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Nachwirkungen 
eines Fußballspiels

Nachwirkungen 
eines Fußballspiels

Der Wesenitzsportpark wurde eigentlich hauptsächlich als Leichtathletikstadion modernisiert. Das Fußballspiel gegen Lok Leipzig hat Schäden hinterlassen. Foto: Archiv

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Der „Gästeblock“ (im Hintergrund) war Hauptschauplatz der Randale, die von den Lok-Fans verübt wurde.

Die durch die Randale am Rande des Pokalspiels des BFV 08 gegen Lok Leipzig entstandenen Schäden am Wesenitzsportpark sind bislang nur zum Teil behoben. Es gibt noch Klärungsbedarf.

Bischofswerda. Der 26. März 2017 ging als eher düsterer Tag in die Geschichte des Bischofswerdaer Fußballs ein. Und das lag nicht daran, dass die heimischen BFV 08-Kicker das Pokalspiel gegen Lok Leipzig im Elfmeterschießen mit 3:5 verloren. Im Gegenteil, im Vergleich mit dem höherklassigen und favorisierten Kontrahenten stellte dies ein sehr achtbares Ergebnis dar.

Düster gestalteten sich eher die Begleitumstände der mit viel Spannung und Vorfreude erwarteten Partie. In der nüchternen Sprache des Polizeiberichtes las sich das folgendermaßen: „Die Polizei registrierte im Zusammenhang mit der Sportveranstaltung 15 Straftaten wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Hausfriedensbruch, Verstöße gegen das Sprengstoff- und Versammlungsgesetz sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Bis zum Ende des Einsatzes wurden der Polizei sieben verletzte Personen bekannt, darunter auch zwei leicht verletzte Polizisten der Bereitschaftspolizei.“ Den vermutlichen Sachschaden bezifferte die Polizeidirektion Görlitz damals mit „mehreren 10.000 Euro.“

Nun, diese Schätzung hat sich als zu hoch erwiesen. Wie der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Sascha Hache, auf Anfrage mitteilt, liegt die Gesamtschadenssumme im Wesenitzsportpark bei circa 3.000 Euro. Betroffen seien „die Bereiche Laufbahn, Umzäunung und Gästetoiletten.“ Die Schäden wurden mittlerweile behoben – mit Ausnahme der Laufbahn. Doch auch diese werde nun kurzfristig repariert. Die Beschädigung der Laufbahn stellte ein besonderes Ärgernis dar, war diese doch erst im Zuge der Stadionsanierung zwei Jahre zuvor hochwertig erneuert worden. Regressansprüche gegen die Verursacher können laut Sascha Hache erst erhoben werden, wenn die entsprechenden Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sind – dies sei noch nicht der Fall.

Abgeschlossen ist hingegen die sportjuristische Aufarbeitung der Geschehnisse. So verurteilte das Sportgericht des Sächsischen Fußballverbandes den 1. FC Lokomotive Leipzig zu einer Geldstrafe von 7.500 Euro. In dem Urteil heißt es: „Für das Fehlverhalten seiner Fans haftet der Verein.“ Dem BFV 08 hingegen wurde nur eine marginale Mitschuld zuerkannt und mit 150 Euro sanktioniert. Dabei hatte es bereits vor dem Spiel massive Bedenken gegen die Austragung im Wesenitzsportpark gegeben. Die Lok-Verantwortlichen hatten unter anderem auf die steile Gästetribüne und die zu niedrigen Geländer verwiesen, die nicht den Anforderungen eines Spiels mit mehreren Tausend Besuchern entsprächen. Lok hatte dem BFV 08 auch angeboten, ihm das Heimrecht abzukaufen, was allerdings abgelehnt worden war.

Uwe Menschner / 18.07.2017

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Kommentare zum Artikel "Nachwirkungen 
eines Fußballspiels"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Schuricht schrieb am

    Zu ihrem Bericht einige notwendige Bemerkungen:
    1.Die Randalen begannen keine Lok-Fans, sondern KRIMINELLE! Seit längerer Zeit hat
    dieses Klientel bei Lok Stadionverbote und diese haben im Rahmen von strengen Einlasskontrollen keinen Zugang zum Stadion bei Heimspielen!
    2. Die Arroganz, Überheblichkeit und sicherheitspol. Naivität der Verantwortlichen des BFV mit den ca. 150 Zusehern in ihrer "Kampfbahn" mit bestenfalls Landesklasse
    Infrastruktur führte dazu, in ein Leichtathletikstadion auszuweichen, welches mit mobilen Bauzäunen im Gästeblock "gesichert war", wie auf einer Baustelle üblich!!!
    3. Das faire Angebot von Lok, das Spiel für 10 T Euro zu tauschen, wurde abgelehnt!
    4. Das BFV-Präsidium investiert das vorhandene Geld offenbar lieber in relativ teure Spieler aus der Region DD,als in eine sichere Infrastruktur.
    5.Schuld an der allseits zunehmenden Gewalt bei Sport- und anderen Veranstaltungen
    (Schorndorf, HH,Berlin...)ist die Demokratie-Faselei der CDU/SPD-Herrschenden gegenüber den gewaltbereiten und-vollziehenden KRIMINELLEN! 15 Straftaten begangen und noch kein Verfahren beendet und die Täter abgeurteilt. D wird von diesen Tätern nicht mehr ernst genommen! D wird in bezug auf Innerer Sicherheit von hochbezahlten AMATEUREN offenbar regiert!

  2. Beobachter schrieb am

    So wie sich das liest, wollte der BFV 08 Schäden provozieren. Das Verbandsurteil „Für das Fehlverhalten seiner Fans haftet der Verein.“ klingt für mich nach Sippenhaft und nach dunkelsten Zeiten dieses Landes. Ich hoffe, dass dagegen etwas unternommen wird.

  3. Hartmut Witt schrieb am

    Es war ein sehr schwarzer Tag für den Fußball insgesamt ! Leider wurde vorher nicht auf die Mahnungen des FCL eingegangen , Sturheit des Bischofswerdaer Vorstandes sind für mich der Hauptgrund das Krawalltouristen sich dieses Spiel ausgesucht haben , schlechte Vorbereitung insgesamt und ein Fußballverband der in seiner Arroganz nicht zu übertreffen ist denn ansonsten hätte er das Spiel nicht auf diesem Sportplatz stattfinden lassen !
    Meiner Meinung nach hätte Bischofswerda wegen nicht ausreichender Sicherheit eine höhere Strafe verdient ! Heimverein und der sächsische Fußballverband hat in höchstem Maße und auf allen Ebenen versagt !!!!!
    Zum Schluß möchte ich das Schiedsrichterteam fragen wollen , warum sie das Spiel überhaupt angepfiffen haben bzw. im Vorfeld diese Partie wegen Sicherheitsmängeln abgesagt ?

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