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Baubeginn an der 
2. Oberschule

Baubeginn an der 
2. Oberschule

Zunächst tanzen vor dem Schulgebäude die Bagger Ballett, anschließend geht es auch im Inneren zur Sache.

 Der erste Schritt zur baulichen Neugestaltung der Kamenzer Schullandschaft hat begonnen. An der 2. Oberschule wird jetzt kräftig gebaggert.

Kamenz. Für die Erweiterung und Modernisierung der 2. Oberschule Kamenz ist in dieser Woche der erste Baggerhub vollführt worden. Der Landkreis Bautzen investiert circa 11 Millionen Euro in dieses bildungspolitische Großprojekt, das seinerseits wiederum nur den kleineren Teil eines noch weitaus größeren Gesamtvorhabens darstellt – nämlich der Neuordnung der weiterführenden Schullandschaft in der Lessingstadt Kamenz. 3,6 Millionen Euro bringt der Landkreis aus Eigenmitteln auf, 1,1 Millionen steuert die Stadt Kamenz bei, den großen „Rest“ von 6,4 Millionen Euro übernimmt der Freistaat Sachsen.
„Viel ist in den letzten Jahren darüber geredet worden; jetzt folgen endlich Taten“ – mit diesen Worten brachte der Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk (CDU) auf den Punkt, was wohl viele Gäste der Zeremonie dachten. Denn tatsächlich sind die Ideen zur Neugestaltung der „Sekundarbeschulung“ – so die zusammenfassende Bezeichnung des Angebots von Oberschulen und Gymnasien im Freistaat Sachsen – in Kamenz fast so alt wie der Landkreis Bautzen in seiner heutigen Gestalt. 

Nach Auffassung des Kamenzer Oberbürgermeisters Roland Dantz haben sich die langwierigen Diskussionen gelohnt: „Wir haben eine Situation, in der es nur Gewinner und keine Verlierer gibt.“ Vordergründig meint er damit die in die Neuordnung einbezogenen Einrichtungen: Die 2. Oberschule und das Lessing-Gymnasium. 
Denn: Beide dürfen sich nach dem Abschluss der Gesamtmaßnahme über zeitgemäß ausgestattete Schulgebäude freuen. Besonders für die 2. Oberschule bedeutet dies einen großen Schritt nach vorn, entsprach diese doch bislang „in keiner Weise den Anforderungen an eine zeitgemäße Bildungseinrichtung“, wie der 1. Beigeordnete des Bautzener Landrates, Udo Witschas, einräumt. Energetisch, brandschutztechnisch und auch hinsichtlich der Raumgrößen weist das bisherige Schulgebäude an der Saarstraße erhebliche Defizite auf, von der Barrierefreiheit ganz zu schweigen. 

Nun, da die Schüler als Interim das künftig (wie in der Vergangenheit) für das Lessing-Gymnasium vorgesehene Schulgebäude an der Henselstraße bezogen haben, können sich die Bauleute an der Saarstraße austoben. „Direkt an das viergeschossige Schulgebäude angrenzend wird ein zweigeschossiger Anbau errichtet“, so Udo Witschas. Dieser soll die Verwaltungsräume, das Musikzimmer und den Speiseraum aufnehmen. Die Vorgaben hinsichtlich der Raumgrößen werden durch die Entfernung von Zwischenwänden erreicht. Für die Barrierefreiheit sorgt künftig ein Aufzug. Dies alles bildet nur einen Auszug aus dem Lastenheft für die 45 (!) am Umbau beteiligten Gewerke. Nach 20 Monaten Bauzeit soll die Wiedereinweihung stattfinden – „wenn alles nach Plan läuft.“
Die vom Kamenzer Oberbürgermeister angesprochene Win-Win-Situation hat aber noch eine größere Dimension. Die Neuordnung der Schullandschaft in der jetzt vorgesehenen Form war nämlich lange Zeit im Kreistag heftig umstritten. Es gab starke Tendenzen, das Schulgebäude am Flugplatz (Schweitzer-Gymnasium) dauerhaft für die Gymnasialbeschulung zu nutzen. Erst die Bereitschaft des Freistaates Sachsen, dem Landkreis Bautzen dieses Gebäude abzukaufen und für eigene Zwecke zu nutzen, schuf die Möglichkeit für den Konsens in seiner jetzigen Ausprägung – und dafür, dass sich auch der Landkreis als „Sieger“ fühlen kann. Kein Wunder, dass Udo Witschas einen besonderen Dank an den Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk richtete, der diesen Deal durch seine Beziehungen erst ermöglichte.

 

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Uwe Menschner / 05.11.2018

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