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Engstelle an der Pulsnitzer Straße bleibt trotz Abrisses bestehen

Engstelle an der Pulsnitzer Straße bleibt trotz Abrisses bestehen

Durch die jetzt vom Stadtrat getroffene Entscheidung bleibt die Situation auch künftig unverändert.

Kamenz. Am 3. Oktober 2019 hielt ein Großbrand Kamenz und seine Bürger stundenlang in Atem. Glücklicherweise hinterließ er keine Verletzten oder gar Toten, dafür aber enormen Sachschaden. Bei dem Feuer wurden die Häuser Pulsnitzer Straße 80 und 82 stark beschädigt und in der Folgezeit abgerissen. Lediglich eine Giebelwand blieb stehen, um das benachbarte und bewohnte Haus Nummer 84 zu stützen. Bereits einige Jahre zuvor hatte die Stadt Kamenz die Häuser 80 und 82 mit dem Ziel des perspektivischen Abrisses zwecks Aufweitung des eingeengten Straßenraumes erworben.

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Die Sicherung des Grundstück mittels eines Bauzauns bildete vor wenigen Tagen den Abschluss der Maßnahme.

Letzteres bleibt allerdings weiter Zukunftsmusik und die halbseitige Sperrung der Pulsnitzer Straße bis auf weiteres bestehen. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung entschieden, am gegenwärtigen Status Quo nichts zu verändern. Das bedeutet, dass „die derzeit vorhandene bauliche Situation mit der restlichen Giebelwand der Pulsnitzer Straße 82 bestehen bleibt. Es werden regelmäßig Kontrollen zur Standsicherheit veranlasst und bei Erfordernis weitere Baumaßnahmen zur Stabilisierung des Giebels durchgeführt“, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Der Vorteil dieser „Variante 3“ bestehe darin, dass sie die Stadt nichts kostet. Auch die Nachteile sind in der Vorlage klar benannt: „Das Ziel ’Beseitigung der Engstelle’ wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Der derzeit bauliche Missstand wird nicht beseitigt. Die verkehrliche Situation verbessert sich nicht.“ Die „Variante 1“ hatte vorgesehen, das benachbarte Grundstück Pulsnitzer Straße 84 zu erwerben und eine „große Lösung“, die zur Beseitigung der Engstelle führt, anzustreben. „Variante 2“ hatte das Abtragen der stehen gebliebenen Giebelwand zum Inhalt; in diesem Falle wären Sicherungsmaßnahmen am Gebäude 84 erforderlich geworden.

Ein weiteres Sorgenkind an der Pulsnitzer Straße war lange Zeit das Haus mit der Nummer 35. Schon lange hatte der Abriss dieses im Besitz des Landratsamtes Bautzen befindlichen Hauses angestanden. Nach dem Brand ein paar Häuser weiter ging dann alles sehr schnell: Noch im Oktober erfolgten erste Beräumungsarbeiten im Inneren des Hauses Nummer 35. Der eigentliche Abbruch begann im November 2019. Zwischenzeitlich gab es eine längere Pause, weil die Entsorgung des Bauschutts unklar war. Restarbeiten im Gehwegbereich und die Sicherung des Grundstück mittels eines Bauzauns bildeten nun vor wenigen Tagen den Abschluss der Maßnahme.

„Viele Akteure haben daran mitgewirkt, dass die Schäden und Gefahrenquellen in der Pulsnitzer Straße beseitigt wurden. Deshalb gilt Dank den Planern, Baufirmen und auch die Nachbarn, die mit viel Geduld und Entgegenkommen die Unannehmlichkeiten ertrugen. Auch den vielen Autofahrern sei gedankt, die zum überwiegenden Teil die beschwerliche Verkehrssituation mit Verständnis begegneten“, blickt Oberbürgermeister Roland Dantz jetzt zurück. Der größte Dank gelte jedoch der Bauaufsicht des Landratsamtes, die „in vergleichsweiser kurzer Zeit ein Hochsicherheitsrisiko an der Pulsnitzer Straße beseitigte.“

Uwe Menschner / 28.07.2020

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