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Mit Blaulicht durch 
den Baustellenstau

Mit Blaulicht durch 
den Baustellenstau

Mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz: Wie auf der Steinstraße kann sich der Rettungsdienst in Bautzen derzeit nicht überall problemlos zwischen anderen Autos hindurchschlängeln. Foto: RK

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Bis 10. Juni eine Baustelle: der Schliebenkreisel. Sobald die Finanzierung geklärt ist, soll der Kreisverkehr gestaltet werden. Foto: RK

Ganz Bautzen stöhnt derzeit unter den Straßenbaustellen im Zentrum der Spreestadt. Drei längerfristige Maßnahmen haben immer wieder Staus im Stadtgebiet zur Folge. Rettungsdienst und Feuerwehr wird in diesem Zusammenhang so einiges abverlangt.

Bautzen. Rettungsdienstleiter Tino Eichelberger beschreibt die Situation aus der Sicht seiner Mitarbeiter mit einer gewissen Gelassenheit. Doch tief im Innern sehnt selbst er sich ein Ende der Langzeitbaustellen am Schliebenkreisel, an den Schilleranlagen und auf der Zeppelinstraße herbei. Gerade im Berufsverkehr heißt es dieser Tage, Nerven bewahren und durch. Tschirnerstraße, Friedensbrücke und ein Teil der Dresdener Straße in Richtung Innenstadt entpuppen sich unter der Woche schnell einmal als Staufalle. Gefährlich wird es, wenn Autos aufgrund des Schlangestehens nicht mehr von der Kreuzung runterkommen, wie es des Öfteren im Bereich des Lauengrabens zu beobachten ist. „In Bautzen stehen meine Kollegen aufgrund des sehr hohen Verkehrsaufkommens vor einer besonderen Herausforderung – vor allem zu Arbeitsbeginn und zum Feierabend. Dann benötigen sie sehr viel Geduld, um zum Notfallort zu gelangen. Vielleicht hätte es im Vorfeld eine bessere Abstimmung zur zeitlichen Abfolge der Baumaßnahmen geben sollen“, übt sich der DRK-Retter vorsichtig in Kritik. Allerdings schiebt er gleich hinterher: „Wir als Leistungserbringer in der Notfallrettung müssen damit umgehen können.“ Dass die 12-minütige Hilfsfrist außerhalb der Stadt nicht immer eingehalten werden kann, wurmt ihn. Zum Glück sei jedoch noch kein Patient aufgrund der Baustellen zu Schaden gekommen. Hauptsächlich der Westen und Süden von Bautzen ist in punkto Erreichbarkeit von den Baumaßnahmen stark betroffen. Etwas entspannter wäre die Situation, gäbe es bereits jenseits der Baustellen die Rettungswache in Stiebitz. Doch die befindet sich selbst noch im Bau. Ihre Fertigstellung ist für Ende Juni veranschlagt.


Besser sind die Kameraden der Feuerwehr aufgestellt. Aufgrund der Ortswehren, erläutert der Leiter der Bautzener Berufsfeuerwehr Markus Bergander, ist ein flächendeckender Brandschutz sichergestellt. Die Einhaltung der Hilfsfrist werde gewährleistet. „Meine Mitarbeiter sehen in der momentanen Baustellensituation keine Besonderheiten. Auch von irgendwelchen Gefahrensituationen haben die Kameraden bislang nichts berichtet“, erklärt der Profi. „Wir informieren unsere Mitarbeiter rechtzeitig, besprechen mit ihnen alternative Anfahrtswege und berücksichtigen diese bei den Einsätzen.“

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Freie Fahrt durch den Schliebenkreisel gibt es erst mit dem zweiten Juniwochenende. Das haben Rathaus und Baufirma per Vertrag festgelegt. „Die Stadtverwaltung sieht keinen Spielraum, die Bauzeit zu verkürzen“, ließ Baubürgermeisterin Juliane Naumann auf Anfrage wissen.

Wir sind eher bemüht, gemeinsam mit der beauftragten Firma die Arbeiten trotz aller widrigen Einflüsse zeitlich im genannten Rahmen zu halten.“ Das Straßenbauunternehmen habe einen eingeschränkten Spielraum, die täglichen und wöchentlichen Arbeitszeiten zu verlängern. Vertraglich sei das Arbeiten an Samstagen nicht vereinbart worden, da sich die Baustelle in unmittelbarer Nähe eines Wohngebietes befände. Juliane Naumann: „Anwohner haben einen Anspruch darauf, dass die Belastungen durch Staub und Lärm minimiert werden und außerhalb von Wochenenden und Ruhezeiten stattfinden.“


Inzwischen ist zumindest ein weiteres Etappenziel erreicht worden. Seit dieser Woche lässt sich die Neustädter Straße vom Schliebenkreisel aus wieder direkt erreichen – und damit unter anderem die Neusalzaer Straße. Nicht möglich ist hingegen ein Abbiegen auf die Schliebenstraße, um auf dem kürzesten Wege zur Autobahnanschlussstelle Bautzen West zu gelangen. Autofahrer müssen für den Fall die Westumfahrung nutzen. Auf den Verkehr in der Tschirnerstraße und stadtauswärts auf der Friedensbrücke wird das aller Wahrscheinlichkeit nach vorerst keine spürbaren Auswirkungen haben. Dort sind Autofahrer weiterhin dazu gezwungen, mehr Zeit einzuplanen.

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Die Kollegen von Tino Eichelberger indes setzen darauf, dass ihnen bei Notfalleinsätzen der Weg so schnell wie möglich freigemacht wird – auch an Engstellen wie dem Schliebenkreisel.

Roland Kaiser / 17.04.2017

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