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Die Kicker kriechen auf dem Zahnfleisch

Die Kicker kriechen auf dem Zahnfleisch

Die Kicker des FC Oberlausitz Neugersdorf um Tobias Gerstmann (Bildmitte) müssen zum Abschluss der englischen Wochen noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Foto: Florian Richter

Nun ist es also soweit, das letzte Spiel der beiden englischen Wochen steht an. Es ist die fünfte Partie in 17 Tagen, die der FC Oberlausitz Neugersdorf zu absolvieren hat – und es ist wieder ein Heimspiel. Zu Gast ist am Sonntag, 23. April, um 13.30 Uhr, in der Sparkassen-Arena Union Fürstenwalde.

Neugersdorf. Trainer und Mannschaft sind froh, dass nach diesem Spiel der etwas mehr als zweiwöchige Marathon endlich vorbei ist. „Zwei englische Wochen sind für einen Amateurverein sehr hart. Die Spieler kriechen auf dem Zahnfleisch – aber da müssen wir durch.“ Trainer Vragel da Silva weiß, wie es seinen Spielern geht. „So eine Tortur schlaucht. Die Jungs sind müde, an einen normalen Trainingsablauf ist nicht zu denken.“ Spiel, freier Tag, Abschlusstraining, Spiel – so ähnlich gestalteten sich die Tagespläne der Akteure in der letzten Zeit. Das geht zudem zu Lasten der Kondition sowie der Konzentration. Deshalb gönnt der Trainer seinen Jungs nach dem Fürstenwalde-Spiel zwei trainingsfreie Tage.


Überhaupt ist die Belastung in der Rückrunde enorm. Es ist das 13. Spiel in 63 Tagen. In dieser Zeitspanne wurden in der Hinrunde gerade einmal neun Begegnungen ausgetragen. Unter dieser Fülle an Partien leiden auch die Zuschauerzahlen. Gegen Union Fürstenwalde bestreitet der FC Oberlausitz-Neugersdorf sein achtes Heimspiel binnen 56 Tagen, das heißt, im Durchschnitt wurde den Neugersdorfer Fans jede Woche ein Spiel geboten. Das ist schon jetzt eins mehr als in der gesamten Hinrunde. Sicher ist dies (neben den Osterfeierlichkeiten) auch eine Erklärung, warum sich zum Derby gegen Budissa Bautzen nur 503 Zuschauer einfanden.

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Nach der Begegnung gegen Fürstenwalde zieht also wieder Normalität in den Alltag der Akteure ein – Union stellt sich erstmalig in Neugersdorf vor. Die Brandenburger sind in der vergangenen Saison aus der Nordstaffel der Oberliga aufgestiegen, die sie mit vier Punkten Vorsprung vor der zweiten Mannschaft Hansa Rostocks gewannen. Als Neuling hatte es Union in der Regionalliga anfangs schwer. Gleich im ersten Spiel beim 0:5 erteilte der BFC Dynamo den Fürstenwaldern eine deutliche Ansage. Doch die Mannschaft von Achim Hollerieth stabilisierte sich allmählich. Als der FC Oberlausitz Neugersdorf im Hinspiel mit 2:0 durch Tore von Marcelo de Freitas Costa und Robert Koch gewann, lagen die Unioner auf Platz 14, zum Ende der Hinrunde war Fürstenwalde 16. Weil damals der Abstiegskampf noch spannend war, niemand etwas von den Rückzügen Leipzigs und Schönbergs wusste, musste Hollerieth seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger wurde Matthias Maucksch, der ehemals als Verteidiger für Dynamo Dresden auflief und unter dessen Leitung Union in der Rückrundentabelle den neunten Platz einnimmt. Nun sollte man meinen, dass unter Maucksch die Abwehrarbeit verbessert wurde, doch das Gegenteil ist der Fall. Im Durchschnitt werden weiterhin zwei Gegentore kassiert, dafür wurde pro Spiel ein Treffer mehr erzielt. Einen nicht geringen Anteil daran hat der in der Winterpause von Union Berlin ausgeliehene Nils Stettin, der schon viermal erfolgreich war. Auch vor Darryl Geurts ist Vorsicht geboten, vor ihm warnt Vragel da Silva besonders. Schließlich kennt er den ehemaligen Energie-Spieler (damals noch B- und A-Jugendlicher) aus seiner Cottbuser Zeit: „Er hat uns im Hinspiel einige Probleme bereitet, ihn müssen wir besonders im Auge behalten.“ Neun Tore und acht Vorlagen stehen derzeit bei ihm zu Buche. Zudem darf sich das Neugersdorfer Publikum auf einen alten Bekannten freuen. Stefan Süß war Stammspieler beim FC Oberlausitz Neugersdorf in der Aufstiegssaison 2014/15, bestritt 23 Begegnungen für die Oberlausitzer. Über den Umweg SG Dresden-Striesen, bei der er ein halbes Jahr aktiv war, fand er im Januar des vergangenen Jahres den Weg zu Union und unterstützte die Fürstenwalder mit 14 Einsätzen im erfolgreichen Aufstiegskampf. Seit Matthias Maucksch dort Trainer ist, hat der 30 Jährige auch bei den Brandenburgern einen Stammplatz sicher.


Nach einer Schwächephase zu Jahresbeginn haben die Neugersdorfer wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Ein Aktivposten der Neugersdorfer Defensive wird gegen Fürstenwalde aber voraussichtlich fehlen. Karl Petrick holte sich gegen Budissa einen Pferdekuss, der einen Einsatz in Jena bereits ausschloss.

Redaktion / 23.04.2017

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