Die „Blaue Kugel“ wird zum Filmstar

Sie setzten die „Blaue Kugel“ wirkungsvoll in Szene: Zoe, Kira-Lena, Fetih, Vivien und Emma (nicht beim Fototermin dabei sein konnten Charlotte und Adriel.)
Die AG Film der Oberschule Cunewalde zeigt in einem eineinhalbstündigen Streifen eindrucksvoll, warum sich auch die junge Generation für den Erhalt des Kultur- und Veranstaltungshauses einsetzt.
Cunewalde. Dass sich viele Cunewalder im mittleren und höheren Alter den Erhalt der „Blauen Kugel“ wünschen, kann man ja verstehen. Doch warum sollte sich die Jugend dafür einsetzen? Kommt da nicht hauptsächlich Volksmusik, Schlager oder irgendwelche andere „Alte-Leute-Mugge“? Wer solch eine Frage formuliert, hat offenbar keine Ahnung. Denn: Die Blaue Kugel liegt auch den jüngeren Cunewaldern am Herzen! Einigen sogar so sehr, dass sie einen Film darüber gedreht haben. Und wenn man Fethi, Kira-Lena, Zoé, Vivien und Emma danach fragt, warum sie sich so stark engagieren, dann kommt die Antwort wie aus einem Munde: „Weil die Blaue Kugel ein wundervoller Ort ist – auch für Kinder und Jugendliche! Sie ist nicht nur ein Veranstaltungshaus, sondern das Herzstück von Cunewalde.“
Der genannte Junge und die Mädchen haben mehrere Dinge gemeinsam: Sie besuchen die Oberschule Cunewalde, sie nehmen am dortigen Ganztagsangebot „Film AG“ teil und sie haben einen persönlichen Bezug zur Blauen Kugel. „Dort trainiert unsere Tanzgruppe“, „dort probt der Karnevalsverein“, „dort kommt man rein, wenn man auf den Bus wartet und noch einmal dringend auf die Toilette muss.“ Aus Fetihs Augen blitzt der Schalk, als er das sagt, doch auch dies mag ein in bestimmten Situationen durchaus wichtiger Grund sein, das Vorhandensein der Blauen Kugel zu schätzen. Doch es ist nicht Fetihs einziger: „Ich habe bei einer Veranstaltung des Karnevalsvereins den wunderschön dekorierten Saal gesehen und war davon total begeistert. So ein Ort muss einfach erhalten bleiben!“, sagt er mit Nachdruck.
Als Schulsozialarbeiterin Elisabeth Herold, die die AG Film leitet, ihren Schützlingen davon berichtete, dass „ihre“ Blaue Kugel von der Schließung gefährdet ist, waren alle sofort Feuer und Flamme von der Idee, mit einem Film zu ihrer Rettung beizutragen.
Doch es lag eine ganze Menge Arbeit vor dem jungen Filmteam und bedurfte einiger „Klappen“, bis das eineinhalbstündige Werk im Kasten war. „Zunächst hat uns Frau Herold über die Hintergründe berichtet“, erklärt Kira-Lena. Und Zoé fügt hinzu: „Dann haben wir darüber nachgedacht, wer für ein Interview in Frage kommen könnte.“ Als erstes fiel natürlich allen der Cunewalder Bürgermeister Thomas Martolock ein, der seit Jahren wie ein Löwe für „seine“ Blaue Kugel kämpft und sich damit nicht nur Freunde gemacht hat. „Doch wir haben auch mit dem CKC und mit der Trainerin der Tanzgruppe gesprochen und waren im Dreiseitenhof filmen, der auch mit der Blauen Kugel zu tun hat“, berichtet Emma. Nämlich insofern, als dass beide bis zum Jahresende 2025 durch den Eigenbetrieb Kultur geführt wurden, den die Gemeinde Cunewalde auflösen musste. Im Zuge ihrer Recherchen erfuhren die Schüler, dass in der „Blauen Kugel“ auch Jugendweihefeiern – ein Thema, das für sie bald „akut“ wird – und Schulabschlussfeiern stattfinden können.
Und im Dreiseitenhof kann sogar geheiratet werden. Die Schüler beobachteten und filmten die Karnevalisten beim Malen ihrer diesjährigen Dekoration, und Elisabeth Herold gelang es, die Stern Combo Meißen vor das Mikrofon zu bekommen – als Stimme all jener, welche die Blaue Kugel als Ort für eigene Auftrete seit Jahrzehnten lieben und schätzen. Mehr soll über den Inhalt noch nicht verraten werden. Denn schließlich soll der Spannungsbogen hoch bleiben bis zur öffentlichen Premiere des Films „Rettet die Blaue Kugel“, die am Donnerstag, 5. März, 18.30 stattfindet – wo, braucht sicher nicht extra geschrieben zu werden. „Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über Spenden für die Blaue Kugel“, sagt Vivien. Und mit dem Film wird sicher klar, warum sich auch die Jugend für die Blaue Kugel einsetzt: Sie ist eben nicht nur ein Veranstaltungshaus, sondern gehört als „Herzstück“ ganz einfach zu Cunewalde dazu.