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Waldbühne soll aufgepeppt werden

Waldbühne soll aufgepeppt werden

Der Chef der Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“, Uwe Hänchen, ist guter Dinge, dass die Tribünensanierung bald starten kann. Fotos: RK

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An dieser Stelle soll eine überdachte Kleinkunstbühne entstehen.

Keine Rückenschmerzen mehr und weitere Sitzmöglichkeiten: Die Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“ will ihrem Publikum künftig einen besseren Komfort auf dem Waldbühnenareal bieten und dieses zudem auf ganz besondere Weise dorthin locken. Doch das kostet viel Geld. Glücklicherweise zieht die Stadt am gleichen Strang. Sie unterstützt das Projekt.

Bischofswerda. Schiebock soll schon bald seinem Namen als Anlaufpunkt für alle Indianerfans und Anhänger von Romanautor Karl May mehr denn je alle Ehre machen. Das ist das erklärte Ziel der Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“. Im 25. Jahr ihres Bestehens möchten die Mitstreiter des Vereins die Idee ihres so genannten Waldbühnenpfades umsetzen. Dieser führt künftig vom Bahnhof der Stadt bis hin zur Spielstätte der kleinen und großen Westernhelden am Schmöllner Weg. Rund 60.000 Euro soll das Unterfangen kosten. Unterstützung erhält der Verein eigenen Angaben zufolge von der Landesdirektion Sachsen, der Landtagsabgeordneten Patricia Wissel und vor allem von der Kommune. Ebenfalls mit im Boot würden die Stadtratsfraktion der Linkspartei sowie der Kleiderfundus sitzen, so Simone Keimel, Mitglied der Spielgemeinschaft. Noch in diesem Jahr rechnet die Schiebockerin mit einem Baubeginn. Wenn alles wie geplant klappt, könnten die Arbeiten bereits im Laufe des kommenden Jahres Geschichte sein. „Den Pfad betrachten wir als eine neue touristische Attraktion, die es so hier zu Lande noch nicht gibt. Sie vervollständigt quasi die kleinsten Karl-May-Spiele in Bischofswerda. Das Angebot lässt sich aber auch außerhalb der Spielzeit von jedermann nutzen.“ Die insgesamt 13 Etappen schließen unter anderem eine große Indianerfigur, die Präsentation verschiedener Indianerstämme, ein Kanu zum Zusammenpuzzeln, vier indianische Bänke, das Lesen von Fährten, Balancierbalken, eine Fühlstation und sogar eine Hängebrücke ein.

Waldbühnentribüne steht Sanierung bevor

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„Dieser Pfad soll von allen Altersschichten genutzt werden können und Touristen aus der Umgebung begeistern. Er soll unseren Besuchern und auch den Schiebockern indianische Geschichte vermitteln sowie die Zeichensprache und Bemalungen erläutern. Die Kinder erhalten zudem die Möglichkeit, indianische Spielgeräte zu erkunden. Des Weiteren möchten wir Traumfänger sowie Totem- und Marterpfähle für alle verständlich darstellen und erläutern.“ Schließlich weise der Pfad noch ein echtes Schmankerl auf – ein großes indianisches Tipi-Zelt.

Dem langjährigen Chef der Spielgemeinschaft, Uwe Hänchen, schweben indes weitere Ziele vor Augen. Nicht nur eine Kleinkunstbühne im Eingangsbereich der Spielstätte soll mittelfristig aus dem Boden gestampft werden. Auch der Tribüne möchte er gemeinsam mit seinen Mitstreitern gern und möglichst zeitnah eine Verjüngungskur verpassen. Die Zeichen dafür stünden gut, meint er. „Bei diesem Projekt können wir ebenfalls auf eine breite Unterstützerfront bauen. In Dresden haben wir unsere Pläne bereits präsentieren dürfen. Dort wurde uns in Aussicht gestellt, diese wohlwollend zu begleiten.“ In Kürze werde der Fördermittelantrag durch die Stadt eingereicht, hieß es.

Vorgesehen ist, dass die Zuschauerbänke Rückenlehnen erhalten. Immerhin: Eine Vorstellung dauert im Schnitt 80 Minuten. „In solchen Fällen macht es Sinn, eine Sanierung des Tribünenbereiches endlich voranzutreiben.“ Darüber hinaus werden vier spezielle Stellplätze für Rollstuhlfahrer geschaffen. Die Technik zieht um. Sie bekommt dort, wo sich derzeit der Notausgang befindet und der zeitgleich zum Haupteingang umfunktioniert wird, ein neues Dach überm Kopf. Die in einigen Metern Höhe zu bauende Konstruktion ermöglicht, dass sich die hinteren drei Zuschauerreihen schließen lassen. „Damit sind wir in der Lage, weitere Sitzplätze für unser Publikum vorzuhalten“, erklärt Uwe Hänchen. Der Regisseur der Karl-May-Inszenierungen rechnet mit einer Investition im unteren sechsstelligen Bereich und einer Bauzeit von mehreren Jahren. „Ab 2019 wollen wir die Tribünensanierung schrittweise vorantreiben. Während der Vorstellungen sollen die Arbeiten eine Pause einlegen. Die Kleinkunstbühne im Eingangsbereich, auf der zu verschiedenen Anlässen weniger anspruchsvolle Produktionen beziehungsweise zum Tag der offenen Tür auch Ausschnitte aus den Karl-May-Spielen gezeigt werden können, nehmen wir als Letztes in Angriff.“

Weitere Akteure spielen auf

Fest stehe, so der Vereinschef: Mit Auszahlung der Fördermittel sei die Waldbühne am Schiebocker Stadtrand weitere 15 Jahre zu nutzen. So laute eine Bedingung des Fördermittelgebers. Um dieser gerecht zu werden, hat sich die Spielgemeinschaft bereits weitere Akteure aufs Areal geholt. Neben den Karl-May-Spielen, die vom 17. Juni bis 1. Juli unter dem Titel „Tödlicher Staub“ stehen und seit mehreren Saisonen über 10.000 Besucher in ihren Bann ziehen, werden 2018 erstmals junge Leute aus ganz Deutschland eine klassische Inszenierung von Schillers „Wilhelm Tell“ vor Ort aufführen. Dabei sein heißt es am 7. und 8. September jeweils ab 19.30 Uhr. Mehr Infos zu dieser Veranstaltung gibt es demnächst im Netz unter www.WilhelmTell2018.de. Zudem, so lässt es sich einem Flyer entnehmen, gibt es erneut eine Greifvogel-Flugshow. Diese ist im Vorfeld der Aufführungen der Spielgemeinschaft zu erleben – und zwar an den Wochenenden 23./24. Juni sowie 30. Juni/1. Juli. Adler, Falke, Eule & Co. gehört die Bühne an allen vier Tagen ab 13.00 Uhr. Zu guter Letzt verzaubert „Der Froschkönig“ die Zuschauer während der diesjährigen Märchenspiele. Diese finden vom 6. bis 15. Juli statt.

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Bequem anreisen zum Indianerspektakel

Was die Karl-May-Spiele anbelangt, halten die Veranstalter erneut einen kostenlosen Bus-Shuttle sowie kostenfreie Parkplätze in der Nähe der Waldbühne vor. „Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer an den Vorstellungstagen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme, da durch viele Fahrzeuge, Kinder und Tiere eine erhöhte Unfallgefahr besteht“, mahnt Uwe Hänchen zur Vorsicht. „Bitte bleiben Sie während der Vorstellung unbedingt hinter den Absperrungen und befolgen Sie die Anweisungen unserer Ordner.“       

Roland Kaiser / 11.05.2018

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