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Ein Engel kehrt „in Kopie“ zurück

Ein Engel kehrt „in Kopie“ zurück

Der Taufengel aus Gebelzig hat seinen Stammplatz im Bautzener Stadtmuseum. In fotografischer Form des hier gezeigten Banners kehrt er in die St.-Georgs-Kirche zurück. Foto: Carmen Schumann

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Die Gebelziger Kirche erhält nach über 100 Jahren ihren Taufengel zurück. Foto: Bernhard Donke

Gebelzig. Am Sonntag, dem 17. Mai feiert die Evangelische Gesamtkirchengemeinde „Hohe Dubrau“ die Rückkehr ihres am 28. Juni 1924 an das Stadtmuseum Bautzen als Leihgabe abgegebenen Taufengels mit einer musikalischen Vesper. Um keine Missverständnisse auf kommen zu lassen: Der Engel kommt nicht als Original zurück, sondern aufgrund seiner kulturhistorischen und künstlerischen Bedeutung als Kopie in Form des nebenstehend abgebildeten Banners. Die feierliche Vesper wird von den Konfirmanden der Gesamtkirchengemeinde „Hohe Dubrau“, Schülern und Lehrern der Kreismusikschule Bautzen gestaltet. Im Anschluss an wird zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Die musikalische Vesper beginnt um 15.00 Uhr in der Kirche „Sankt Georg“ in Gebelzig. Um Spenden für das „Flügelobjekt“ des Fördervereins der Kreismusikschule Bautzen wird dabei gebeten.

Der Engel wurde vermutlich vom Holzbildhauer Johann Georg Urbansky um 1704 geschaffen: Er hing bis zum 27. Juni 1924 in der Sankt-Georgs-Kirche. Den Taufengel spendete 1704 die damalige Grundherren- und Patronatsfamilie Heinrich Wenzel von Hundt und Altengrottkau, denen die Grundherrschaft Gebelzig von 1687 bis 1767 gehörte. Wegen seiner historischen und künstlerischen Bedeutung wurde das Werk am 28. Juni 1924 als Leihgabe an das Stadtmuseum Bautzen übergeben. Hier fand es in der Dauerausstellung „Christliche Kunst“ einen würdigen Platz. Im Beitrag „Barocke Taufengel in den Museen der Stadt Bautzen und deren Umgebung sowie die Bautzner Bildhauer im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts“ des Heimatforschers Gunter Lasch, erschienen in der Jahresschrift des Bautzener Museums 2015, wird die Bedeutung sogenannter Taufengel erläutert. Dabei handelt es sich um meist geschnitzte, seltener gemalte Engelsfiguren, die vor allem in evangelischen Kirchen während der Barock- und Rokokozeit verbreitet waren. Häufig wurden sie über dem Taufbecken aufgehängt und dienten während der Taufe als Halterung für die Taufschale. Besonders in protestantisch geprägten Regionen Deutschlands und Skandinaviens fanden Taufengel weite Verbreitung.

Bernhard Donke / 15.05.2026

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