Abrafaxe feiern in Bautzen den Goldenen Geburtstag

Die Abrafaxe kennen sich in Bautzen schon gut aus – hier inspizierten sie bei einem früheren Besuch den Fleischmarkt-Brunnen. Foto: Archiv
Wer Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre in der DDR zehn Jahre alt war, ist an ihnen kaum vorbeigekommen: Abrax, Brabax und Califax, zusammen die Abrafaxe. Bald kommen sie wieder nach Bautzen.
Bautzen. Die Abrafaxe feiern in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum: Abrax, Brabax und Califax werden 50 Jahre alt! Doch das Tollste daran: Die jung gebliebenen Helden aus dem legendären Mosaik feiern ihren goldenen Geburtstag nicht in Berlin oder Dresden, sondern in Bautzen!
Genauer gesagt im Sorbischen National-Ensemble, wo am 1. November, 16 Uhr, die Weltpremiere „Mit den Abrafaxen durch die Zeit“ stattfindet. Dabei handelt es sich um ein Werk des Komponisten Vincent Strehlow, der im Hauptberuf als Facharzt für Humangenetik am Universitätsklinikum Leipzig arbeitet und bereits die Abrafaxe-Symphonie komponierte, die 2017 durch die Norddeutsche Philharmonie Rostock uraufgeführt wurde. Das zugehörige musikalische Kinderbuch „So klingt Abenteuer“ mit seiner Mosaik-typischen Verbindung von spannender Abenteuergeschichte und spielerischer Wissensvermittlung erschien im Februar 2021. Neben der Uraufführung werden an diesem Nachmittag auch Ausschnitte aus der Symphonie sowie das Stück „Die Abrafaxe und die Schwarze Mühle“, in dem Vincent Strehlow die knuddeligen Comic-Helden Bekanntschaft mit Krabat schließen lässt, zu Gehör gebracht.
Bereits ab 14.00 Uhr gibt es eine Vielzahl von aufregenden Aktivitäten für die ganze Familie. In einem spannenden Kompositionsworkshop können die Teilnehmer selbst in die Welt der Musik eintauchen und ihre kreativen Ideen zum Leben erwecken. Junge und jung gebliebene Bastelfreunde können in der Bastelstraße mit Hingabe und Fantasie kleine Kunstwerke erschaffen. Auch ein Zeichenkurs lädt dazu ein, die ikonischen Charaktere der Abrafaxe auf Papier zu bannen und dabei die eigene künstlerische Seite zu entdecken. Ein weiterer Höhepunkt dieses Tages wird die Veröffentlichung des brandneuen Buches „Die Abrafaxe und die Schwarze Mühle“ sein – auch dieses stammt aus der Feder von Vincent Strehlow.
Dieser wurde 1985 in Rostock geboren und begann bereits während seiner Schulzeit mit der Komposition erster Instrumentalwerke. Sein erstes Orchesterwerk wurde 2005 in Halberstadt uraufgeführt. Von 2006 bis 2012 studierte Strehlow Medizin an der Universität Leipzig und leitet als promovierter Facharzt die genetische Sprechstunde am Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Leipzig.
Dass die Abrafaxe ihr goldenes Jubiläum ausgerechnet in Bautzen feiern, ist sicher kein Zufall. So tauchten sie bereits 2022 in der Stadt an der Spree auf, um für das damals kurz vor der Veröffentlichung stehende Mosaik-Sonderheft „Gregorius Mättig und das Geheimnis der Unsterblichkeit“ die Werbetrommel zu rühren. Möglich geworden war dieses Projekt durch die Zusammenarbeit mit der Bautzener Mättig-Stiftung. Wie zuvor schon die Digedags mit Ritter Runkel, die sie 1975 als Hauptprotagonisten der Zeitschrift „Mosaik“ abgelöst hatten, entführten Abrax, Brabax und Califax die Kinder der DDR in Raum und Zeit, nahmen sie mit auf Abenteuer und in Länder, die sie nach dem Willen der damals Herrschenden niemals mit eigenen Augen hätten sehen sollen. In der Schule waren die dünnen Hefte wertvolle und begehrte „Kaupel“-Objekte im Tausch gegen Matchbox-Autos oder Tintenkiller. Aus den Jungs von damals sind längst Männer geworden, welche die 50 erreicht oder schon überschritten haben. Sie haben ferne Länder gesehen, in die selbst die Digedags und die Abrafaxe noch nicht ihren Fuß setzten. Und doch glitzern ihre Augen verräterisch, wenn sie den Gestalten mit den höchst unterschiedlichen Haarfarben begegnen. Auch heute noch erreichen die Abrafaxe ein ansehnliches Publikum. „Wir haben eine stabile Auflage von monatlich 100.000 Heften, davon 40.000 im Abonnement“, berichtete Maren Ahrens vom herausgebenden Verlag 2022. Der Großteil davon freilich in den neuen Bundesländern, doch auch zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen haben die drei munteren Gesellen ihre Fans.