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Kulturelles Herzstück 
muss an den Finanztropf

Kulturelles Herzstück 
muss an den Finanztropf

Hier pocht das Herz des kulturellen Lebens in Neschwitz: Schloss und Park warten auf den Beginn der neuen Touristensaison.Foto: RK

Am Neschwitzer Schloss und im Park gibt es Sanierungsbedarf. Die Gemeinde als Schlossherrin sieht sich dabei auf weiter Flur alleingelassen.

Neschwitz. Die Sonne kämpft sich ab und an durch eine dichte Wolkendecke. Das Tauwetter der vergangenen Tage hat die Wege im Park aufweichen lassen. Keine Seele weit und breit. Allein ein gelber Bagger lenkt das Augenmerk auf sich. Er befreit in Sichtweite einen Wasserkanal von Schlammmassen. Rund ums Neschwitzer Schloss herrscht Aufbruchstimmung. Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm die neue Touristensaison. Ab dem 9. April soll auf dem Areal wieder Leben einkehren. Bis dahin will die Gemeinde die Uferbefestigungs- und Entschlammungsmaßnahmen an den Gewässern im Schlosspark zu einem glücklichen Ende gebracht haben. Kostenpunkt samt Wegebau: rund 200.000 Euro.

„Die Arbeiten sind die Folge der beiden Hochwasser in den Jahren 2010 und 2013“, erklärt Bürgermeister Gerd Schuster. Trotz des klammen Gemeindeetats kann sich diese die Kommune leisten. Der Freistaat macht’s möglich dank der hundertprozentigen Förderung. An anderer Stelle allerdings stellt sich Dresden quer. „Vom Land beziehen wir investive Schlüsselzuweisungen, die wir für dringend notwendige Sanierungsarbeiten an unserem Schloss allerdings nicht einsetzen dürfen. Und das, obwohl uns als Eigentümer das Denkmalschutzgesetz dazu verpflichtet, die historische Bausubstanz zu erhalten“, bedauert das Gemeindeoberhaupt. „Wir haben aus diesem Grund bereits mit tatkräftiger Unterstützung unseres Landtagsabgeordneten beziehungsweise unserer Bundestagsabgeordneten versucht, eine Lösung herbeizuführen. Bis zum heutigen Tag ist uns das nicht gelungen.“ Fenster und Dachkonstruktion warten sehnsüchtig auf eine Verjüngungskur. Zudem mussten mittlerweile die dekorativen Sandsteinvasen aufgrund der mangelnden Standsicherheit vom Dach des Schlosses geholt werden. Wann sie wieder zu sehen sind, ließ Gerd Schuster offen.

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Er weiß aus schmerzlicher Erfahrung, dass die Landesregierung derartige Sanierungswünsche gern als freiwillige Leistungen der Gemeinde abstempelt. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen. Der Einsatz von möglichen Förderprogrammen komme weiterhin nicht in Frage.

Ein Grund sind die Anschaffung eines umweltfreundlicheren Bauhoffahrzeugs, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung oder auch der geplante Straßenbau in Weidlitz. Ein anderer die fehlenden Eigenmittel im klammen Haushalt der Kommune.

Allein die Unterhaltung der Schlossanlage verschlingt jährlich zwischen 45.000 und 50.000 Euro. Allerdings scheint dieses Geld gut angelegt, wie der Veranstaltungskalender beweist. Das Barockschloss gilt in den kommenden Monaten wie schon in der Vergangenheit als gut ausgelastet. Neben zahlreichen Trauungen stehen erneut Schlosskonzerte, das traditionelle Lichterfest am Ende der Parksaison sowie diverse Ausstellungen an. Ein Kunsthandwerkermarkt ist vor Ort genauso anzutreffen wie die Neschwitzer Schlagernacht, die der SV Blau-Weiß am 17. Juni ausrichtet. Vereinsangaben zufolge hat Schlagerstar Nicole genauso ihr Kommen zugesagt wie die Jungs von „voXXclub“. Darüber hinaus gibt es für all seine Fans ein Wiedersehen mit Frank Schöbel.

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Im Schnitt besuchen 29.000 Gäste pro Jahr die barocke Anlage.                                 
 

Roland Kaiser / 28.02.2017

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