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Ein Fußballschiri 
bei der Schach-WM

Ein Fußballschiri 
bei der Schach-WM

Michael Olbrig bereitet sich bei Turnieren in der Region auf die Schachweltmeisterschaft für Amateure auf Kos in Griechenland vor. Foto: privat

Der Oderwitzer Michael Olbrig ist nicht nur auf den Fußballfeldern in der Region fast Wochenende für Wochenende bei Wind und Wetter als Schiedsrichter im Einsatz, sondern auch ein guter Schachspieler. Deshalb nimmt der 54-Jährige im Mai dieses Jahres an der Schachweltmeisterschaft für Amateure auf Kos in Griechenland teil.

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Michael Olbrig ist fast jedes Wochenende auf den Fußballfeldern der Region im Einsatz, ob im Männer- oder im Nachwuchsbereich.

Foto: Steffen Linke

Oderwitz. Nein, seine beiden Hobbys kollidieren nicht miteinander, sagt der allseits bekannte Pfeifenmann. „Schach spiele ich schon ziemlich lange nur nebenbei“, betont er. Zu DDR-Zeiten war es in der Schule üblich, in einer Arbeitsgemeinschaft zu sein. „Als dort mit Fußball Schluss war, bin ich zum Schach gewechselt, habe dann jahrelang für den TSV 1861 Spitzkunnersdorf gespielt, bis sich die Abteilung auflöste“, berichtet er.

Der seither vereinslose Michael Olbrig mag an diesem, für manche Außenstehenden etwas langweilig wirkenden Sport das logische Vorausdenken und die taktischen Finessen. Ein Spiel kann mitunter fünf Stunden dauern. Erst danach würde sich die Anspannung lösen. „Und je nachdem, wie das Spiel ausgegangen ist, gratuliere ich dem Gegner zum Sieg oder nehme die Glückwünsche des Kontrahenten entgegen“, sagt er.
Zu seinen bisherigen Höhepunkten in der Laufbahn am Schachbrett zählte im August 2001 eine Partie gegen den damaligen Weltmeister Garri Kasparow bei einem Simultanturnier auf Schloss Pillnitz. Michael Olbrig war damals einer der letzten von 30 Schachspielern, die gegen den prominenten Stargast aufgaben.

Seit Jahresbeginn steht nun fest, dass der Oderwitzer im Mai bei der Schachweltmeisterschaft für Amateure auf Kos teilnimmt. „Ich freue mich sehr darauf“, blickt er voraus. Insgesamt gehen dort etwa 300 Schachspieler aus 30 Ländern an den Start.

Und welche Chancen rechnet sich Michael Olbrig bei so einem hochkartätigen, sportlichen Ereignis aus? „Für mich zählt allein der olympische Gedanke in Form der Teilnahme. Alles andere wäre eine Zugabe.“ Das Äsculap-Turnier Mitte April in Görlitz gehört zu seinen letzten sportlichen Standortbestimmungen in Vorbereitung auf die Schachweltmeisterschaft. Während der Wettkampftage auf Kos kann Michael Olbrig natürlich keine Fußballspiele als Schiedsrichter in der Region leiten. „Ich habe den Fußballverband Oberlausitz schon gebeten, mich in dieser Zeit nicht anzusetzen“, sagt er. Im Fußball selbst zählte zu seinen absoluten Höhepunkten ein Einsatz als Linienrichter bei einem Spiel von Dynamo Dresden gegen eine tschechische Mannschaft.

Übrigens: Die Kosten für seine Teilnahme bei der Schach-weltmeisterschaft mit An- und Abreise sowie Unterkunft muss Michael Olbrig aus der eigenen Tasche bezahlen. Deshalb würde sich der 54-Jährige über die Unterstützung von Sponsoren sehr freuen.

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Steffen Linke / 29.03.2017

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