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Alles Warten hat ein Ende: Ihr OLK/NSK ist zurück!

Alles Warten hat ein Ende: Ihr OLK/NSK ist zurück!

Enrico Berger und Michael Scholze führen den mittelständischen Verlag, der allwöchentlich den „Oberlausitzer Kurier“ und den „Niederschlesischen Kurier“ herausgibt. Foto: PH

Der „Oberlausitzer Kurier“ und der „Niederschlesische Kurier“ sind zurück: Ab diesem Samstag haben nach vierwöchiger Pause unsere Leser ihre kostenlose Wochenzeitung wieder im Briefkasten. Im folgenden Interview erklären die Geschäftsführer Enrico Berger und Michael Scholze, weshalb vorübergehend der Verlagsbetrieb ruhte und wie das mittelständische Unternehmen nun wieder anläuft.

Herr Berger, in den Lokalausgaben vom 28. März 2020 wandten Sie sich bereits an die Leser und legten ihnen die Beweggründe dar, warum beide Wochenzeitungen vorübergehend nicht erscheinen werden. Vielleicht können Sie an dieser Stelle noch einmal schildern, was die Verlagsleitung zu dieser Entscheidung bewogen hatte.

Enrico Berger: Wir sind eine kostenlose Anzeigenzeitung. Alle Ausgaben wie Druck, Gehälter der 20 Mitarbeiter, Mieten, Speditionen und auch die Zustellung werden aus den Anzeigenerlösen und den Einnahmen der Prospektverteilung geschultert. Als viele unserer Kunden wegen der aktuellen Virus-Krise ihre Aufträge zurückziehen mussten, standen auch wir vor der Überlegung, ob es Sinn macht, jede Woche hohe Verluste in Kauf zu nehmen, damit eine Zeitung erscheint. Oder sollten wir besser das Geld dann investieren, wenn das öffentliche Leben wieder allmählich anläuft, also wenn Möbelhäuser oder Baumärkte, um nur zwei Beispiele zu nennen, ihre Türen wieder öffnen. Wir haben uns für das letztere Modell entschieden. In der Zwischenzeit haben sich unsere Kunden gemeldet und neue Buchungen veranlasst. Das ist umso erfreulicher, weil wir vor diesem Hintergrund jetzt mit vollem Elan wieder loslegen können.

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Wie lässt sich die Lage im Verlagshaus kurz zusammenfassen?

Michael Scholze: Unser Verlag ist ein kleines mittelständisches Unternehmen. Unser Firmensitz ist mitten in der Oberlausitz. Wir gehören zu keinem großen Konzern und stehen für unser wirtschaftliches Ergebnis selbst gerade. Wir sind in der glücklichen Situation, dass unser Verlag seit Bestehen noch kein Jahr mit Verlusten abgeschlossen hat und dank kluger Entscheidungen auch in der aktuellen Situation über eine gute wirtschaftliche Basis verfügt. Da aber auch wir die Dauer und Auswirkungen der Maßnahmen nicht voraussagen können, müssen wir sehr sparsam und vorausschauend agieren. Deshalb sind die Zeitungen vorübergehend auch etwas dünner und einige Lokalausgaben werden zusammengefasst.

Gab es denn Reaktionen aus der Reihe Ihrer Leser und Kunden?

Enrico Berger: Ja, die gab es. Und es hat uns riesig gefreut, dass uns viele Leserinnen und Leser per Post, Telefon und E-Mail Mut zugesprochen und uns mitgeteilt haben, dass sie auf unsere Zeitungen keinesfalls verzichten möchten. Das hat uns sehr gerührt. Aber auch unsere Kunden waren sehr loyal. Viele haben uns versichert, auch nach der Krise mit uns vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Einige tun es bereits wieder, wie Sie in dieser Ausgabe sehen können. Für den Zuspruch und die Unterstützung bedanken wir uns ausdrücklich an dieser Stelle. Wir hoffen und wünschen uns, dass die Menschen in der Region jetzt alle zusammenhalten, füreinander da sind und sich gegenseitig unterstützen. Vielleicht sollten wir alle auf den einen oder anderen Internetkauf verzichten und das Geld lokal bei unseren Händlern und Gewerbetreibenden ausgeben. Auch wir zeigen uns in Zeiten wie diesen solidarisch. Unser Verlag hat für regionale Gewerbetreibende Sonderangebote und -werbeformen geschaffen, mit denen sie zeigen können, dass es sie noch gibt und welche Angebote sie für ihre Kunden bereithalten.

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In den Geschäftsstellen der Zeitungen werden unter anderem Veranstaltungstickets angeboten. Aktuell konnten und können zahlreiche Veranstaltungen nicht stattfinden. Was bedeutet das für die Inhaber von Veranstaltungskarten?

Enrico Berger: Alle Veranstalter warten sehnsüchtig auf ein klares Signal aus den Reihen der Politik. Aktuell sind alle Großveranstaltungen bis Ende August untersagt. Dazu zählen beispielsweise auch Konzerte in der Messe- und Veranstaltungshalle in Löbau, für die wir Eintrittskarten anbieten. Die Veranstalter stehen in den Startlöchern und versuchen, für die meisten Veranstaltungen Ersatztermine anzubieten. Dafür müssen die Genehmigungen vorliegen, anschließend in den Hallen freie Termine gefunden und die Künstler angefragt werden. Steht ein neuer Termin fest, gelten in aller Regel die bereits erworbenen Karten. Kann eine Veranstaltung nicht verschoben oder nachgeholt werden, wird der Veranstalter das Eintrittsgeld erstatten. Sobald es neue Termine oder Rückerstattungen gibt, werden wir die Informationen in den Zeitungen und im Internet bei Alles-Lausitz.de veröffentlichen.

Parallel zur Zeitung informiert der Verlag im Internet?

Michael Scholze: Ja! Natürlich. Seit vielen Jahren informiert unser Verlag unter Alles-Lausitz.de im Internet. Gerade in der Zeit der Pause hat unsere Redaktion dort großartige Arbeit geleistet und viele Informationen tagesaktuell zur Verfügung gestellt. Die Zugriffszahlen haben uns überrascht.

Setzen Sie den Schwerpunkt Ihrer Berichterstattung nun im Internet?

Enrico Berger: Nein. Das läuft bestenfalls weiter parallel. Wir haben uns in den zurückliegenden Jahrzehnten mit unseren Zeitungen einen guten Namen in der Region erarbeitet. Das wollen wir gern ausbauen. Wir möchten weiterhin eine gute Zeitung für alle Leserinnen und Leser machen und sowohl kritischen als auch schönen und positiven Geschichten nachgehen. Für Vereine, Veranstalter und unsere Kunden möchten wir weiterhin ein zuverlässiger Partner hier in Ostsachsen sein. Unsere Leser dürfen uns gern kontaktieren und uns mitteilen, welche Themen für sie besonders interessant sind, was sie stört oder wo es Dinge gibt, die sie besonders erfreuen. Für Tipps und Vorschläge ist unsere Redaktion jederzeit sehr offen und dankbar. Uns helfen diese Informationen und für unsere Leser wird die Zeitung dadurch noch wertvoller. Wir wünschen unseren Leserinnen, Lesern und allen Zustellern alles Gute und viel Gesundheit, allen Kunden viel Kraft und Durchhaltevermögen. Zusammen sind wir stark!

Kontakt zur Redaktion:
E-Mail: redaktion@LN-Verlag.de
Telefon: 03591/4817-0
Fax: 03591/4817-39
Internet: Alles-Lausitz.de

Redaktion / 01.05.2020

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