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Vom eckigen Barren zum eleganten Rad

Vom eckigen Barren zum eleganten Rad

An vielen Stellen im Produktionsprozess ist Handarbeit angesagt – wie hier beim Entgraten der „Roh-Räder“ durch Sandro Lange.

Kodersdorf. Was für eine rasante Entwicklung: Am 13. Mai 2015 war der erste Spatenstich für das Werk der Borbet GmbH in Kodersdorf erfolgt. Am 13. April dieses Jahres wurde das erste Leichtmetallrad gegossen. Mittlerweile ist die erste Ausbaustufe mit acht Gießmaschinen und 130 Mitarbeitern vollendet, bis zum Jahresende soll die Vollauslastung mit 32 Maschinen und 480 Beschäftigten erreicht sein.

Die fein säuberlich aufgestapelten Barren glänzen silbrig in der Sonne. „Doch aus Silber bestehen sie nicht“, erklärt Reiner Dürkop lachend. Vielmehr bilden Aluminium und Silizium die Hauptbestandteile des hellmetallisch schimmernden Vorrats. AlSi7 lautet die Zauberformel für den Stoff, aus dem die Räder sind – jene Räder, die von Kodersdorf aus bald massenweise ihren Weg zu nahezu allen bekannten Autoherstellern antreten werden. 2,5 Millionen Leichtmetallräder sollen nach Erreichen des Endausbaus jährlich die Werkstore passieren, wie der Kodersdorfer Borbet-Geschäftsführer betont. Bis sich die eckigen Barren in elegante und wohlgeformte Räder verwandelt haben, liegt ein weiter Weg vor ihnen. Diesen absolvieren sie komplett in Kodersdorf.

Neben den bereits erwähnten Aluminium und Silizium verleihen 52 Elemente dem „Stoff, aus dem die Räder sind“ die gewünschten Eigenschaften. Nach dem Schmelzen folgt das Gießen – dabei wird die Legierung in Form gebracht. „Durch ‚gelenkte Erstarrung’ verhindern wir, dass sich Löcher oder Risse bilden“, erläutert Reiner Dürkop. Die erste Abkühlung erfolgt an der Luft, anschließend taucht ein Roboter das „Roh-Rad“ in temperiertes Wasser.

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Was daraus wieder hervorkommt, erinnert in seiner Form durchaus schon an ein Autorad, bedarf allerdings noch vielfältiger und gründlicher Nachbearbeitung. Diese erfolgt sowohl maschinell als auch klassisch von Hand. Das Entgraten mit Hammer und Meißel erinnert durchaus an den Werkunterricht, erfolgt aber natürlich weitaus schneller und professioneller. „Die Bearbeitung der Oberfläche ist im Wesentlichen noch immer Sache des Menschen, während Maschinen für die ‚inneren Werte’ zuständig sind“, wie Reiner Dürkop erklärt.

Die den Anforderungen der Abnehmer entsprechende Optik lässt sich allein maschinell nicht erreichen – hierfür sind menschliche Intuition und handwerkliches Können erforderlich.

Gegenwärtig geht bei der Borbet GmbH in Kodersdorf die erste Ausbaustufe mit acht Gießmaschinen und 130 Mitarbeitern in Betrieb, in Kürze folgt die zweite Stufe. Die Vollauslastung mit vier Ausbaustufen (32 Maschinen, 480 Mitarbeiter) soll zum Jahreswechsel 2016/17 erreicht sein. „Dabei handelt es sich um eine rein quantitative Erweiterung, weitere Verarbeitungsschritte kommen nicht mehr hinzu“, wie Reiner Dürkop betont.   

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Auch der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) zeigte sich bei seinem Besuch am vergangenen Dienstag beeindruckt von der Erfolgsgeschichte an der Bundesautobahn 4, deren Wachsen er in den letzten Monaten zumeist vom Auto aus verfolgen konnte. „Bei meiner diesjährigen Sommertour geht es um innovative Unternehmen, und dafür haben wir hier ein Paradebeispiel“, erklärte er.

Uwe Menschner / 09.07.2016

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