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Europeada 2016, letzter Spieltag

Europeada 2016, letzter Spieltag

Zu einem Schützenfest für die Wubranka wurde das Spiel um Platz 13 gegen die Nordfriesen. | Foto: Jörg Stephan

Sorbischer Spieler kickt für Nordfriesen

Die Europeada – die Europameisterschaft der sprachlichen Minderheiten in Europa ging am Sonntag zu Ende. In den Finalspielen setzten sich bei den Frauen und bei den Männern jeweils die Mannschaften aus Südtirol durch. Die sorbische Frauenauswahl hatte schließlich im letzten Spiel des Turniers einen Sieg geholt und sich so den fünften Platz gesichert.

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Eine Angriffswelle der Sorben folgte der nächsten. Zum Schluss stand es 9:0 für das Team aus der Lausitz. | Foto: Jörg Stephan

Die Wubranka trat im Platzierungsspiel um Platz 13 gegen die Mannschaft der Nordfriesen an. Um ein Haar wäre es jedoch gar nicht zu diesem letzten Auftritt der sorbischen Auswahl gekommen. Die Nordfriesen konnten verletzungsbedingt nur noch auf acht Spieler zurück greifen. Spontan streiften sich Sportler der Manx, einem Volk das auf der Insel Man in der Irischen See beheimatet ist, das nordfriesische Trikot über. Dieses Miteinander, sich gegenseitig über nationale sowie sprachliche Grenzen hinweg zu unterstützen, ist es sicher auch, was den Gedanken der Europeada am Besten widerspiegelt. Es dauerte nicht lange, dann konnten die Sorben zum ersten Mal in diesem Spiel jubeln. Jonas Krautschick stürmte auf das gegnerische Tor, holte zum Schuss aus, schoss den Torwart an, verwandelte den abgeprallten Ball im Nachschuss jedoch sicher. Gleich nach Wiederanpfiff eroberte David Jursch das Spielgerät und ehe die Norddeutschen diese Situation richtig einzuschätzen wussten, lag der Ball bereits in den Maschen.

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Auch beim letzten Spiel der Europeada 2016 jubeln die sorbischen Fans ihrem Team zu. | Foto: Jörg Stephan

Auch die folgenden Minuten, diktierte die Elf um Trainer Frank Rietschel das Geschehen auf dem Platz. Eine Angriffswelle folgte der nächsten, doch die Nordfriesen hielten ihren Kasten tapfer sauber. Nach der 15. Spielminute erhöhten Jonas Krautschick, David Jursch und anschließend Kapitän Peter Domaschke im Zweiminutentakt zum 5:0 ein. Der Unparteiische hatte die Pfeife bereits im Mund, als Simon Sauer nach schönem Pass von Antonius Walde zum 6:0 einschob.

Dreißig Minuten (Spielzeit zweimal 30 Minuten in den Platzierungsspielen) waren gespielt, als sich beide Mannschaften in ihre Kabine begaben. Keine zehn Minuten später, erschienen diese wieder auf dem Platz und es konnte weiter gehen. Viele Sportfreunde aus der Lausitz trauten kaum ihren Augen. Fabian Böhm, eigentlich Spieler der sorbischen Auswahl, feierte sein Debüt für die Nordfriesen. Sein Bruder Sebastian dagegen, stand weiterhin im Trikot der Wubranka auf dem Feld.

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Die Mitglieder der sorbischen Frauenauswahl ließen es sich nicht nehmen, das Spiel der Wubranka von der Tribüne zu verfolgen. | Foto: Jörg Stephan

Es dauerte nicht lange, kam es zu dem historischen Bruderduell. Sebastian war es dann auch, der Treffer Nummer sieben und acht für die Sorben besorgte. Die Mannschaft schaltete nun einen Gang zurück, wodurch sich sogar zwei Tormöglichkeiten für den Gegner ergaben. Auch diese nordfriesischen Angriffe wurden von den sorbischen Anhängern lautstark bejubelt, ehe das runde Leder ein letztes Mal im Gehäuse auf der anderen Feldseite untergebracht werden konnte. Das 9:0 war zugleich der Endstand.

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Statt auf dem 13. steht die Wubranka zum Turnierende sogar auf dem 12. Platz. Grund dafür waren Tumulte unter den Spielern bei der Halbfinalpartie zwischen den Kroaten in Serbien und den Okzitaniern aus Südfrankreich. Die Turnierleitung brach das Spiel ab, schloss das kroatische Team vom Spielbetrieb aus und verbannte die Mannschaft auf den letzten Platz. Der dritte Platz im Turnier wird der Mannschaft Team Koroska/Kärnten zugesprochen, alle weiteren Mannschaften werden um einen Platz vorgereiht. 

Jörg Stephan / 27.06.2016

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