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Auf Du und Du 
mit Anne Frank

Auf Du und Du 
mit Anne Frank

Wibke Böttger ist eine von fast 30 „Peer Guides“, die durch die Ausstellung im Bischofswerdaer Goethe-Gymnasium führen.

Ein außergewöhnliches Ausstellungsprojekt wirft am Bischofswerdaer Goethe-Gymnasium seine Schatten voraus: Vom 1. bis 21. Dezember wird hier die Schau „Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte“ zu sehen sein. Dabei geht es um das 1945 im KZ Bergen-Belsen verstorbene und durch sein Tagebuch berühmt gewordene jüdische Mädchen Anne Frank.

Bischofswerda. „Natürlich kenne ich die Geschichte von Anne Frank, schließlich wird sie in der 9. Klasse im Unterricht behandelt.“
Doch die jetzt bald beginnende Ausstellung ermöglicht Wibke Böttger und zahlreichen ihrer Mitschüler vom Bischofswerdaer Goethe-Gymnasium eine noch viel intensivere Beschäftigung mit dem Thema. Schließlich wird die Gymnasiastin als eine von fast 30 „Peer Guides“, oder – diese Bezeichnung gefällt ihr besser – „Ausstellungsbegleitern“ fungieren. „In dieser Funktion begleiten wir Besuchergruppen und erläutern ihnen die Ausstellung“, so Wibke Böttger. Diese Gruppen können Klassen aus der eigenen oder aus anderen Schulen, aber auch interessierte Bürger aus Bischofswerda und Umgebung sein.

Dass die Ausstellung „Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte“ nach Bischofswerda kommt, ist maßgeblich der Lucie Strewe Stiftung zu verdanken. „Sie wurde von der Burkauer Familie Strewe gegründet, deren Tochter Hannah 2014 bei uns das Abitur abgelegt und danach ein Freiwilliges Soziales Jahr im Anne-Frank-Haus Amsterdam geleistet hat“, so der stellvertretende Schulleiter Thomas Schmidt. Dieses wiederum pflegt eine Partnerschaft mit dem Anne-Frank-Zentrum Berlin, das die Ausstellung gestaltet hat und deutschlandweit auf Wanderschaft schickt. Weitere Partner, die finanzielle oder organisatorische Unterstützung leisten, sind der Förderverein des Goethe-Gymnasiums, die Kreissparkasse, Private Textiles und das Autohaus Winter. Gefördert wird das Projekt über das Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz.

Für Thomas Schmidt könnte es keinen besseren Zeitpunkt geben, diese Ausstellung zu zeigen, als gerade jetzt: „Das Schicksal von Anne Frank bietet viele Möglichkeiten, auch den Bogen zu aktuellen Entwicklungen zu schlagen.“ Dies dürfe freilich nicht mit dem „Holzhammer“ geschehen.

Besonders freut sich der stellvertretende Schulleiter über das Engagement der Schüler, die sich als Begleiter gemeldet haben: „Das bedeutet einen immensen Arbeitsaufwand, den sie neben ihrem normalen Lernalltag bewältigen.“ Auch Wibke Böttger findet die Beschäftigung mit dem Thema unter aktuellen Aspekten wichtig, wobei das Thema Diskriminierung am Goethe-Gymnasium nicht akut sei. „Natürlich unterhalten wir uns auch über die aktuelle Politik, aber das blieb bisher immer sachlich“, betont sie. Das Rahmenprogramm gestaltet das Goethe-Gymnasium in eigener Regie.

Und dieses hat es durchaus in sich: „Wir haben versucht, für alle Klassenstufen passende Veranstaltungen zu kreieren“, so Thomas Schmidt. So beschäftigen sich die 6. Klassen mal mit einer ganz anderen Flüchtlingsproblematik – nämlich mit der der Russlanddeutschen. Die Schüler des ein Jahr älteren Jahrgangs gestalten in einem Workshop ihre eigenen kreativen Tagebücher. In den achten Klassen tritt die frühere Goethe-Schülerin Hannah Strewe (eingangs erwähnt) auf, bei den „Neunern“ eine Zeitzeugin aus dem KZ Theresienstadt. An die breite Öffentlichkeit richten sich ein Konzert mit Gerhard Schöne am 9. Dezember, 18.00 Uhr, in der Aula, das „Tohuwabohu International“ mit Banda Internationale, Die Bagles und dj noir.man am 10. Dezember, 21.00 Uhr im East Club sowie ein Vortrag von Mathias Hüsni über die jüdische Bischofswerdaer Familie Hoffmann am 13. Dezember, 18.30 Uhr, im Ratssaal. Und natürlich ist auch die Ausstellung selbst öffentlich – allerdings muss sich, wer sie besuchen will, unter (03594) 703 131 oder gymnasium@bischofswerda.de anmelden. „Schließlich müssen sich unsere Ausstellungsbegleiter auch ein bisschen vorbereiten“, wie Thomas Schmidt betont.

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Uwe Menschner / 30.11.2016

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