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Burkauer Berg wird endlich überdacht

Burkauer Berg wird endlich überdacht

Ein in den Wintermonaten fast alltägliches Bild: Am Burkauer Berg „sammeln“ sich die LKWs, bald wird sich kein Rad mehr drehen. Foto: Rocci Klein

Im vergangenen Winter war es wieder ganz schlimm: Fast täglich musste man im Radio von Staus am Burkauer Berg an der Bundesautobahn 4 hören, die durch quer stehende LKW verursacht wurden. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Region. Immer wieder bleiben bei winterlichen Straßenverhältnissen auf dem als „Burkauer Berg“ bekannten Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Burkau und Ohorn Lastkraftwagen liegen. Über alle drei Spuren zieht sich dieses in der Fachpresse schon als „Burkauer-Berg-Syndrom“ bekannte Phänomen und bringt regelmäßig den gesamten Verkehr zum Erliegen. Erst kommt die Fortbewegung auf der rechten Spur ins Stocken, dann geht beim „Überholer“ auf der Mittelspur nichts mehr, und schließlich führt auch das Ausweichen auf die linke Spur ins Verhängnis.

„So geht es nicht weiter“, haben sich die Experten von der in Mauthausen ansässigen Bundesanstalt für innovative Sicherheitssysteme im Straßenverkehr (Bistra) gedacht, und gemeinsam mit holländischen Unfallforschern ein Konzept gegen den winterlichen Stau am Burkauer Berg entwickelt.

„Ursprünglich hatten wir an eine unterirdisch verlegte Straßenheizung gedacht“, berichtet Referatsleiter Johannes Fahrenkrog-Weggesell. „Das kann man sich so ähnlich vorstellen wie eine Fußbodenheizung: Unter der Fahrbahn werden Heizschlangen aus Metall verlegt, die die Wärme aus dem Erdinneren anzapfen und an die Straßenoberfläche abgeben. Ein sehr wirksames System, nur leider in Errichtung und Betrieb extrem aufwändig.“
An dieser Stelle kommt die holländische Universität Grachtendonk ins Spiel. Diese hat ein innovatives Leichtbausystem entwickelt, das es ermöglicht, zum Winterbeginn ein festes Gehäuse über der Autobahn zu errichten.

„Das kann man sich rein optisch vorstellen wie eine Mischung aus der Bahnhofshalle von Dresden-Neustadt und einem Partyzelt“, so der federführende Professor Arjen van Kifferen. „Wir haben in den Niederlanden auf unseren Bergstraßen schon gute Erfahrungen mit diesem System gemacht. Es sorgt dafür, dass die Straße trocken und eisfrei bleibt und zu jeder Jahreszeit sicher befahren werden kann.“

Van Kifferen geht für den jährlichen Auf- und Abbau der etwa zwei Kilometer langen Aluminiumkonstruktion von Kosten in Höhe von jeweils 18 Millionen Euro aus:

„Das lässt sich leicht aus der PKW-Maut bezahlen, wenn sie denn endlich eingeführt wird.“ Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sich zu diesem Thema noch nicht geäußert, ebenso wie Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Auch auf eine Twitterbotschaft von Donald Trump wartet man bisher vergeblich.

Doch das beste kommt noch: Aufgrund ihrer Bauweise kann die Autobahn-Überdachung mit Photovoltaik-Elementen belegt werden und so den Strom für ihre eigene Beleuchtung selbst generieren.

„Dafür reichen fünf Stunden Sonneneinstrahlung, wie sie in den Wintermonaten üblich sind, völlig aus“, versichert Professor van Kifferen. Auch das Projizieren von bewegten Bildern auf die Seitenwände ist möglich – sowohl von außen als auch von innen. „Bei uns in Holland hat infolgedessen der Cannabiskonsum auf den betreffenden Autobahnabschnitten um 37,12 Prozent abgenommen“, freut sich der Professor. Wenn das kein angenehmer Nebeneffekt ist ...

 

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April, April...

Liebe Leserinnern und Leser, sicher haben Sie es längst bemerkt: Mit dem obigen Artikel wollten wir die Leserinnen und Leser der Bischofswerdaer und Kamenzer Ausgabe unserer Zeitung in den April schicken...

Anhand der Kommentare bei Facebook scheint dies in einigen Fällen tatsächlich geklappt zu haben. Einige User haben unseren April-Scherz aber gleich bemerkt.

Vielleicht greift unsere Idee dennoch ein Verkehrsplaner auf und wir dürfen in den nächsten Jahren wirklich über ein Dach über dem Burkauer Berg berichten.

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Herzlichst Ihre Redaktion des "Oberlausitzer Kurier"

Uwe Menschner / 01.04.2017

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Kommentare zum Artikel "Burkauer Berg wird endlich überdacht"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Schneelast schrieb am

    Hallo, ich bin die Schneelast und freue mich schon riesig auf dieses neue Bauwerk. Frau Holle ist meine beste Freundin und sie wird mir helfen, mich auf diesem Dach niederzulassen. Dann lass ich es richtig krachen!!! Wie hoch sind eigentlich in Holland die Berge??

  2. Lars Hübler schrieb am

    Wenn ich so auf das heutige Datum schaue ist klar wie ernst man die Meldung nehmen muss.

  3. Pietsch Anita schrieb am

    Hallo lieber Oberlausitzer Kurier,

    Wahnsinnsartikel, eine tolle Idee, doch dann kamen mir Zweifel an dem sensationellen Artikel... Professor Kifferen und Bergstrassen in den Niederlanden... dann die Kosten 18 Mill. auf 2 Kilometer Auf- und Abbaukosten

    GUTER APRILSCHERZ

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