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Baustellen kosten in Bautzen Nerven

Baustellen kosten  in Bautzen Nerven

Der Kreisverkehr Dresdener Straße/Schliebenstraße wird seit einiger Zeit gebaut. Besonders im Berufsverkehr kommt es hier immer wieder zu ärgerlichen Staus. Foto: KK

In Bautzen verursachen gleich zwei Großbaustellen lange Wartezeiten und lästige Umleitungen. Auch die umliegenden Händler sind betroffen.

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Auch die Zeppelinstraße ist seit einiger Zeit gesperrt, sehr zum Ärger der umliegenden Händler., denn es fehlt an einer wichtigen Beschilderung. Foto: CF

Bautzen. Die beiden größten Verkehrsbeeinträchtigungen ergeben sich wohl bei den Bauarbeiten an den Bahnbrücken Zeppelinstraße und dem Kreisverkehr Dresdener Straße/Schliebenstraße. Nach dem erfolgreichen Test wird die Anlage fest installiert. Besonders im Berufsverkehr staut es sich weit bis hinter die Friedensbrücke. Besonders „clevere“ Autofahrer parken dann die Vogelkreuzung zu, sodass kurze Zeit teilweise gar nichts mehr geht. Besonders staugefährdet ist die Baustelle am Nachmittag, gegen 15.00 Uhr. Früh morgens, so berichten Autofahrer, wartet man circa fünf bis sechs Minuten, was noch verschmerzbar ist.

Allerdings gab es in den vergangenen Wochen einige Baupausen. Baubürgermeisterin Juliane Naumann erklärt die Lage: „Der zunächst festgestellte Bauverzug war durch die vorgefundene Mineralölbelastung verursacht. Dieser wurde im Wesentlichen bereits wieder aufgeholt. Der erneute Verzug von etwa acht Tagen ist entstanden, weil nach der Umbindung der Trinkwasserleitungen die Keimfreiheit erst nach mehreren Proben hergestellt war. Erst danach konnten die Leitungsgräben und Hausanschlüsse verfüllt werden. Damit sind die Arbeiten an den Medien im Kreisverkehr bis auf kleinere Restarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen“. Doch wie geht es mit der Baustelle am Kreisverkehr weiter und wann können Pendler wieder aufatmen und staufrei nach Bautzen fahren?

„Das offizielle Bauende der Gesamtmaßnahme laut Bauvertrag ist der 10. Juni 2017. Dies beinhaltet alle vier abgehenden Straßen und die Nebenanlagen. Allerdings ist es weiterhin Ziel, vor der Winterpause den Innenkreis des Kreisverkehrs in seiner künftigen Form befahrbar zu machen“, so Juliane Naumann.

Auch der Geschäftsführer der Baufirma Bistra Bau, Helmut Horn, bestätigt den aktuellen Zeitplan: „Die Hauptleitungen sind fast komplett verlegt. Zur Zeit werden die Medien umgebunden, wo auch noch Tiefen von bis zu zwei Meter zu realisieren sind.

Überraschungen erlebt man im Tiefbau eben immer wieder, deshalb ist eine exakte taggenaue Bauablaufplanung schwierig. Wir hoffen, dass wir einen späten Wintereinbruch bekommen, da es unser Ziel ist die südliche Fahrbahnhälfte soweit wie möglich in 2016 fertigzustellen.“

Zwar sind Staus in der Bauzeit immer die Folge, aber die Händler, wie zum Beispiel der Baumarkt OBI sind davon nicht merkenswert betroffen. Nach Angaben des Filialleiters gibt es keinen Rückgang der Kundenzahl.

Voll gesperrt ist derzeit auch die Straße im Bereich der Eisenbahnbrücken Zeppelinstraße. Zwischen Oktober und Dezember erfolgt der Abriss der Brücken und der Aufbau der Behelfsbrücken. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) ist gemeinsam mit der Deutschen Bahn Bauherr. Die Eisenbahnbrücke wird komplett neu gebaut. Dazu wird die Straße in diesem Bereich abgesenkt, um die Durchfahrtshöhe von 4,5 Metern zu erreichen. Gleichzeitig wird die lichte Weite der Brücke auf 18,25 Meter vergrößert, um zwei Fahrspuren, eine Abbiegespur und beidseitig Geh- und Radwege zu schaffen. Weiter beinhaltet das Bauvorhaben umfangreiche Arbeiten im Bereich der Zeppelinstraße und den dort liegenden Leitungen.

Die Arbeiten sollen 2019 abgeschlossen sein. Die Deutsche Bahn, der Bund, der Freistaat Sachsen und die Stadt Bautzen investieren in das Vorhaben rund neun Millionen Euro. In diesem Zeitraum wird es natürlich Verkehrseinschränkungen geben. Die Umleitung erfolgt über die Dr.-Peter-Jordan-Straße/Tzschirnerstraße/Neusalzaer Straße.

Der Brückenabriss und die damit verbundene Sperrung der Zeppelinstraße beeinträchtigen im Gegensatz zu den Bauarbeiten am Kreisel die dortigen Händler erheblich. Der Lebensmittelmarkt Edeka in der Stieberstraße hat nach Angaben einen Rückgang von 15 bis 20 Prozent der Kunden zu beklagen. „Das hätten wir so nicht erwartet. Als die Stieberstraße gesperrt war, blieben nur halb so viele Kunden aus wie jetzt. Gerade im Berufsverkehr am Morgen staut es sich hier extrem, sodass sich unsere Kunden schon überlegen, ob sie nicht eher einen anderen Markt anfahren“, sagt Fabian Zellmer, Geschäftsführer im Edeka.

Verstimmt ist auch Renè Hoffmann, Geschäftsführer vom Ford Autohaus Hoffmann. „Dass man für einen Brückenneubau zwei Jahre braucht, ist für mich unverständlich. Zwar haben wir bis jetzt noch keine negativen Auswirkungen bemerkt, allerdings auch bedingt durch die Sommerferienzeit. Wir sind ja unmittelbar hinter der Baustelle, aber unsere Zufahrt ist stadteinwärts noch erreichbar. Eigentlich sollten Schilder vor der Baustelle Hinweise geben, wie wir ab sofort erreichbar sind, aber da ist bis jetzt nichts passiert.“

Auch Marko Waurick, der Geschäftsführer vom Getränkemarkt Nuck,  fühlt sich von der Stadt vernachlässigt. „Die angedachte Beschilderung vor und auf der Zeppelinstraße fehlt bis heute, obwohl sie lange geplant war. Ich bin  mir sicher, dass auf längerer Sicht ein Kundenrückgang deutlich spürbar sein wird .“

Bis 2017 bzw. 2019 werden die beiden Großbaustellen die Bürger, Pendler und Händler von Bautzen also noch einige Nerven kosten.

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Cornelia Fulk / 03.10.2016

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