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FSV Kicker stürzen sich ins Abenteuer

FSV Kicker stürzen sich ins Abenteuer

Die Mannschaft in Jubelpose. Der FSV Oderwitz 02 gewann in der vergangenen Saison der Fußball-Kreisoberliga die Meisterschaft und den Pokal. Fußball: Verein

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André Cerwinka (links) und Hendrik Dietrich zählten in der vergangenen Saison in der Kreisoberliga unter anderem zu den Stützen des FSV Oderwitz 02. Foto: Verein

Der FSVOderwitz 02 startet als Aufsteiger mit dem Punktspiel am Samstag, 12. August, um 15.00 Uhr, im Sportpark „Golden Gates“ gegen den SV Oberland Spree in die neue Saison der Fußball Landesklasse Ost. Unser Redakteur Steffen Linke unterhielt sich dazu mit dem sportlichen Leiter des Vereins, Jens Grunewald.

Herr Grunewald, der FSV Oderwitz 02 hat in den vergangenen Jahren in der Kreisoberliga schon ein paar mal Anlauf genommen, um wieder in die Fußball Landesklasse Ost aufzusteigen.
Wie sehr hat es Sie gewurmt, dass dies bis zur Saison 2016/2017 nicht gelang? Die Mannschaft war ja immer vorn mit dabei.


Jens Grunewald: Wir sind drei Jahre Vizemeister gewesen. Direkt gewurmt hat uns das aber nicht. Das äußert sich auch darin, dass sich die Mannschaft über den gesamten Zeitraum personell kaum verändert hat und immer wieder Moral gezeigt hat, vorn neu anzugreifen.

In der vergangenen Saison hat sich der FSV Oderwitz 02 souverän in der Kreisoberliga durchgesetzt und sogar das Double – sprich die Meisterschaft und den Pokal – geholt. Die Mannschaft gewann zum Teil zweistellig wie zum Beispiel beim 18:1 gegen den Schönbacher SV. Haben solche Spiele überhaupt Spaß gemacht?

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Jens Grunewald: Grundsätzlich sind Tore nach wie vor der Sinn des Fußballs und machen immer Spaß. Ich habe Respekt vor dem wacker verteidigenden und so unter die Räder gekommenen Schönbacher SV. Denn vier Gegner sind bei unseren Heimspielen gar nicht angetreten. Für uns war das mit finanziellen Einnahmeverlusten verbunden. Der Verband hat dafür auch noch keine richtige Lösung, wie man mit solchen Fällen umgeht.

Wie hat denn die Mannschaft das Double gefeiert?

Jens Grunewald: Wir sind nach dem 2:0-Sieg gegen Gebelzig im Pokalfinale aus Neusalza-Spremberg mit dem Bus zum Bierzelt beim Eibauer Bierzug gefahren und haben dort mit der Mannschaft gefeiert.

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Inwieweit ist für den FSV Oderwitz 02 trotz aller Überlegenheit in der Kreisoberliga der Aufstieg in die Fußball Landesklasse Ost jetzt ein Abenteuer?

Jens Grunewald: Für uns ist es ein erneutes Abenteuer, das wir ja vor vier Jahren in der Landesklasse Ost schon erlebt haben. Wir haben als Verein einen Grenzbereich erreicht, der allen alles abverlangt. Die Spieler müssen noch mehr Zeit und Budget für den Sport opfern und ihren Lebensalltag auf den Fußball richten. Das ist aus meiner Sicht sehr viel verlangt, von jemandem, der Fußball als Hobby betreibt, voll arbeiten geht und noch etwas Zeit für die Familie haben will.

In der Kreisoberliga hat die Mannschaft – wie schon angesprochen – oft die Spiele klar dominiert. In der neuen Spielklasse weht sicher ein anderer Wind. Dort kann es vielleicht auch mal ein paar Niederlagen hintereinander am Stück geben. Inwieweit wird das eine Umstellung sein?

Jens Grunewald: Das ist auf jeden Fall eine Umstellung. Wir werden sehen, wie die Mannschaft reagiert, wenn wir in Rückstand geraten bzw. Spiele verlieren. Ich glaube aber, dass die Jungs charakterlich stark sind, um solche Situationen anzunehmen. Wir sind seit 45 Spielen ungeschlagen. Die Mannschaft ist stark genug, um zuerkennen, gegen wen wir spielen und gegen wen wir antreten. Es gab trotz des am Ende deutlichen Durchmarschs auch in der Kreisoberliga Spiele, wo wir in Rückstand geraten sind und gegenhalten mussten.

Wie wichtig ist für den FSV Oderwitz 02 gleich der Auftakt gegen den SV Oberland Spree in die neue Saison?

Jens Grunewald: Dieses Auftaktspiel ist für uns eines der wenigen Derbys in der Fußball Landesklasse Ost, weil dort zum größten Teil Dresdner Mannschaften und Teams aus der Niederlausitz vertreten sind. Das Spiel ist für uns gleich eine Standortbestimmung. Wir wollen natürlich gern drei Punkte holen.

Können Sie denn schon eine Zielstellung in der neuen Spielklasse nennen? Geht es – wie das bei Aufsteigern in der Regel üblich ist – nur gegen den Abstieg?

Jens Grunewald: Wir wollen in der Tabelle nicht hinten hineingeraten und streben einen einstelligen Tabellenplatz zwischen Rang sechs und neun an. Das wäre der Idealfall, um uns in dieser Spielklasse festzusetzen.

Welche Veränderungen gibt es denn im Spielerkader? Inwieweit hat sich der Verein verstärken können?

Jens Grunewald: Es ist uns gelungen, den Aufstiegskader zusammen zu halten. Das ist unsere gesunde Basis für das anvisierte Ziel. Zu uns zurückgekehrt ist Tom Döring vom FV Rot-Weiß 93 Olbersdorf. Neu dazugekommen sind Florian Christof von der ZSG Jonsdorf und Sebastian Fuarts von Stahl Rietschen – alle drei Spieler für die Defensive. Mit Stürmer Dawid Wieckiewicz von Apis Jindrichovice haben wir jetzt eine richtige Nummer neun im Kader. Die Planungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Spüren Sie aufgrund des Aufstiegs auch eine gewisse Fußballeuphorie in Oderwitz?

Jens Grundwald: Leider nicht. Wir haben unsere Zuschauer mit unseren Ergebnissen und spielerischem Niveau zu sehr verwöhnt. Es gibt aber einen harten Kern, der uns auch gern in der neuen Spielklasse sieht.

Nun gibt es im Ort auch Stimmen, die sagen, dass aufgrund des sportlich erfolgreichen Werdegangs die Identität mit dem Verein verloren geht. Denn es würden nur noch wenig Oderwitzer Kicker im Kader stehen. Wie sehen Sie das?

Jens Grunewald: Es gibt keinen Verein in der Region, der ausschließlich mit ortsansässigen Spielern auf einem gewissen Niveau agiert. Wir wollen beim FSV Oderwitz 02 leistungsorientierten Sport anbieten. Für diejenigen Akteure, die das aus unterschiedlichen Gründen nicht schaffen, ermöglichen wir mit der zweiten Mannschaft Fußball auf Kreisniveau. Wir haben ausschließlich Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren. Es ist ja auch die Frage, ob der Fan beim Fußball eine Kommunikationsplattform mit der Flasche Bier in der Hand sucht oder guten Fußball gegen starke Gegner honoriert. Die Zuschauer kommen ja auch nicht nur aus Oderwitz, sondern auch aus dem Umland, um sich bei uns guten Fußball anzusehen.

Müssen denn aufgrund des Aufstieges in die Fußball Landesklasse Ost auch generell professionellere Strukturen im Verein geschaffen werden?

Jens Grunewald: Sicherlich ist das so. Ich verweise aber darauf, dass wir unser Umfeld schon jetzt ganz gut organisiert haben und für die neue Spielklasse aufgestellt sind. So arbeiten wir gut mit der Gemeinde in Sachen Sportstätten zusammen. Wir dürfen auch Kassierer, Catering und Ordner etc. nicht vergessen und nicht zuletzt unsere Unterstützer und Sponsoren, die auch nicht nur aus Oderwitz kommen, sondern auch aus Bautzen, Görlitz, Löbau und Zittau.

Welche Wünsche begleiten Sie in Ihrer Funktion als sportlicher Leiter des Vereins für die neue Saison des FSV Oderwitz 02 in der Fußball Landesklasse Ost?

Jens Grunewald: Zum einen richtet sich mein Wunsch an das Umfeld in Oderwitz, die Leistung unserer Mannschaft noch mehr anzuerkennen und die Spiele im Sportpark „Golden Gates“ noch zahlreicher zu besuchen. Mein zweiter Wunsch richtet sich an die Spieler der Mannschaft, sich in den Köpfen dieser neuen Herausforderung zu stellen.

Steffen Linke / 08.08.2017

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