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Kehrt neues Leben in Brache ein?

Kehrt neues Leben in Brache ein?

Schon bald könnte nichts mehr an die insolvente Drogeriekette erinnern. Das Haus soll sich in ein Gesundheitszentrum verwandeln.

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Weiterhin Keine Perspektive gibt es hingegen für den ehemaligen Penny-Markt samt Spieltreff und Gaststube an der Hermsdorfer Straße. Fotos: RK

Königswartha. Wird schon in absehbarer Zeit neues Leben in den seit Jahren leerstehenden Schlecker-Markt an der Neudorfer Straße einziehen? Rudolf Richter vom Regionalmanagement des Leader-Gebietes „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ ist in diesem Punkt recht zuversichtlich. Er geht davon aus, dass noch in diesem Monat Kaufverhandlungen des jetzigen Eigentümers mit einem Investor zum Abschluss gebracht werden können. Danach erfolge eine Planung für den Umbau des Gebäudes. „Es ist vorgesehen, eine Arztpraxis, eine Zahnarztpraxis sowie Räumlichkeiten für Facharztsprechstunden zu schaffen“, erklärte Rudolf Richter auf Anfrage. Bürgermeister Swen Nowotny begrüßte indes die Bemühungen, das Haus in neue Hände zu legen. „Wir wären auf jeden Fall froh, wenn aus der Idee eines modernen und barrierefrei zugänglichen Gesundheitszentrums im nördlichen Kreisgebiet Realität wird.“

Regionalmanager Richter bezifferte indes die notwendige Investitionssumme auf etwa 500.000 Euro. Zum Kaufpreis machte er keine Angaben. „Der Umbau soll ausschließlich nach dem Bedarf der künftigen Mieter erfolgen“, fügte der Fachmann hinzu. „Eine Unterstützung durch das Leader-Förderprogramm wird angestrebt, um die Investition stemmen zu können.“ In Bezug auf die vorhandene Infrastruktur sei der Standort sehr gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Auch Parkplätze gäbe es reichlich. Bereits im Vorfeld waren den Angaben zufolge umfangreiche Gespräche mit möglichen Interessenten geführt worden. „Bei erfolgreicher Realisierung des Projektes würde für die Gemeinde Königswartha ein attraktives und der heutigen Zeit entsprechendes Objekt entstehen“, konstatierte Rudolf Richter. „Der Leerstand einer im Zentrum von Königswartha liegenden Immobilie wäre damit beseitigt.“
Weiterhin keine positiven Signale gibt es dagegen für den vor sechs Jahren leer geräumten Discounter an der Hermsdorfer Straße. Auch nach dem 2016 erfolgten Eigentümerwechsel ist nicht absehbar, wann das etwa 700 Quadratmeter große Anwesen inmitten eines Wohngebietes aus seinem Dornröschenschlaf erwachen könnte. „Wir nutzen Gespräche, um die Immobilien zu vermitteln und Daten von Interessenten an die Eigentümer weiterzuleiten“, ließ Bürgermeister Swen Nowotny den Oberlausitzer Kurier wissen. Beim Schlecker-Markt sei das ebenfalls so gelaufen. Für einen möglichen Abriss des einstigen Pennys an der Hermsdorfer Straße sieht die Gemeinde keine Handhabe. „Das gilt, solange keine Gefahr für den öffentlichen Verkehrsraum ausgeht“, stellte das Gemeindeoberhaupt klar. Alle anderen Entscheidungen seien Sache des Eigentümers.

Das Gebäude war Ende der 80er als Konsum errichtet worden. Bis vor zwei Jahren gab es hier noch ein kleines Lokal, dessen Inhaberin schließlich auch die Reißleine zog und dem Haus den Rücken kehrte.
Mitstreiter einer Bürgerinitiative befürchten derweil, dass mit dem geplanten Umzug des Netto-Marktes an die Bahnhofstraße neuer Leerstand im Ort drohen könnte. Selbst Swen Nowotny musste noch vor wenigen Wochen gegenüber unserer Zeitung einräumen, dass er keine Kenntnis über eine konkrete Nachnutzung hat. Ihm zufolge gab es zwar Anfragen, jedoch seien bis dato keine verbindlichen Verträge geschlossen worden. Dagegen sprach Projektentwickler André Kunath bereits im März davon, dass ein Nachnutzungskonzept vorhanden ist. Es gäbe verschiedene Mietinteressenten aus dem Non-Food-Bereich. Unterdessen sollen am künftigen Standort des Discounters im Verlaufe dieses Monats nun endlich die Bauarbeiten starten. Davon geht zumindest die Gemeindeverwaltung aus. Auf dem freigeräumten Gutshofareal entsteht laut André Kunath ein Discount-Markt mit einer Nutzfläche von rund 1.500 Quadratmetern. Dieser wäre etwa 300 Quadratmeter größer als der jetzige an der B 96. Mehrere Gerichtsverfahren und eine Neuvergabe von Bauaufträgen hatten zu einer monatelangen Bauverzögerung geführt.       

Roland Kaiser / 13.09.2017

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