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Viele Tipps für Liebe, Lust und neues Leben bei der Ehewoche

Viele Tipps für Liebe, Lust und neues Leben bei der Ehewoche

Das Ehepaar Knoth gibt aus eigenen Erfahrungen in der Ehewoche in Jonsdorf Tipps für Liebe, Lust und neues Leben in der zweiten Halbzeit. Foto: privat

Das Ehepaar Knoth aus Plauen gibt bei der Ehewoche vom 21. bis 25. November im Haus „Gertrud“ in Jonsdorf Tipps für Liebe, Lust und neues Leben. Das Thema lautet: „Mit Freuden in die zweite Halbzeit.“ Steffen Linke, Redakteur des „Oberlausitzer Kurier“, unterhielt sich mit Elisabeth und Manfred Knoth dazu. Die beiden betreiben in Plauen eine entsprechende Beratungspraxis.

Frau und Herr Knoth, wie und wann haben Sie sich eigentlich einst kennengelernt?

Elisabeth Knoth: Das war im Sommer 1982 auf einem wunderschönen romantischen Schloss.

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Hatten Sie damals Schmetterlinge im Bauch bzw. wie war das für Sie, jung verliebt zu sein?

Elisabeth Knoth: Das war sehr unterschiedlich. Bei dem einen ging es halt etwas schneller als beim anderen.

War es denn Liebe auf den ersten Blick?

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Matthias Knoth: Es war Liebe auf den zweiten Blick.

Elisabeth Knoth: Wir haben uns erst kennen- und dann liebengelernt.

Herr Knoth, was hat Ihnen damals an Elisabeth gefallen?

Matthias Knoth: Ihre offene Art, natürlich ihr Äußeres und ihre Offenheit, miteinander über viele Themen zu diskutieren. Das war einfach toll.
Und was hat Ihnen, Frau Knoth, an Matthias gefallen?

Elisabeth Knoth: Er war lebensbejahend, konnte sehr humorvoll sein und ist ausgesprochen musikalisch.

Wie hat sich dann Ihre Liebe weiterentwickelt?

Elisabeth Knoth: Wir haben ganz klassisch angefangen, uns Briefe zu schreiben, hin und wieder verabredet und viel miteinander geredet.

Wann haben Sie geheiratet? Und welche Erinnerungen haben Sie noch an Ihre Hochzeit?

Elisabeth Knoth: Das war im Mai 1984. Wir haben auf einem Rittergut ganz klassisch mit Kutsche, schönem Kleid, großer Familie und Freunden geheiratet. Es war einer unserer schönsten Tage im Leben.

Sie sind jetzt über 30 Jahre verheiratet. Welches Rezept können Sie aus Ihren eigenen Erfahrungen anderen Paaren geben?

Elisabeth Knoth: Definitiv reden, reden und nochmals reden. Und es gibt sozusagen noch einen Joker, einen wunderbaren Spruch in der Literatur des ersten Jahrhunderts: Lasst die Sonne über euren Zorn nicht untergehen, ehe ihr verzeiht. Bevor wir einschlafen, wollen wir Dinge klären. Einige können wir sofort klären. Bei anderen haben wir einen gewissen Zwischenstand, den wir dann terminieren. Das gebe ich auch jungen Paaren mit. Wenn ihr euch hinlegt und einschlaft mit euren Sorgen, vermehren die sich über Nacht. Das merken wir auch in unser Beratungspraxis. Zu uns kommen Paare, die sich streiten und schon gar nicht mehr wissen über was. Die wachen mit einer negativen Grundstimmung auf und fangen an herumzunörgeln und herumzujammern.Das ist der Tod.

Stellt sich aber nicht bei jedem Ehepaar mal eher und mal später der Alltag ein?

Elisabeth Knoth: Alltag muss doch nichts Schlimmes sein. Was gefährlich ist, wäre Routine. Im Alltag bewältige ich aktiv mein Leben. Das ist vollkommen normal. Man kann doch auch einen wunderschönen Alltag haben. Deshalb ist es wichtig, immer wieder seine eigene Lebendigkeit in die Beziehung hineinzubringen und etwas Verrücktes zu machen.

Sie selbst betreiben in Plauen eine Beratungspraxis, in der auch Ehe- und Lebensberatung sowie Coaching und Training für Führungskräfteangeboten werden. Wo liegen aus den Erfahrungen mit Ihren Klienten heraus die größten Gefahren, dass die Liebe in der Ehe im Laufe der Zeit einschläft bzw. in die Brüche geht?

Elisabeth Knoth: Es handelt sich in der Regel um Missverständnisse. Der eine sagt etwas, der andere hört nur aus seiner Warte zu. Ich frage nicht nach und kläre es nicht. Und dann kann es in vollkommen unterschiedliche Richtungen gehen. Es ist verheerend, nicht mehr darüber zu sprechen.

Welche Rolle spielen in einer Ehe persönliche Schicksale bzw. Zwischenfälle im Leben? Wenn zum Beispiel ein Partner arbeitslos wird, erkrankt oder die Kinder aus dem Haus sind?

Elisabeth Knoth: Die Frage besteht doch darin, wie ich gemeinsam lerne, schwierige Situationen zu bewältigen. Das kann immer eine Herausforderung, aber auch immer ein Wachstumspotenzial sein.

Inwieweit spielen auch Geld und Sex in einer langjährigen Ehe eine Rolle?

Matthias Knoth: Beides spielt eine große Rolle. Wieso nicht? Wir betrachten die Sexualität als tolles Geschenk. Geld – das erfahren wir gerade in der Beratung – ist ein großer Scheidungsgrund. Bei den Finanzen bedarf es guter und gemeinsamen Absprachen, sodass jedem klar ist, was beide mit dem Geld anfangen und was wir machen, wenn wir wenig zur Verfügung haben. Auf was legen wir Wert? Wo setzen wir Prioritäten? In was wollen wir investieren? Wen wollen wir unterstützen? Darüber muss bei beiden Klarheit herrschen.

Welche Tipps können Sie aus Ihren eigenen Erfahrungen für Wege aus der Tristesse und Krisen zeigen?

Matthias Knoth: Das sind für uns zwei verschiedene Dinge. Bei Tristesse sollte man wie schon gesagt mal etwas Neues wagen, etwas Verrücktes tun, neue Themen erschließen, vielleicht mit einem neuen Hobby den anderen begeistern. Eine Krise ist vom Namen her ein Wendepunkt im Leben. Eine Situation, die eine Entscheidung braucht. Das bedeutet: Ich stelle mich dieser Krise, diesem Wendepunkt und treffe jetzt eine Entscheidung, was ich verändern muss, damit wir als Paar in der Beziehung aufs nächste Level kommen. Es muss eine Entscheidung sein, dass man diese Dinge annimmt, dass man sie miteinander bespricht und kommuniziert. Dann ergibt sich daraus auch eine Chance.

Wie lange lohnt es sich denn, um eine Beziehung zu kämpfen?

Matthias Knoth: Im Prinzip lohnt es sich immer, wenn einem der Partner alles wert ist.

Was kann nun jeder selbst tun, damit die Beziehung auch nach 10, 20 oder 30 Jahren noch prickelt und es mit Volldampf in die zweite Hälfte geht?

Matthias Knoth: Auf jeden Fall die Bereitschaft, sich zu verändern. Dann gibt es auch so eine schöne 60 zu 40 Regel. Das bedeutet: Ich tue immer etwas mehr für den anderen, als ich von dem anderen erwarte. Wenn das jeder wechselseitig macht, dann ist man mehr für den anderen da wie für sich selbst. Ich investiere etwas mehr, als was ich bekomme.

Elisabeth Knoth: Jedes Auto darf spätestens aller zwei Jahre zum TÜV. Unsere Ehe ist um vieles mehr wert bzw. sollte auch länger halten als ein Auto. Das heißt: Wir gönnen uns in unserer Ehe immer mal wieder was Gutes. Wir sehen, wie wir miteinander gut alt werden können. So gehen wir mit Volldampf in die zweite Hälfte.

Herr Knoth, Wie verwöhnen Sie Ihre Frau nach 30 Ehejahren?

Matthias Knoth: Wenn ich gut zuhöre, bekomme ich es raus, was Sie für Wünsche hat. Ich verbringe auf jeden Fall Zeit mit ihr. Das ist ein großer Punkt genauso wie das Thema Freiraum. Dass ich sie tun lasse, was ihr Freude macht.

Und wie verwöhnen Sie Ihren Mann nach so vielen Ehejahren, Frau Knoth?

Elisabeth Knoth: Was mein Mann auf alle Fälle braucht, sind Respekt und Achtung. Ich achte ihn. Ich rede nicht schlecht über ihn. Ich rede auch nicht vor anderen Leuten über ihn.
Ich kritisiere ihn auch nicht vor anderen Leuten und akzeptiere ihn auch als denjenigen, der mir der wichtigste Mensch im Leben ist. Und das hat auch etwas mit Freiraum zu tun. Er geht mal zum Sport. Ich mache etwas Kreatives. Der eine macht Musik, der andere liest lieber. Ich nehme ihn ernst in seinen Wünsche und Bedürfnissen.

Welche Wünsche begleiten Sie zur Ehewoche in der christlichen Ferienstätte „Haus Gertrud “ in Jonsdorf?

Elisabeth Knoth: Dass die Teilnehmer offen sind, über sich selber zu reflektieren, dass sie bereit sind, an Veränderungen zu arbeiten und dass wir miteinander eine sehr humorvolle Woche erleben.

Diese Woche richtet sich an Paare ab 40 Jahren, die nach Kindererziehung und Schritten auf der Karriereleiter neu mit Lust und Leidenschaft in die nächsten Ehejahre starten wollen.

Steffen Linke / 22.11.2016

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