Direkt zum Inhalt springen
Info & Kommentare

Fechten ist wie Schach: Man braucht Strategie

Fechten ist wie Schach: Man braucht Strategie

Jeden Mittw. werden in der Fechthalle des Goethe-Gymn. die Klingen gekreuzt. Die Aktiven des Fechtclubs Bischofswerda feiern demnächst den 15. Vereinsgeburtstag. Das Trainerteam freut sich über Interessenten, die diesen besonderen Sport erlernen wollen.

Der Fechtclub Bischofswerda e. V. feiert im August seinen fünfzehnten Geburtstag. „Fechten ist ein traditionsreicher Sport, den man systematisch erlernen muss. Das macht ihn so faszinierend“, sagt Trainer Tilo Höppner. Der Fechtclub Bischofswerda arbeitet eng mit dem SV Medizin Bautzen zusammen. „So konnten wir unseren Sport auch außerhalb der Großstädte auf hohem Niveau etablieren“, begründet Höppner.

Bischofswerda. Die Klingen werden in Bischofswerda jeden Mittwoch gekreuzt. Ab 16.45 Uhr fechten dann zunächst die Kinder in der Halle im Goethe-Gymnasium. Später kommen die Jugendlichen und die Erwachsenen. Kurz nach 17 Uhr tragen die acht Mädchen und Jungen zwischen acht und 16 Jahren noch lockere Shirts und Sporthosen. Sie führen entlang der Hallenwand Übungen aus, laufen auf der Stelle, dehnen sich. Dann verschwinden sie, um kurz darauf in der weißen Fechtkleidung wieder zu erscheinen. „Sie werden sich nun einfechten und danach paarweise nach einem Plan gegeneinander antreten, wie beim Wettkampf“, erläutert Trainer Tilo Höppner. 

Die sogenannten Meldegeräte, die mit Stromanschlüssen im Hallenboden verbunden sind, registrieren elektronisch die Punkte. Ein Gefecht dauert drei Minuten. Wer den Gegner fünfmal getroffen hat, ist Sieger. „Es geht darum, den anderen zu treffen, ohne selbst von ihm berührt zu werden“, betont der Trainer. Die Gruppe bereitet sich auf einen Wettkampf am folgenden Wochenende in Bautzen vor, zu dem über 300 Starter erwartet werden und der als hochkarätig gilt. „Einige kämpfen das erste Mal bei einem solchen Ausscheid und sind ein wenig aufgeregt“, meint Tilo Höppner. 

Andere, wie Bruno Volke, nehmen es gelassen. Der 13-jährige ficht so erfolgreich, dass er sich bereits für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert hat. Vielleicht wird er später seine Fertigkeiten ebenso weitergeben wie Lena Kokotz, die eben die Halle betritt, oder die Nachwuchstrainer Leon Bartz und Niklas Helbig.
Tilo Höppner trainiert nicht nur junge Fechter in Bischofswerda. Er koordiniert als Regionaltrainer auch die Zusammenarbeit mit Vereinen in Bautzen und Görlitz und bildet Übungsleiter aus. Seine „Schiebocker“ kooperieren besonders eng mit dem SV Medizin Bautzen.

Einige Bischofswerdaer Fechter trainieren an anderen Wochentagen zusätzlich dort. „So konnten wir unseren Sport auch außerhalb der Großstädte auf hohem Niveau etablieren“, sagt Höppner. Er begründete die Bischofswerdaer Fecht-Geschichte 2007 mit einem Ganztagsangebot im Gymnasium. Daraus ging 2011 der Verein hervor, der nun rund 40 Sportler zählt. Im August feiert er seinen fünfzehnten Geburtstag. Wie sich alles entwickelt hat, sieht man beispielhaft an Juliane Liebstein. Als Schülerin führte sie im GTA das erste Mal die Waffe, trainierte dann in Bautzen und übernahm im letzten Jahr den Vereinsvorsitz. Auch die Rahmenbedingungen hielten Schritt: Die Fechthalle im Erdgeschoss des Gymnasiums wurde vor einiger Zeit aufwändig saniert. Sie bietet ein angenehmes Klima und ermöglicht es, moderne Trainingstechnik zu nutzen. 

Die Faszination des Fechtens erfasste Tilo Höppner schon vor langem. „Es ist ein besonderer und traditionsreicher Sport, den man systematisch erlernen muss. Nur Talent zu haben, reicht irgendwann nicht mehr. Nicht umsonst spricht man auch von der Fechtkunst.“ Fechten schult das Reaktionsvermögen und die Arm-Bein-Koordination. Wer fechten will, sollte Freude an der Bewegung, Geduld und Teamgeist mitbringen. Man kann diesen Sport auch als Erwachsener noch lernen – wie Vorstandsmitglied Daniela Helbig. Sie betont, wie wichtig die strategischen Aspekte dabei sind: „Fechten ist wie Schach. Man muss die Spannung halten, die Züge des Gegners vorausahnen.“ 

Daniela Helbig und Tilo Höppner wünschen sich, dass der Verein weiter wächst und man weitere Trainingsgruppen etablieren kann. Interessenten sind daher stets willkommen. 

Beate Diederichs / 27.05.2026

Schlagworte zum Artikel

Was sagen Sie zu dem Thema?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Die Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet und spätestens nach 14 Tagen gelöscht.

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre Email-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die Email-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder weiter gegeben. Weitere Informationen zum Datenschutz bei alles-lausitz.de finden Sie hier. Bitte lesen Sie unsere Netiquette.

Weitere aktuelle Artikel