Dreißig Jahre auf dem Sattel ...

Wie man sieht, kann es nicht nur hoch zu Ross, sondern auch in der Kutsche rasant zugehen. Zahlreiche Gefährte werden demnächst wieder bei der Keulenbergrundfahrt zu sehen sein, die der Reit- und Fahrverein Pulsnitz am 13. September ausrichtet.
... und in der Kutsche: Der Reit- und Fahrverein Pulsnitz e. V. feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Dabei ist wie jedes Jahr der Veranstaltungskalender gut gefüllt. Demnächst lädt der Verein zur traditionsreichen Keulenbergrundfahrt ein.
Pulsnitz. Der zweite Sonntag im September ist stets ein wichtiger Meilenstein unter den Veranstaltungen, die der Reit- und Fahrverein Pulsnitz übers Jahr anbietet. „Wir wissen, dass an diesem Tag auch viele andere interessante Dinge stattfinden, wie der Tag des offenen Denkmals. Unsere Keulenbergrundfahrt ist aber für alle, die Pferde und Kutschen mögen, unbedingt zu empfehlen“, sagt die Vereinsvorsitzende Sabine Kunath. In diesem Jahr findet bereits die 21. Ausgabe der Veranstaltung statt. Der Verein lädt dazu Leute aus der Region ein, die Kutschen haben und Lust darauf, sie zu präsentieren. Die Gespanne – meist um die 20 – treffen sich früh auf dem Gelände der Agrargenossenschaft in Oberlichtenau. Nach dem Frühstück dort starten sie im Abstand von zwei oder drei Minuten auf die Runde, die Vereinsmitglied Jan Gottwald auswählt. Die Kutschen, mit Fahrer, Beifahrer und deren Familienmitgliedern oder Freunden besetzt, fahren durch mehrere Ortschaften rund um den namensgebenden Berg, steuern manchmal auch Pulsnitz an. Mittags halten sie zum Essen. Die Pferde ruhen sich kurz aus, die Kutscher schauen, ob alles am Wagen noch rund läuft. Ab 14 Uhr rollen sie dann ins Ziel vor dem Schloss Oberlichtenau – da die Geschwindigkeit vorgegeben ist, mehr oder weniger in den Abständen, in denen sie gestartet sind. Um 15.30 Uhr kann das Publikum alle Gespanne aufgereiht auf dem Rondell im Schlosspark bewundern. Ihr Auftritt wird auch bewertet. „Viele Teilnehmer schmücken sich, die Kutsche und die Tiere nach einem Motto, wie Hochzeit, Erntedank oder Hexenzauber. Wenn alles gut zusammenpasst, gibt es eine hohe Punktzahl. Wer eine historische Kutsche sein Eigen nennt, hat dabei schon einmal gute Karten“, erläutert die Vereinsvorsitzende. In diesem Jahr startet die Keulenbergrundfahrt am 13. September – bei hoffentlich gutem Wetter.
Die traditionsreiche Fahrt ist nur ein Termin im Veranstaltungskalender des Vereins. Seit Jahren umfasst dieser feste Punkte: eine Exkursion zur Messe „Partner Pferd“ im Winter, die Jahreshauptversammlung, das Frühlingsfest, ein Reit- und Fahrturnier im August und die Hubertusjagd im Oktober als Saisonabschluss. „1996 schlossen sich Pferdebesitzer aus der Region zum Verein zusammen, um solche Veranstaltungen durchzuführen und generell die Aktivitäten zu bündeln“, kommentiert Sabine Kunath. 70 Mitglieder sind derzeit dabei – Menschen, die Pferde halten und züchten, Reit- oder Fahrunterricht anbieten oder Kutschfahrten ausrichten, aber auch diejenigen, die auf diesen Höfen mitarbeiten und trainieren, vor allem Kinder und Jugendliche. Das jüngste Mitglied ist sechs Jahre alt, das älteste über 70. Zum Vorstand gehören acht Personen, die sich unter anderem um die Protokollierung der Treffen und um das Inventar kümmern, wie die Hindernisse, die bei Turnieren aufgebaut werden. Zahlreiche Pferdefreunde ihrer Generation hätten bei Ruth Hauptmann in Pulsnitz Voltigieren, eine Art Gymnastik oder Akrobatik auf dem Pferd, und später Reiten gelernt, erzählt die Vereinsvorsitzende. Die Familie Hauptmann besaß ein Fuhrgeschäft und hielt auch zu DDR-Zeiten Pferde. Ruth Hauptmann war selbst erfolgreiche Pferdesportlerin und machte sich nach der Wende selbstständig. Auch heute noch ist sie aktiv und wirkt bei manchen Veranstaltungen mit.
Seinen runden Geburtstag feierte der Verein vor allem mit den Veranstaltungen. So stand das Frühlingsfest im Zeichen des dreißigjährigen Bestehens. Das Sommerturnier gestaltete man aufwändiger als sonst, engagierte für den Samstagabend statt des üblichen DJ die Band „Rampe 2“.
Für die meisten Vereinsmitglieder bedarf es aber keiner Feierlichkeiten, um die Faszination Pferd im Alltag zu leben. Es geht für sie um die Freiheit, das tolle Gefühl, im Sattel oder auf dem Kutschbock zu sitzen. „Das möchten wir auch den Kindern vermitteln und ihnen helfen, ihren Instinkt für die Tiere und die Natur zu entwickeln und zu bewahren“, betont Sabine Kunath.
B