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Comeback des einstigen Abbruchkandidaten

Comeback des einstigen Abbruchkandidaten

Geselligkeit am Hutberg in Großschönau Foto: GFC

Großschönau. Als der Grußschinner Faschingsclub (GFC) Mitte der 90er-Jahre vor der Frage stand, wie es mit dem Verein weitergehen sollte, entstand eine ungewöhnliche Idee: Der Faschingsclub wollte die Ruine der ehemaligen Hutberg-Gaststätte übernehmen und selbst wieder aufbauen. Was zunächst kaum mehr als eine „Schnapsidee“ schien, wurde 1996 Realität.

Nach der Wende hatte der GFC seine ursprüngliche Spielstätte verloren. Die geplante Umgestaltung der Hutbergbaude war ins Stocken geraten, zurück blieb eine Bauruine. Veranstaltungen mussten an andere Orte ausweichen, die Besucherzahlen gingen zurück. 1994 stand nach Angaben des Vereins sogar zur Debatte, ob der Faschingsclub überhaupt weiterbestehen sollte.

Dann entschlossen sich die Mitglieder zum Wiederaufbau in eigener Regie. Die Gemeinde, die Sparkasse, Firmen und Spender unterstützten das Vorhaben. Vor allem aber legten Vereinsmitglieder und ihre Familien selbst Hand an. Der GFC nahm einen für damalige Verhältnisse hohen Kredit auf, eine Schrottsammlung brachte rund 6.000 D-Mark ein, zusätzlich half eine Jugend-ABM-Maßnahme beim Bau. Fachleute aus den eigenen Reihen steuerten ihr Wissen bei, andere arbeiteten nach Feierabend auf der Baustelle.

Rückkehr zum Hutberg zur Jahrtausendwende

Der Wiederaufbau entwickelte sich damit zu einem Gemeinschaftsprojekt über den Faschingsclub hinaus. 1998 konnten auf dem Hutberg erste Veranstaltungen stattfinden, 1999 war das Gebäude innen so weit hergerichtet, dass wieder Veranstaltungen möglich waren. Zum Fasching 2000 kehrte der GFC endgültig auf den Hutberg zurück. Der Verein selbst bezeichnet das Haus heute als „Stück Großschönauer Heimat“ und sieht in seiner Entstehung vor allem ein Beispiel für ehrenamtlichen Zusammenhalt.

Einladung zur 30-Jahr-Feier

Zum 30-jährigen Bestehen des Wiederaufbaus lädt der GFC vom 25. bis 27. September nun zu einem Kulturwochenende ein. Am Freitag, 25. September, beginnt um 19.00 Uhr das „Ohrentheater“, eine humoristische Lesenacht mit Auszügen aus verschiedenen literarischen Werken. Mit dabei sind unter anderem die Bertsdorfer Autorin Jana Thiem, die unter dem Pseudonym Frida Luise Sommerkorn schreibt, ein pensionierter Bergmann, ein tschechischer Gastleser und der vereinseigene Pianist. Der Eintritt ist frei.
Am Samstag und Sonntag ist das Hutberghaus jeweils von 13.00 bis 17.00 Uhr für eine Ausstellung und einen Dokumentarfilm über den Wiederaufbau geöffnet. Der Film wurde vom Verein selbst produziert und wird nach Angaben des GFC erstmals öffentlich gezeigt. Am Samstagabend gastiert zum dritten Mal die Jindøich-Staidl-Combo mit Jazzpolka und Geschichten in Fantasietschechisch. Beginn ist um 19.00 Uhr.

Am Sonntag gibt es zusätzlich Kaffee und Kuchen. Den Abschluss des Wochenendes gestaltet der Musiker Torsten Münnich alias „Feuerzeux“. Das Oberlausitzer Original will mit Musik, Erinnerungen und Geschichten durch den Nachmittag führen.

Für die Veranstaltungen stehen jeweils 100 Plätze zur Verfügung. Karten für Samstag und Sonntag gibt es in der Tourist-Information im Naturparkhaus Zittauer Gebirge in Waltersdorf sowie unter (01573) 525 90 52. Der GFC sorgt an allen drei Tagen für die Bewirtung.

tsk / 23.09.2026

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