Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

Ganz Bischofswerda in 4.000 Bildern

Ganz Bischofswerda in 4.000 Bildern

Ortschronist Gerald Svarovsky erstellte eine rund 4.000 Bilder umfassende Dokumentation über Bischofswerda mit allen Stadtteilen.

Ortschronist Gerald Svarovsky war im Frühjahr unterwegs, um alle Häuser der Stadt und ihrer Ortsteile zu fotografieren. Warum er das gemacht und was er dabei erlebt hat.

Bischofswerda. Die Stadt Bischofswerda verfügt seit wenigen Tagen über einen einzigartigen Schatz: Eine Fotodokumentation, die auf fast 4.000 Bildern nahezu alle Gebäude, Straßenzüge und sonstige Objekte auf dem Territorium der Stadt und ihrer Ortsteile beinhaltet. Erarbeitet hat sie Gerald Svarovsky, der seit 2021 als Ortschronist von Bischofswerda fungiert. 
Dem „Oberlausitzer Kurier“ erzählte er, wie es dazu kam und warum er sich dieser ja doch recht umfangreichen und ungewöhnlichen Aufgabe unterzogen hat.

Herr Svarovsky, wie kam es zu dieser Dokumentation?

Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Ich bin bereits seit den 90er Jahren als Fotograf in Bischofswerda unterwegs und habe drei Bücher herausgebracht, in denen auf alten und neuen Fotos Veränderungen an als bedeutsam geltenden Gebäuden festgehalten sind. Als Joachim Paulick 2021 als Ortschronist aufhörte, habe ich seine Nachfolge angetreten. Im April fielen einige Vorlesungen in Auerbach aus (Herr Svarovsky arbeitet als Dozent, Anm. d. Red.), und so hatte ich plötzlich zehn freie Tage. Da habe ich mir auf der Grundlage des Stadtplans ein Straßenverzeichnis erstellt und begonnen, die Gebäude zu fotografieren.

Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Möglichst systematisch. Am ersten Tag habe ich mir die Innenstadt vorgenommen, am zweiten Tag den östlichen Teil, am dritten Tag den Süden von Bischofswerda. Am vierten Tag bin ich nach Goldbach gefahren. Das war ziemlich anstrengend, und mir wurde klar, dass ich es in den zehn Tagen nicht schaffen würde. Die Fotos selbst sind auf dem Speichermedium nach einem Codesystem geordnet, das es ermöglicht, alles schnell zu finden und spätere Ergänzungen einzupflegen.

Nach welchen Häusern mussten Sie am längsten suchen?

Am längsten gesucht habe ich nach einigen Häusern am Schmöllner Weg, die sich kurz vor Schmölln an einem Schotterweg befinden. Recht lange hat es auch in Schönbrunn in dem Bereich hinter der ehemaligen LPG gedauert, bis ich alles ’im Kasten’ hatte. 

Was sind die abgelegensten bewohnten Orte in Bischofswerda?

Sehr abgelegen und auch schwierig zu erreichen ist die Schliefermühle an der B 6 gegenüber von Kynitzsch. Auch in Neudrebnitz gibt es einige sehr abgelegene Häuser. Die Holländermühle in Belmsdorf gehört sicher ebenfalls zu den abgelegensten Orten, und natürlich auch Chicago.

Was ist für Sie das schönste Haus oder Objekt in Bischofswerda?

Das Gasthaus auf dem Butterberg ist wirklich wunderschön geworden. Auch von unserem Bad bin ich sehr begeistert.

Was hat Sie am meisten überrascht?

Überrascht war ich von der Größe einiger Höfe in den ländlichen Ortsteilen, vor allem in Weickersdorf und auch davon, was für prächtige Villen es dort gibt. Auch der große Parkplatz der Deutschen Bahn hinter dem East Club hat mich überrascht.

Welcher Straßenzug hat sie am längsten beschäftigt?

Geißmannsdorf und Großdrebnitz haben jeweils einen ganzen Tag beansprucht. Wer diese beiden Ortsteile kennt weiß, wie lang und weitläufig sie sind. Am schnellsten ging es übrigens auf der Siegfried-Rädel-Straße mit fünf Häusern.
 
Was war die netteste Begegnung auf Ihrer Tour?

Die gab es in Großdrebnitz, wo ich von den Bewohnern eines Hofes spontan zu einem Glas Wein eingeladen wurde. Insgesamt war es meistens unproblematisch, wenn jemand wissen wollte, was ich da mache. Ich hatte schließlich ein Schreiben vom OB in der Tasche und konnte erklären, worum es geht.

Gab es auch problematische Situationen?

Selten, aber ja, die gab es auch. Einige wenige Leute haben es nicht verstanden oder nicht verstehen wollen. Die Menschen sind recht vorsichtig geworden. Es gab sogar Anrufe im Rathaus, dass da jemand ’über die Felder schleicht.’ Das konnte aber rasch aufgeklärt werden.

Uwe Menschner / 05.09.2026

Schlagworte zum Artikel

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel