1.100 junge Bioabfallprofis

Kinder gingen auch selbst auf Entdeckungsreise. Foto: Veranstalter
Zittau. Mit Erfolg ist das deutsch-tschechische Umweltbildungsprojekt „Bioabfall ist kein Abfall!“ abgeschlossen worden: 2024 bis 2026 konnten 548 Kinder im Landkreis Görlitz durch das Naturschutzzentrum Zittauer Gebirge sowie weitere 554 Kinder auf tschechischer Seite beim Projektpartner Strevlík zu kleinen Bioabfallexperten ausgebildet werden. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage: Warum ist Bioabfall eigentlich kein Abfall? Kindergarten- und Grundschulkinder gingen dieser Frage auf vielfältige Weise nach. In einem interaktiven Puppentheaterstück erfuhren die Mädchen und Jungen von Regenwurm „Rudi“, Assel „Schredderfix“ und Springschwanz „Brunhilde“, dass Bioabfälle durch kleinste Bodenlebewesen in nährstoffreiche Erde umgewandelt werden. Anschließend gingen die Kinder selbst auf Entdeckungsreise: Ausgestattet mit Becherlupe und Binokular untersuchten sie die kleinen Bodenbewohner aus nächster Nähe, lernten einen gesunden Kompost aufzubauen. In Experimenten testeten die jungen Forscher zudem, welche wichtige Rolle ein gesunder Boden für den Wasserhaushalt spielt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die richtige Mülltrennung. Die Kinder setzten sich damit auseinander, warum Fremdstoffe wie Plastik nicht in die Biotonne oder auf den Kompost gehören und welche Auswirkungen Verunreinigungen auf die Qualität von Komposterde und Böden haben können.
Den Abschluss jeder Projektumsetzung bildete ein digitales deutsch-tschechisches Begegnungstreffen. Die Grundschulkinder testeten ihr Wissen bei einem gemeinsamen Quiz, während die Kindergartenkinder spielerisch Abfälle den richtigen Tonnen zuordneten und ihre Kenntnisse über Bodentiere unter Beweis stellten. Trotz Sprachbarrieren und räumlicher Entfernung gelang es den Kindern, mit einfachen Worten wie „Ahoj“, „Dobre“ und „Super“ sowie mit viel Applaus miteinander in Kontakt zu treten und sich gegenseitig zu motivieren.
Rund 1.100 Kinder in der Grenzregion erhielten ein Zertifikat als „Bioabfallprofi“.