Die Sparbüchse des kleinen Mannes

Norman Schaller vom Staatsbetrieb Sachsenforst führte die Teilnehmer durch den Gemeindewald. Foto: Carmen Schumann
Cunewalde. Wie Bürgermeister Thomas Martolock mitteilt, ist in Cunewalde die Forsteinrichtung, sprich die Wald-Inventur, abgeschlossen. In dem Papier sind die Planungen für die nächsten zehn Jahre festgehalten. Die Arbeit mit dem Wald verspricht keine kurzfristigen Erfolge. „Erst unsere Enkelkinder werden von den Erträgen leben können“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Wie auch anderswo hat auch hier der Borkenkäfer für viel Schaden gesorgt. Die Noternte der geschädigten Bäume habe danach zu einer Riesen-Delle geführt. Auf reine Naturverjüngung allein könne man nicht setzen. Deshalb muss aufgeforstet werden. Um wirtschaftlich zu arbeiten, muss ca. 60 bis 70 Prozent Nadelholz neu angepflanzt werden. Jedoch wird zunehmend auf Mischwald gesetzt, um die früher vorherrschende Monokultur zu vermeiden. Denn Monokulturen sind besonders anfällig für Schädlingsbefall. Entsprechend der erwarteten Trockenheitsperioden setzt man auf trockentolerante Baumarten, wie beispielsweise Hasel, Esskastanie oder Hickory-Nuss. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass die jungen angepflanzten Bäume nicht vom Wild verbissen werden. Deshalb werden sie entweder mit einem individuellen Schutz versehen oder ganze Flächen werden eingezäunt. Wichtig sei es auch, so der Bürgermeister, vertrauensvoll mit den Jägern zusammenzuarbeiten. Mit den Pflegearbeiten werden Dienstleistungsfirmen beauftragt, was zur Förderung des Mittelstands beiträgt. Insgesamt verfügt Cunewalde über 240 Hektar Wald, die teils wie ein Flickenteppich über das gesamte Gemeindegebiet verstreut sind. Obwohl die Einnahmen aus der Waldbewirtschaftung nicht sofort fließen, hat die Gemeinde weitere Ertragsmöglichkeiten erschlossen, wie zum Beispiel die Saatguternte aus Zapfen der Oberlausitzer Weißtanne oder den Anbau von hochstämmigen Obstbäumen, aus deren Holz hochwertiges Furnier gewonnen werden kann. Letztlich, so Thomas Martolock, sei der Wald die Sparbüchse des kleinen Mannes.