Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

Malle-Jörg ist schon wieder verduftet

Malle-Jörg ist schon wieder verduftet

Da hing der Himmel noch voller Geigen: Jörg Rokitta im Januar vor Beginn der Umbauarbeiten im Bahnhof Neukirch-Ost. Foto: Archiv

Das ging ziemlich zügig: So schnell wie er auftauchte, ist Jörg Rokitta schon wieder aus dem Bahnhof Neukirch-Ost verschwunden. Nicht, ohne Ärger zu hinterlassen.

Neukirch/Lausitz. Was tut sich am Bahnhof Neukirch-Ost? Als der Oberlausitzer Kurier im Januar exklusiv von den großen Plänen des „Malle“-Rückkehrers Jörg Rokitta, einem breiten Publikum aus der Vox-Serie „Goodbye Deutschland“ bekannt, berichtete, schlug dies am Fuße des Valtenbergs ein wie eine Bombe. 
In die Freude über das erklärte Vorhaben, die Gastronomie am Bahnhof Ost wiederzubeleben, mischte sich allerdings schon damals eine gehörige Portion Skepsis. Zu schillernd erschien Vielen die Person des Mallorca-Auswanderers, der in seiner früheren Wahlheimat viel begonnen, aber nichts wirklich zu Ende gebracht hatte. Oder mit seinen eigenen Worten: „Die Tatsache, dass ich als Stehaufmännchen trotz mehrerer Fehlgriffe in der Gastronomie nie aufgegeben habe, machte mich bei den Mallorca-Fans sehr populär.“
So stellte sich die Frage: Würde es Jörg Rokitta gelingen, seine Pläne zu verwirklichen, und wenn nein, wie lange würde es dauern? 

Nun, dass es so schnell geht, hätten sicher die Wenigsten gedacht. Denn bereits jetzt, nur knapp zweieinhalb Monate später, hat sich der Möchtegern-Bahnhofsgastronom aus dem Staube gemacht. 
Immerhin hatte es noch zu einer Eröffnungs-Faschingsparty gereicht, welche die Erwartungen – der Resonanz in den sozialen Medien nach zu urteilen – bereits eher enttäuscht als erfüllt hatte. Doch zumindest dieses erste Vorhaben hatte Jörg Rokitta noch in die Tat umgesetzt. Irgendwann zwischen der Feier und dem heutigen Tag zog er dann die Reißleine. Eine ganze Menge Leute zurücklassend, die stinksauer auf ihn sind. 
Doch wo ist Jörg Rokitta jetzt? Seine Spuren im weltweiten Netz hat der Pendler zwischen den Welten verwischt, die Website ist abgeschaltet, der letzte Eintrag im Facebook-Profil stammt von 2015. Am Telefon meldet sich fortwährend die Mailbox, die E-Mail-Adresse generiert Fehlermeldungen. Scheint so, als hätte „Malle-Jörg“ der Liste seiner „Fehlgriffe“ ein weiteres, diesmal nur kurzes Kapitel hinzugefügt. Lediglich über das Portal „promibooking.com“ kann man ihn angeblich für 600 Euro pro Tag als DJ, für Moderation oder für Show-Kochen buchen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten vom Bahnhof Neukirch-Ost. Eine kurze Stippvisite offenbart nämlich Erstaunliches. Die von Jörg Rokitta eröffnete Baustelle liegt nicht etwa brach, nein, hier wird gearbeitet! 
Eine Gruppe von Männern trägt Säcke mit Baumaterial durch die offene Tür, die in den früheren Gastronomiebereich führt. Einer von ihnen stellt sich als Eigentümer des Bahnhofes vor. 
Nach Jörg Rokitta befragt, sagt er: „Der ist weg, keiner weiß, wohin. Doch so können wir das hier nicht lassen, und so bauen wir weiter.“ Das Ziel bleibt die Wiederbelebung der Bahnhofsgastronomie. 
Der Oberlausitzer Kurier wird in einer seiner nächsten Ausgaben ausführlich über diesen Aspekt der Geschichte berichten.

Uwe Menschner / 15.04.2018

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel