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Freistaat geht in Bautzen Millioneninvestition an

Freistaat geht in Bautzen Millioneninvestition an

In den kommenden vier Jahren werden auf dem Gelände der Aus- und Fortbildungsstätte der sächsischen Polizei Bauleute den Ton angeben. Foto: Archiv

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Bei der Bundespolizei in der Wilthener Straße wird das Fahndungs- und Kompetenzzentrum zunächst unterkommen.

Bautzen. Für eines der größten Bauvorhaben des Freistaates Sachsen in der Spreestadt gibt es jetzt offenbar grünes Licht von der Staatsregierung. Wie der Bautzener Landtagsabgeordnete Marko Schiemann dieser Tage mitteilte, werden entsprechende Gelder in den Landeshaushalt eingestellt. In den Ausbau des Standortes der Polizeihochschule Rothenburg sollen demnach in den kommenden Jahren über 70 Millionen Euro fließen. Auf dem Gelände werden zudem die Autobahnpolizei und die Kripo-Außenstelle der Polizeidirektion Görlitz konzentriert. „Die Baumaßnahmen dienen der Ertüchtigung des Standortes und der Schaffung einer modernen, den Anforderungen an die Aus- und Fortbildung entsprechenden Infrastruktur sowie der langfristigen Sicherung der polizeilichen Präsenz im Bereich Aus- und Fortbildung in der Region“, sagte die Sprecherin des Sächsischen Innenministeriums, Patricia Vernhold. Tobias Lorenz vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement fügte hinzu: „Die Realisierung aller Maßnahmen wird aufgrund des Bauens im laufenden Betrieb in mehreren Abschnitten bis voraussichtlich Ende 2023 erfolgen.“ Den Angaben zufolge ist in einer ersten Teilbaumaßnahme die Ertüchtigung von Lehr- , Hör- und Trainingsräumen vorgesehen. Diese sollte noch im Laufe dieses Jahres zum Abschluss kommen. Höchstwahrscheinlich ab dem Sommer 2019 widmen sich die Bauleute dann der Errichtung eines Trainingszentrums, einer Sporthalle, der Mensa, weiterer Unterkünfte und der Sportfreianlagen. Fast zeitgleich erfahren den Plänen zufolge die Bestandsgebäude Haus A, Haus B und Haus L eine Verjüngungskur. Ein Neubau der Pforte stehe ebenso an wie die Errichtung der Außenanlagen.

In diesem Zusammenhang drängt Marko Schiemann darauf, dass die sowohl gestandenen als auch angehenden Polizisten eine Achtbahn-Schießanlage erhalten. Das sei wichtig, um für den Dienst gewappnet zu sein. „Momentan wird das Training in einer Art Garage abgehalten“, erklärte er. Und das sei keinesfalls länger zumutbar.

Unterdessen zieht nach mehr als 20 Jahren Dienst in einem provisorischen Revier die Verkehrspolizeiinspektion der Polizeidirektion Görlitz nun um. Die damals eigentlich nur zur vorübergehenden Nutzung errichtete Bürocontainerlösung hat ausgedient. In der zweistöckigen Liegenschaft waren seit vielen Jahren das Autobahnpolizeirevier und später die Verkehrspolizeiinspektion beheimatet. Deren Leiter, Polizeioberrat Frank Wobst, sagte: „An unserem Autobahnrevier hat der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Der Freistaat Sachsen investiert in die Zukunft und plant den Bau einer neuen Liegenschaft für die Verkehrspolizei. Das motiviert.“ Kürzlich rückten die Möbelpacker an. Sie brachten Hunderte Kartons, sämtliches Mobiliar und die Bürotechnik in ein zwischenzeitliches Domizil im Behördenareal an der Käthe-Kollwitz-Straße. Hier wird die Verkehrspolizeiinspektion ihren Sitz haben, bis das ein neues Dienstgebäude auf dem Areal des Aus- und Fortbildungszentrums der sächsischen Polizei an der Kantstraße zur Verfügung steht. Das alte Container-Revier wird in den kommenden Wochen entkernt. Es soll perspektivisch Mitte November abgerissen werden.

Fahndungs- und Kompetenzzentrum kommt

Dass der Freistaat die Investition im Bautzener Osten, um die Marko Schiemann lange Zeit rang, endlich ernsthaft vorantreibt, ist nicht die einzige Nachricht aus Dresden, mit der der Landtagsabgeordnete aufwarten kann. Inzwischen steht ebenfalls fest, dass Bautzen ein Fahndungs- und Kompetenzzentrum erhält. Vorerst in einem Gewerbegebiet an der Wilthener Straße werden Beamte der Bundes- und der Landespolizei in gleicher Anzahl untergebracht sein. Das bestätigte in dieser Woche auf Anfrage ein Sprecher des Innenministeriums. Perspektivisch sei jedoch vorgesehen, einen alternativen Standort innerhalb von Bautzen zu erschließen, hieß es indes aus Dresden.

Noch in diesem Herbst sollen die Polizisten ihre Arbeit aufnehmen. Diese richtet sich nach Auskunft von Marko Schiemann unter anderem gegen die grenzüberschreitende Kriminalität. Er begrüßt den Vorstoß und ordnet ihn ein in eine wichtige Kette von Maßnahmen zur Aufwertung des ländlichen Raumes in der Lausitz. So kann sich der Christdemokrat die Ansiedlung weiterer Bundes- oder auch Landesbehörden in der Region vorstellen. Vehement wirbt er dafür, dass ebenso die Bundespolizei eine ihrer künftigen Ausbildungsstätten hier zu Lande etabliert. Zuletzt nahm während der Amtszeit von Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine solche Einrichtung in Bayern ihren Betrieb auf. Aufgrund der damit verbundenen Arbeitsplätze hätte Marko Schiemann diese viel lieber in der Nieder- oder Oberlausitz gewusst.                                                   

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Roland Kaiser / 30.10.2018

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