Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

„Eine lebenswerte 
Stadt ist kein Museum!“

„Eine lebenswerte 
Stadt ist kein Museum!“

Beim Neujahrsempfang in Kamenz schaut Bürgermeister Michael Preuß seinem Vorgänger Roland Dantz dabei zu, wie sich dieser ins Goldene Buch der Stadt einträgt.

Michael Preuß, Kamenz´ neuer Oberbürgermeister, lud zu seinem ersten Neujahrsempfang ins Rathaus der Lessingstadt.

Kamenz. Das Glatteis der vorherigen Stunden war zum Glück bereits auf dem Rückzug, als die Gäste des Kamenzer Neujahrsempfangs am Abend des 6. Februar dem markanten Bau am Markt der Lessingstadt zustrebten. So gelangten alle ohne größere Probleme zu der Veranstaltung, bei der traditionsgemäß der Oberbürgermeister das Publikum zum neuen Jahr begrüßt, Rückblicke und Ausblicke gibt und mit den Ehrenmedaillen der Stadt Ehrenamtler würdigt, die sich in außerordentlichem Maß engagierten: dem Neujahrsempfang. In diesem Jahr lud erstmalig der neue Bürgermeister ein, Michael Preuß. Ihn hatten die Kamenzer im September mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Roland Dantz gewählt. „Es ist ein besonderer Abend für mich“, sagte Preuß in der Begrüßungsrede. Das neue Stadtoberhaupt war verständlicherweise ein wenig aufgeregt bei seiner Premiere nach der über zwanzigjährigen Ära Dantz. Er hieß neben den Kamenzer Bürgern die prominenten Gäste willkommen – Landrat Udo Witschas, Stadträte und Ortsvorsteher, Vertreterinnen der Bundes- und Landespolitik, Vertreter der lokalen Feuerwehren, des THW, von Kamenzer Unternehmen und Geldinstituten, außerdem unter anderem der Kirchgemeinden, der staatlichen Behörden und der Stadtverwaltung. Außerdem waren drei ehemalige Kamenzer Bürgermeister erschienen: neben Karl Barthel und Lothar Kunze auch Roland Dantz. 

Einen floralen und künstlerischen Rahmen für den Neujahrsempfang schufen die Blütenkönigin Lucie I. und die Koloratursopranistin Jennifer Riedel, begleitet von Andreas Kühn am Flügel. Die beiden Musiker hatte die Kreismusikschule Bautzen vermittelt. Jennifer Riedels charismatischer Gesang sorgte für musikalische Intermezzi zwischen den Veranstaltungsabschnitten. Die Sopranistin präsentierte Stücke von Johann Strauß und Robert Stolz.

In seiner Hauptrede schaute Michael Preuß zunächst auf das Jahr 2025 zurück. Mit den Feierlichkeiten zum 800. Geburtstag war es natürlich ein Jubiläumsjahr. „Da haben wir Kamenzer mal wieder gezeigt, dass wir feiern können.“ Doch 2025 sei auch normaler, mitunter harter Arbeitsalltag gewesen. Preuß nannte unter anderem den Erwerb des Herrenhauses und des Parks in Brauna durch die Stadt, die Glockenweihe auf dem Marktplatz, das 150-jährige Jubiläum der Feuerwehr Kamenz-Stadt und die Grundsteinlegung für den Umbau des Lessing-Museums. Als Aufgaben für 2026 – und darüber hinaus – nannte er zum Beispiel den Kita-Neubau in Kamenz-Ost, die Sanierung des Jahnsportplatzes und die Pläne für das Lessing-Bad. Der Bürgermeister rief dabei die Bürger dazu auf, sich für ihre Stadt zu interessieren und dabei mitzumachen, sie weiterzuentwickeln. „Eine lebenswerte Stadt ist kein Museum. Sie ist eine Art Lebewesen, das wir zusammen erhalten und pflegen müssen.“

Nach seiner Ansprache und einem Grußwort von Udo Witschas zeichnete Michael Preuß zwanzig verdiente Ehrenamtler aus Kamenz und Umgebung mit der Ehrenmedaille der Stadt aus. Beim Punkt „Überraschungswürdigung“ richtete er – nicht ganz überraschend – das Wort an seinen Vorgänger. „Du hast mir eine funktionierende Mannschaft übergeben“, lobte Preuß. Roland Dantz trug sich dann in das Goldene Buch der Stadt ein. Wenig später verabschiedete der neue Bürgermeister die Gäste mit einem „Danke fürs Durchhalten“. Dies wurde allgemein mit einem Lächeln quittiert. Denn da zogen bereits die verheißungsvollen Düfte der Speisen durchs Rathaus, die die Mitarbeiter der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ aus Wiesa auf drei Etagen angerichtet hatten....

Beate Diederichs / 14.02.2026

Schlagworte zum Artikel

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel