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70.000 Euro-Zuschuss für Budissa allgemein akzeptiert

70.000 Euro-Zuschuss für  Budissa allgemein akzeptiert

Budissa Bautzen legt großen Wert auf die Nachwuchsarbeit. Aus diesem Grund bewilligte der Stadtrat auch die einmalige Zahlung von 70.000 Euro. | Foto: Budissa

Bautzen. In seiner zurückliegenden  Sitzung hat der Stadtrat erklärt, die Fußballspielvereinigung  Budissa Bautzen mit eine Einmalzahlung von 70.000 Euro zu unterstützen. Dies hat nicht nur bei kleineren Vereinen für Diskussionen gesorgt.

Im Vorfeld waren die Verantwortlichen von Budissa Bautzen an den Stadtrat herangetreten und haben die finanzielle Schieflage des Vereins offengelegt. Unter anderem koste allein die Instandhaltung der Anlage im Humboldthain jedes Jahr mehr als 100.000 Euro. Ausgaben, die Budissa Bautzen aus eigener Tasche und mit Hilfe von Sponsoren tragen muss, überschreiten nun das Budget. Daher bat der Vereinsvorstand nun um Unterstützung.
„Es hat im Vorfeld einige Gespräche mit dem Verein gegeben“, berichtet Dr. Robert Böhmer, Finanzbürgermeister von Bautzen. „Wir haben alle Unterlagen und Zahlen auf den Tisch bekommen, geprüft und uns für diese einmalige Hilfe entschieden. Und zwar zur Rettung des Sportvereins, der schließlich 1904 gegründet wurde und somit eine lange Tradition in Bautzen hat“, sagt Robert Böhmer weiter.

In der besagten Stadtratssitzung wurde der Beschluss auch mit der eindeutigen Mehrheit der Stadträte angenommen. Dass nun einige kleinere Vereine verärgert sind und Fair Play bei der Vergabe von Fördermitteln fordern, verwundert nicht wirklich. So ist René Jäckel von der SG Bautzen-Nord enttäuscht: „Es wäre schön, wenn auch mal an die kleinen Vereine gedacht würde. Wir haben zum Beispiel 15 Kinder, die wir trainieren und fördern. Wir würden uns sehr über etwas mehr Interesse und Zuwendung von Seiten der Stadträte freuen.“
Dazu bezieht Robert Böhmer klar Stellung: „In den vergangenen Jahren haben wir auch einige kleine Vereine der Region unterstützt. So haben wir beispielsweise für den SV Kleinwelka 25.000 Euro bereitgestellt. Die neue Kletterwand im Schiller-Gymnasium hat die Stadt 200.000 Euro gekostet. Ich möchte noch einmal betonen, dass uns besonders der Nachwuchs wichtig ist. Und Budissa Bautzen macht sich mit der Nachwuchsarbeit stark für die Jugend.“

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Ob eine mögliche Kürzung der Spielergehälter dem Verein helfen könnte, bezweifelt der Finanzbürgermeister: „Ich glaube nicht, dass die Fußballer bei Budissa Bautzen überbezahlt sind. Wir sprechen hier nicht von Profis, daher sehe ich persönlich diesen Vorwurf als haltlos. Und wenn es darum geht, dem Verein einmalig unter die Arme zu greifen und ihn damit am Leben zu erhalten, finde ich diese Finanzspritze gerechtfertigt.“
Auch Lars Bauer, Geschäftsführer des Sportbundes Bautzen, beschäftigt das Thema. Er zeigt sich aber einsichtig: „Das die Stadt die Zuschüsse nach eigenem Ermessen verteilt, ist legitim. Natürlich wäre es von Vorteil, wenn sie uns bei der Entscheidungsfindung mit einbeziehen würde. Ich denke aber, diese Entscheidung musste schnell getroffen werden und es war keine Zeit für ein Gremium. Aber für die Zukunft bieten wir uns gerne an, bei solchen Entscheidungen behilflich zu sein.“

Viele Bautzener interessiert auch das Thema öffentliche Nutzung der Sportanlage des Humboldthains.  Aber auch da muss Robert Böhmer besänftigen: „Grund und Boden der Anlage gehört der Stadt. Um die Instandhaltung kümmert sich der Verein und muss sämtliche Kosten tragen. Daher kann ich es durchaus verstehen, dass er sich vorbehält, wer die Sportanlage nutzen darf. In Bautzen sind auch schon andere Sportstätten dem Vandalismus zum Opfer gefallen, die öffentlich waren. Und gerade für die Nachwuchsarbeit ist es wichtig, ein gut gepflegtes Stadion nutzen zu können.“

In der gleichen Stadtratssitzung wurde auch die Sportförderrichtlinie verabschiedet. Sie ermöglicht es allen Sportvereinen Förderungen zu beantragen.

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Cornelia Fulk / 15.05.2016

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