Batteriespeicher brennt am Schlieben-Parkplatz
Foto: Stadtverwaltung Bautzen
Bautzen. Seit gestern Nachmittag herrscht in der Bautzener Neustadt nördlich des Schlieben-Kreisels der Ausnahmezustand. Gegen 16 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand an einem Batteriespeicher in der Nähe des Schlieben-Großparkplatzes alarmiert. „Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde schnell klar, dass es sich um einen größeren Brand als zunächst gedacht handelte, weitere Kräfte wurden nachalarmiert“, teilt die Stadtverwaltung mit. Und weiter: „Betroffen sind insgesamt vier Seecontainer einer Batteriespeicheranlage, die in das Stromnetz eingespeist sind. In enger Abstimmung mit dem städtischen Energieversorger wurden Maßnahmen eingeleitet, um die Anlage vom Netz zu trennen. Parallel dazu liefen umfangreiche Lösch- und Kühlmaßnahmen an, um die Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Der Einsatz ist weiterhin im Gange.“
Aufgrund der Lage seien vorsorgliche Evakuierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Zeitweise wurden insbesondere ältere Personen in einem Hotel untergebracht. Zusätzlich wurde eine Notunterkunft in einer Schule eingerichtet. Insgesamt betrafen die Evakuierungen in zwei Phasen 42 Personen. Ein Großteil der Betroffenen konnte eigenständig Unterkünfte organisieren. Die Schliebenstraße ist ab dem Kreisverkehr gesperrt, sodass auch das Leibniz-Carrée nicht mit dem Fahrzeug erreichbar ist. Für betroffene Anwohner, welche Rückfragen haben, richtete die Stadtverwaltung unter 03591 5340 eine Hotline ein.
Zu den Bekämpfungsmaßnahmen teilt die Stadt Bautzen folgendes mit: „Die Feuerwehr setzt derzeit auf intensive Kühlmaßnahmen mit bis zu 5.000 Litern Löschwasser pro Minute. Ziel ist es, den thermischen Prozess innerhalb der Batterien zu kontrollieren und eine Ausbreitung zu unterbinden. Hintergrund ist eine chemische Reaktion innerhalb der Batteriezellen, die durch Kühlung verlangsamt, jedoch nicht vollständig gestoppt werden kann. Erst nach vollständigem Ablauf dieses Prozesses kann Entwarnung gegeben werden. Zur Dauer des Einsatzes können aktuell keine Einschätzungen getroffen werden, da deutschlandweit keine belastbaren Erfahrungswerte vorliegen.“ Begleitend zu den Löscharbeiten werden kontinuierlich Luftmessungen durchgeführt, um mögliche gesundheitsschädliche Stoffe zu überwachen. Auch mögliche Auswirkungen auf das Trinkwassernetz werden in Abstimmung mit den zuständigen Stellen fortlaufend geprüft. Auffälligkeiten wurden bisher nicht festgestellt. Wahrnehmbar ist ausschließlich eine Geruchsbelästigung.
Im Einsatz befinden sich derzeit rund 76 Kräfte aus mehreren umliegenden Gemeinden. Zeitweise waren bis zu 90 Einsatzkräfte vor Ort. Zur Sicherstellung der Maßnahmen bestehen weiterhin Verkehrsbeschränkungen im betroffenen Gebiet. Vorsorglich wurden der Fichtehort, die Kita Purzelbaum und die Kita Löwenzahn für heute geschlossen. Die Eltern wurden informiert. Eine Notbetreuung für Kinder wurde eingerichtet. Die Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums am Schützenplatz sind heute planmäßig nicht im Hortgebäude. Anwohnerinnen und Anwohner, die berechtigten Zugang zu ihren Wohnungen benötigen, etwa zur Versorgung mit Medikamenten, werden gebeten, sich an die Einsatzkräfte vor Ort zu wenden. Die Einsatzleitung geht derzeit davon aus, dass der Einsatz über den heutigen Tag hinaus andauern wird. Eine akute Explosionsgefahr besteht aktuell nicht. Durch die fortlaufenden Kühlmaßnahmen soll der Prozess kontrolliert begleitet werden. Die Stadt spricht allen eingesetzten Kräften ihren ausdrücklichen Dank für das professionelle und engagierte Handeln aus.