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Zweifel eher genährt als ausgeräumt

Zweifel eher genährt als ausgeräumt

Der Assalam-Verein betont, dass in der Bahnhofstraße keine Moschee entstanden sei. Gleichwohl können sich Moslems hier zum Gebet treffen. Foto: Matthias Wehnert

In der arabischen Sprache grüßt man mit „As-salamu salaikum“, zu deutsch „Friede sei mit dir/euch“. Aber auch in nichtarabischsprachigen Ländern ist der Gruß durch die Verbreitung des Islams gängig.

Görlitz. 
Ein Moslem ist sogar dazu gehalten mit Salam zu grüßen, denn im eigentlichen Sinne gilt der Gruß Glaubensbrüdern. Dass sich der neugegründete Assalam-Verein in Görlitz, der mit einem Begegnungszentrum an der Bahnhofstraße nun auch einen Ort für das Freitagsgebet von Moslems geschaffen hat, auf den Frieden beruft, klingt integrierend, hat damit jedoch auch eine gewisse missionarische Konnotation.

Der Assalam-Verein stellt den Versuch dar, nach der gescheiterten Moschee an der Spremberger Straße aufgrund damaliger Verbindungen zur radikal-islamischen Muslimbruderschaft, Görlitzer Moslems eine religiöse Heimat zu geben und zugleich Berührungsängste zu anderen durch Schaffung von Begegnungsräumen abzubauen. Den Verein tragen Deutsche und Zuwanderer insofern gemeinsam. Da der einstige Träger an der Spremberger Straße, die SBS, als Tarnveranstaltung von Muslimbrüdern galt, stellte Landtagsabgeordneter Sebastian Wippel (AfD) eine kleine Anfrage an die sächsische Staatsregierung. Sebastian Wippel teilt nun mit: „Das Innenministerium hat mir mitgeteilt, dass der Assalam-Verein personelle Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft aufweist. Ein Vorstandsmitglied des Vereins sei ebenfalls der Ansprechpartner für die Sächsische Begegnungsstätte (SBS) gewesen. Die SBS wird aufgrund extremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet.“

Man darf also gespannt sein, ob die Mitglieder des Assalam-Vereins etwaige interne Verstrickungen auflösen können. Letztlich hängt davon ab, ob alltägliche religiöse Bedürfnisse künftig in der Bahnhofstraße befriedigt werden können, ohne dauerhaft im Verdacht zu stehen, sich im Fahrwasser von Radikalen zu befinden.

Till Scholz-Knobloch / 22.04.2018

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Kommentare zum Artikel "Zweifel eher genährt als ausgeräumt"

Die in Kommentaren geäußerten Meinungen stimmen nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

  1. Torsten Happatsch schrieb am

    Guten Tag Herr Scholz-Knobloch,

    Zweifel sind hinsichtlich radikaler Einflüsse nachvollziehbar.
    Jedoch eine jahrhunderte alte Grußformel einer Weltreligion - ohne jede fundierte Begründung - gleich mit in Zweifel zu ziehen ist nicht hinnehmbar!
    Aber dazu noch einen AfD-Abgeordneten zu zitiern ist - bei vielen nachgewiesenen und belegbaren Verbindungen in die rechtskrimminelle Szene der “Alternative für Dumme” - nicht nur zweifelhaft sondern lächerlich.
    Möglicherweise haben Sie selbst ja einen “missionarisch konotierten” politischen Hintergrund. In dem Falle haben Sie wohl Ihren Beruf verfehlt.

    FG

    Torsten Happatsch

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