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Magische Nächte bald im Hotherturm

Magische Nächte  bald im Hotherturm

Ralph Kunze in seinem künftigen „Wohnzimmer“: In einer Etage des altehrwürdigen Hotherturms will der Görlitzer Magier schon ab Mitte nächsten Jahres sein Publikum verzaubern. | Foto: fum

Görlitz. Lange war er weg, nun ist er wieder da – und das mit einem Knallbonbon: Magier Ralph Kunze verwandelt den altehrwürdigen Hotherturm in einen Zauberturm. Wahrscheinlich ab Mitte nächsten Jahres soll das Publikum hier magische Nächte erleben können.

Noch befindet sich der gebürtige Görlitzer sozusagen im „Aufgalopp“. Mit seiner Show „Magiluna“ am Freitag, 23. September, 19.30 Uhr, im großen Saal des hiesigen Theaters zeigt er dem interessierten Publikum, was ab nächstem Jahr im historischen Hotherturm zu erwarten ist. Kunze will Magie in seine Heimatstadt bringen, „die es hier auf diesem Niveau bisher nicht gegeben hat.“ Dabei besitzt auch der Name seiner Show etwas nicht Alltägliches: „Magiluna“ ist die Verschmelzung von Zauberkunst und Mond – das passt zum Hotherturm, meint Kunze.

Magie von einem anderen Stern wird zwar nicht geboten, aber all das, was der 55-Jährige in seinem bisherigen Berufsleben an bezaubernden Tricks zusammengetragen und selbst erfunden hat. Das ist eine ganze Menge. Immerhin ist Kunze schon seit 45 Jahren der Zauberkunst verfallen – zuerst als Hobby, später im Hauptberuf. Zuletzt war der Magier europaweit unterwegs, zum Beispiel am Zaubertheater Wien, in Theatershows, bei Fachkongressen oder als Dozent bei der Gesellschaft europäischer Mentalisten. Die gute Vernetzung in der Welt der Zauberer will der Künstler natürlich auch künftig nutzen.

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Von seinem Atelier am Hirschwinkel ist es nur ein „Katzensprung“ bis zum Hotherturm, der mit seiner grünen Berankung aussieht wie ein kleines Märchenschloss. „Die Idee, daraus einen Zauberturm zu machen, trage ich schon 15 Jahre mit mir herum. Aber da ich ständig unterwegs war, bin ich nie dazu gekommen, sie anzupacken.“ Das sieht nun ein wenig anders aus. Vor rund zwei Jahren hat Kunze zurück zu seinen Wurzeln gefunden, seine künstlerische Heimat wieder nach Görlitz verlegt und mit Kathrin Kurz eine Lebenspartnerin, die ebenfalls aus der Zauberbranche kommt, sich vor allem aber dem jüngeren Publikum widmet. Das hilft ihm, ein Ganztagskonzept für den Hotherturm zu initiieren: „Vormittags wollen wir hier mit Schulklassen arbeiten, abends dann Vorstellungen für Erwachsene bieten. In welcher Häufigkeit das sein wird, muss die Zeit zeigen. Ich denke aber, dass in den Sommermonaten mindestens einmal gespielt wird, in der kalten Jahreszeit dann sicherlich häufiger“, blickt der Magier voraus, der sein Hauptklientel nicht nur in den Görlitzern und Zauberfans aus dem Umland sieht, sondern auch in den Touristen, die übers Jahr zu Tausenden in die Neißestadt kommen.

Dafür will Kunze tief in seine „Trickkiste“ greifen und mit seiner über 30 Stunden umfassenden ständig verfügbaren Programmkapazität mehrere Veranstaltungsprofile ins Leben rufen. Auch Kollegen sollen im Zauberturm ihre magischen Stunden haben. Und im Sommer soll es Zaubershows im Freien vor dem Hotherturm geben. „Das Gelände ist vom Profil her fast wie ein Amphi-Theater. Bei Abenddämmerung, mit Licht- und anderen Showeffekten kann das etwas richtig Tolles werden.“

Open Air rechnet Ralph Kunze mit bis zu 60 Plätzen, im Inneren des Hotherturmes sollen auf der „Vorführ-Etage“ 35 Gäste die Veranstaltungen verfolgen können. Generell ist das einst zum Verteidigungsring der Stadt gehörende Bauwerk ideal geeignet für seine Zwecke, findet er. Und hat mit dieser Überzeugung offenbar auch die Stadt als Eigentümerin der Immobilie hinter sich gebracht. Ein fünfstelliger Betrag soll investiert werden, um den Turm vermietbar zu machen, Toiletten einzubauen, elektrische Leitungen und eine Heizung zu installieren und das bisherige Kaltdach zu einem Warmdach zu machen. Wichtig ist zudem ein zweiter Fluchtweg, für den es aktuell zwei Varianten gibt. Laut bisheriger Planung soll Kunze den dann „aufgerüsteten“ Hotherturm im April 2017 übergeben bekommen. Danach rechnet er mit weiteren zwei Monaten, um ihn seinen zauberspezifischen Bedürfnissen anzupassen.

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Vieler intensiver Gespräche hat es bedurft, um vor allem den Denkmalschutz von der künftigen Nutzung des Hotherturmes zu überzeugen. So waren Experten der Oberen Denkmalschutzbehörde Dresden mehrmals vor Ort, um sich die Gegebenheiten anzusehen. Auch mit Kulturbürgermeister Michael Wieler und Rolf Weidle von den Bürgern für Görlitz stand Kunze in ständigem Kontakt, um seine Idee in die Fraktionen des Stadtrates zu tragen. Hilfe gab es zudem von der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ), dort ebnete man ihm den Weg durch den Behördendschungel.

Perspektivisch, „spinnt“ der Zauberer seinen Gedanken weiter, könnte der Hotherturm das „magische Zentrum“ der Region werden. Denn Vergleichbares gibt's mit dem „Dresdener Zauberschloss“ erst in der Landeshauptstadt, ein spezieller Zauberturm existiert bisher nur einmal in Deutschland – in Nürnberg. „Ich denke, diese Sache kann richtig gut und für Görlitz ein weiteres Alleinstellungsmerkmal werden.“

Frank-Uwe Michel / 19.09.2016

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Kommentare zum Artikel "Magische Nächte bald im Hotherturm"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Magda M. schrieb am

    Das man diesem Menschen noch eine Plattform gibt, unverständlich.

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