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Dem Borkenkäfer an den Kragen

Dem Borkenkäfer an den Kragen

Eine Entrindungsmaschine im Einsatz – viele Maßnahmen werden ergriffen, um die Verbreitung des Borkenkäfers zu stoppen. Foto: Sachsenforst

Region. Das Handeln der Forstleute des Staatsbetriebes Sachsenforst wird nunmehr im dritten Jahr in Folge durch den Borkenkäfer bestimmt. Um den Wald zu erhalten, den Befall gesunder Bäume zu vermeiden und die Verbreitung der Borkenkäfer einzugrenzen, müssen viele Arbeitsschritte reibungslos aufeinander abgestimmt sein.

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Vom Borkenkäfer befallene Bäume zeigen typische Schadbilder an ihrer Rinde. Foto: Archiv

Sachsenforst setzt für eine effiziente Borkenkäferabwehr auf eine rasche Erkennung befallener Bäume, einen zügigen Abtransport von Schadholz sowie eine zeitnahe Entrindung gefällter Fichten. Denn: Die Borkenkäferdichte in den sächsischen Wäldern ist enorm. Das zeigen auch die aktuellen Fangergebnisse des landesweiten BorkenkäferMonitorings. Mehr als 80 Prozent der Fallen weisen höhere Fangzahlen auf als im bisherigen Rekordjahr 2019 zum gleichen Zeitpunkt.
Ist die erste Befallswelle der Borkenkäfer im Hügelland bereits abgeschlossen und sind neue Bäume bereits infiziert, so steht dies vor allem den Gebirgslagen noch bevor. Bei der Erkennung von Borkenkäferbefall ist eine hohe Aufmerksamkeit erforderlich. Die von weitem noch gesund erscheinenden Fichten weisen – aus der Nähe betrachtet – Bohrlöcher, Bohrmehl und Harztröpfchen auf. Diese müssen so schnell wie möglich erkannt werden. Unterstützt werden die Forstleute von Sachsenforst dabei auch von forstlichen Ingenieurbüros und von Kollegen im Ruhestand.
Das frisch befallene und aufgearbeitete Holz muss zeitnah abtransportiert werden. Es wird entweder vom Holzkäufer abgefahren oder auf Zwischenlagerplätzen in einem ausreichenden Abstand zu gefährdeten Waldgebieten gelagert. Dafür werden durch Sachsenforst mehrere Lagerplätze mit einem Volumen von über 300.000 Kubikmeter Holz vorgehalten. Ebenso sind Verträge mit Firmen geschlossen worden, welche die Umlagerung des Holzes auf die Lagerplätze übernehmen.
Kann befallenes Holz nicht rechtzeitig abgefahren werden, so muss es entrindet werden. Dadurch wird die Larvenentwicklung der Borkenkäfer, welche unter der Rinde stattfindet, unterbrochen. Dies geschieht vereinzelt händisch und sehr aufwändig mit Schäleisen sowie mit umgerüsteten Motorkettensägen, oder maschinell mit speziellen Entrindungsmaschinen. Sachsenforst möchte in diesem Jahr die maschinelle Entrindung aufgrund der großen Schadmengen verstärkt einsetzen. Weiterhin bieten die Forstbezirke von Sachsenforst den Bürgern vor Ort verstärkt den Erwerb von Brennholz an. Holz, welches keinen Käufer findet, kann gehackt werden, damit die Borkenkäfer keine zusätzlichen Vermehrungsmöglichkeiten finden.

Dank einer breiten Maßnahmenpalette und engagierter Förster und Waldarbeiter vor Ort kann bei einem reibungslosen Ablauf der Arbeitsschritte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, als letzte Möglichkeit der Borkenkäferabwehr, auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Ein Ziel des sächsischen Koalitionsvertrages ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 zu halbieren. Neben der Landwirtschaft leisten auch die engagierten Förster und Waldarbeiter von Sachsenforst einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Bereitstellung von sauberem Trinkwasser. Die Vermeidung und Reduktion von Pflanzenschutzmitteln ist eines der Themen in den aktuell stattfindenden strategischen Gesprächen, welche der sächsische Umweltminister gemeinsam mit Sachsenforst führt.

Alle Maßnahmen werden angewendet, um den Wald in Sachsen zu erhalten: Als einen Ort der Heimat mit bedeutsamen Nutz-, Schutz-, und Erholungsfunktionen und als wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Denn der Erhalt stabiler Wälder ist stets Kernaufgabe und Hauptanliegen der Förster und Waldarbeiter. Auf die nun seit drei Jahren andauernde Aufarbeitung der Borkenkäferschäden schließt sich für dieForstleute von Sachsenforst die nächste Mammutaufgabe an: Durch den Borkenkäfer, aber auch durch Stürme und Schneebruchschäden ist eine Vielzahl von Freiflächen entstanden. Auf diesen sollen klimastabile und artenreiche Mischwälder entstehen. Hier können die Förster auf die umfangreichen Erfahrungen aus dem bislang praktizierten Waldumbau zurückgreifen.

Auf den Freiflächen werden die verschiedenen Möglichkeiten der Wiederbewaldung genutzt: Saat, Pflanzung und Naturverjüngung kommen zum Einsatz. Auch die Anlage von Waldinnenrändern wird den Wald, als einen Hotspot der Artenvielfalt, strukturreicher gestalten.  (SF)

Redaktion / 03.06.2020

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