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Der Oldie unter den Vereinschefs

Der Oldie unter  den Vereinschefs

Wolfgang Göbbels ist seit vielen Jahren, 50 an der Zahl, Vorsitzender des Zittauer-Modell-Eisenbahn-Clubs e.V.. Foto: Matthias Altmann

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Während der Modellbahnausstellung überbrachte Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (rechts) persönlich die allerherzlichsten Glückwünsche an Wolfgang Göbbels zum 50-jährigen Jubiläum als Vereinsvorsitzender. Foto: Gunnar Göbbels

Wolfgang Göbbels, Vorsitzender des Zittauer-Modell-Eisenbahn-Clubs e.V. (ZiMEC) ist mit seinen 74 Jahren wohl der älteste Chef eines Vereins in der Stadt Zittau und dem Umland. Jetzt sagt das langjährige „Urgestein“ leise servus. 

Zittau. „Schon als Kind mit zwölf Jahren habe ich mich persönlich mit Modelleisenbahnen beschäftigt. Nach Abitur und Lehre nahm mich ein damaliger Freund etwa um das Jahr 1963 mit zu der seit 1962 bestehenden Arbeitsgemeinschaft Modellbahn“, erinnert er sich. Ein besonderer Meilenstein für ihn sei die erste große Modellbahn-Ausstellung im Jahr 1968 im damaligen Jugendklubhaus in Zittau gewesen. „In den Monaten nach dieser Exposition bin ich gebeten worden, die Leitung dieses Zirkels zu übernehmen“, berichtet er. Für die Tätigkeit beim Jugendklubhaus in Zittau habe es eine laufende kleine, finanzielle Unterstützung gegeben. 
„Als Arbeitsgemeinschaft Modelleisenbahn haben wir uns im Jahr 1967 dem Deutschen Modelleisenbahn-Verband der DDR (DMV) angeschlossen. Weil sich dieser Verband an den Strukturen der Deutschen Reichsbahn orientierte, gehörten wir folgerichtig – so wie die Eisenbahnstrecken um Zittau – zum Bezirksvorstand Cottbus und führten die Registriernummer 2/12“, erzählt er. 

Und er fährt fort: „Nach der politischen Wende traten wir der Sächsischen Modellbahner-Vereinigung e.V. (SMV) bei und wurden unter dem Vereinsnamen Zittauer-Modell-Eisenbahn-Club e.V. ein eigenständiger eingetragener Verein.“ Zu den wichtigsten Meilensteinen für die Zusammenarbeit beim gemeinsamen Hobby zählten laut Wolfgang Göbbels die vier Vereinsdomizile, „die wir mit guter Unterstützung der Heimatstadt Zittau und sehr viel Eigenleistung als Verein in den zurückliegenden Jahren nutzen konnten.“ 

Die Partnerschaft mit dem Villinger Eisenbahn-Club e.V. pflegen die Zittauer Modellbahnfreunde mit Freude bei inzwischen 30 wechselseitigen Treffen. Für Wolfgang Göbbels selbst stehen viel Zeit, Mühen, Aufwand und Freuden hinter dem Vereinsvorsitz für kleinere und größere Aufgaben. 

„Viele Dinge sind heutzutage zu erledigen bzw. abzuarbeiten, die gar nichts mit der eigentlichen Modellbahn zu tun haben. Für mich überwiegt aber die Freude über neu geschaffene Modelle und gemeinsam mit den Vereinsfreunden erreichte Ziele“, sagt er. Seine Aufgaben reichen von der Planung und Abstimmung der Arbeiten über die Koordination der Termine und auch der Finanzen gemeinsam mit dem Vereinsvorstand bis hin zu den einzureichenden Unterlagen zur Prüfung beim zuständigen Finanzamt. „Wenn ich die jährlich wiederkehrenden Dinge betrachte, ist die Funktion in gewisser Weise ein Selbstläufer, obwohl es Ausnahmen gibt, wenn zum Beispiel nur vier Tage vor Ausstellungsbeginn einzelne Ausstellungstage von der zuständigen Behörde mit einem Öffnungsverbot belegt werden“, sagt er. 

Wolfgang Göbbels hat sich als ausgebildeter Elektroingenieur mit einem gewissen „Planungstrieb“ die Schaltungen der großen H0-Clubanlage ausgedacht und größtenteils auch selbst verdrahtet sowie die Gleise verlegt. Seine Weggefährten schätzen ihn ein bisschen wie Egon Olsen, den Chef der legendären Olsenbande, ein: in all den Jahren immer mit einem Plan ausgestattet. Und wenn der Vereinschef mal keinen Plan hatte, standen ihm tatkräftige Vereinsfreunde und Tüftler zur Seite.

Laut Satzung wählt der Zittauer-Modell-Eisenbahn-Club e.V. aller drei Jahre den gesamten Vereinsvorstand. Nach diesem Modus hat Wolfgang Göbbels sage und schreibe 17 Wahlperioden hinter sich! „Bei der nächsten Wahl des Vorstandes stehe ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung“, sagt er. Die Vereinsmitglieder müssten dann darüber entscheiden, wer als sein Nachfolger diese Funktion übernimmt. 
Der Wunsch liegt sicher wohl nahe, dass ein jüngerer Kandidat in seine Fußstapfen tritt. „Ich selbst wünsche mir, dass der permanente Kampf um das finanzielle Überleben solch eines relativ kleinen Vereins aufhört“, betont er. Wolfgang Göbbels möchte sich jedenfalls bei allen Mitgliedern und Hobbykollegen für die vielfältige aktive und konstruktive Zusammenarbeit in den zurückliegenden gemeinsamen Jahren bedanken. 

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Steffen Linke / 18.12.2018

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