die Stadt zahlt laut Beschluss der Abgeordneten 50.000 Euro in den Grundstock der Stiftung ein, mit demselben Betrag beteiligt sich die Stadtwerke Görlitz AG.

Mit wesentlich mehr, nämlich mit 200.000 Euro, ist die KommWohnen Görlitz GmbH (die frühere Wohnungsbaugesellschaft) dabei. Der Förderverein Stadthalle e.V., der neben der FDP-Stadtratsfraktion als eigentlicher Initiator gilt, steuert 5000 Euro bei.

Den städtischen Anteil stellt die Altstadtstiftung, die zur Verwaltung der jährlichen „Altstadtmillion“ gegründet worden war, bereit. Sie knüpft dies laut Zuwendungsbescheid an die Bedingung, dass die Bauleistungen „nach Möglichkeit“ an ortsansässige Firmen vergeben werden.

Die Stadtwerke haben zudem zugesagt, für die nächsten drei Jahre jeweils 50.000 Euro als „Verbrauchskapital“ beizusteuern, um die Handlungsfähigkeit der Stiftung zu gewährleisten. „Für uns als regional verwurzeltes Unternehmen war es klar, dass wir diesen Weg mitgehen. Wir wollen Wert stiftend dazu beitragen, die Stadthalle wieder nutzbar zu machen und gemeinsam ein optimales Betreiberkonzept zu entwickeln“, so Vorstandsvorsitzender Matthias Block. Arne Myckert, Geschäftsführer der KommWohnen, begründet das Engagement so: „Die Förderung kultureller Einrichtungen ist eine Investition in die Zukunft von Görlitz.“

Ob das vom Förderverein propagierte Ziel – die Stadthalle bis zur Görlitzer 950-Jahr-Feier im Jahre 2021 komplett zu sanieren – durch die Gründung der Stiftung realistischer wird, bleibt zu bezweifeln. Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos) hatte diese Zeitachse zu Beginn des Jahres als undurchführbar bezeichnet und betont, dass die Stadt den erforderlichen Betrag von 30 bis 40 Millionen Euro nicht bis 2021 aufbringen können. Bürgermeister Michael Wieler erklärte im September 2015: „An der Diskussion, wann die Stadthalle generell wieder öffnet, beteilige ich mich nicht mehr.“

Damals hatte der sächsische Innenminister einen Förderbescheid in Höhe von 1,67 Millionen Euro für den zweiten Abschnitt der begonnenen Gebäudesicherung überbracht. In seinem Zuge sollen sämtliche Dächer, mit Ausnahme des Hauptdaches, saniert sowie die Erdgeschossdecke und die Fenster im großen Saal erneuert werden.
Außerdem will die Stadt Görlitz den kleinen Saal für eine regelmäßige Nutzung in der heizfreien Zeit ertüchtigen. Im Zuge des ersten Abschnitts waren die Strebepfeiler saniert und die Seitendächer mit einem Stahlbetonring verstärkt worden. Immerhin wird zumindest der Stadthallengarten in diesem Jahr zum kulturellen Schauplatz, finden doch hier erstmals Aufführungen des Görlitzer Sommertheaters statt. Der Förderverein hat den Garten in den letzten Monaten in ehrenamtlicher Arbeit und mit Unterstützung zahlreicher Firmen hergerichtet.

Uwe Menschner / 10.07.2016

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