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„Geschichte und Politik sind der 
rote Faden in meinen Werken“

„Geschichte und Politik sind der 
rote Faden in meinen Werken“

Der Künstler Stephan Popella zwischen einigen seiner Bilder und seinen Arbeitsmaterialien. Er hat sich einen Stil erarbeitet, der an Fotografien erinnert. Dabei ist er Autodidakt und hat nie eine Kunstakademie besucht. Foto: Iona Dutz

Über den Sommer zeigt das Museum der Westlausitz in Kamenz eine Sonderausstellung mit Bildern Stephan Popellas, der 1980 in Bautzen geboren wurde. Der Künstler malt in einem unverwechselbaren Stil, der fast fotografisch wirkt. Seine Motive findet er im Alltag – bei Spaziergängen, in Fernseh-Dokumentationen, im Internet. „Ich betrachte meine Umgebung durch eine Brille – schaue immer, ob ich das, was ich wahrnehme, in einem Bild verarbeiten kann.“ 

Kamenz. Stephan Popella ist ein Kind der Lausitz, auch wenn er jetzt in Dresden lebt und arbeitet. „Meine Eltern waren im Medizinsektor tätig und lernten sich in einem Krankenhaus in der Hoyerswerdaer Region kennen. Sie gehörten zu den ersten Familien, die ins Neubaugebiet in Hoyerswerda einzogen, bevor sie sich in den 1960-er Jahren in Kirschau ansiedelten“, erzählt er. Popella wurde im Krankenhaus der Kreisstadt Bautzen geboren, wuchs in Kirschau auf und studierte von 1999 bis 2002 Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte in Dresden. „Obwohl ich das Studium nach sechs Semestern abbrach, interessieren mich Geschichte und Politik nach wie vor. Diese Themen ziehen sich als roter Faden durch meine Werke.“ Beim folgenden dualen Studium zum Ingenieur für Holztechnik an der Berufsakademie Dresden beschäftigte er sich mit dem Design von Möbeln. Diese Kenntnisse nutzte er, als er danach bei einer Firma im bayerischen Isny Wohnmobile konstruierte. „Doch in meiner Freizeit malte und zeichnete ich – seit meiner Kindheit. Viele Fertigkeiten brachte ich mir selbst bei. Ein Kunststudium im engeren Sinne habe ich nie absolviert.“ Nach einigen Jahren kündigte er seinen Job in Isny und begann in seinem ersten Atelier zu arbeiten, in der Dresdner „Krautwaldfabrik“. Lange habe er neben seiner kreativen Tätigkeit jobben müssen, berichtet der Mittvierziger. Von der Kunst leben kann er erst seit ein paar Jahren. „Das erste Bild, das ich verkauft habe, zeigte einen kleinen Jungen in Uniform. Es stellt die Frage, wie Erziehung Menschen dazu bringt, solchen Tätigkeiten nachzugehen. Erworben hat es ein Mann aus dem Stadtteil der „Krautwaldfabrik“, aus Dresden-Pieschen“, erinnert er sich.

Popellas künstlerisches Schaffen begann sich finanziell zu rentieren, als er in größerem Stil in Galerien ausstellte. Zunächst bei der Galerie „FLOX“ in unserer Region, dann bei „Heissingsart“ in Lübeck. „Bei der Zusammenarbeit mit dem Lübecker Galeristen merkte ich: Eine Galerie professionell zu betreiben, ist mehr, als nur Bilder an die Wand zu hängen. Marketing, Vertrieb und die aktive Förderung gerade junger Künstler gehören ebenfalls dazu.“ Stephan Popella schätzt, dass die Kooperation mit „Heissingsart“ ihn in Kontakt mit anderen, teils namhaften, Künstlern brachte, die ebenfalls dort ausstellen. Diese stammen oft aus traditionsbewussten Künstlerfamilien aus den alten Bundesländern. „Ich, dessen Heimat der Osten Deutschlands ist, empfinde den Austausch als inspirierend.“ Natürlich sprechen Kreative bei solchen Gelegenheiten auch über technische und stilistische Fragen. Stephan Popella malt auf eine unverwechselbare Weise, die fast fotografisch wirkt, nutzt tatsächlich Fotografien als Vorlagen. „Begonnen habe ich mit Kohle- und Bleistiftzeichnungen. Dann entdeckte ich die Acrylfarben, die gut handhabbar sind.“ Seit rund 15 Jahren arbeitet er mit diesen Farben: gestaltet erst die Flächen, teils in mehreren Schichten, formt die Details am Ende aus. Rund 300 Bilder hat er insgesamt geschaffen, schätzt er. Der überwiegende Teil davon ist verkauft. Seit kurzem kooperiert Popella auch mit einem Galeristen aus Lütjenburg in Schleswig-Holstein.

Seine Motive findet der Künstler im Alltag: bei Spaziergängen mit seiner Tochter, in Fernseh-Dokumentationen, im Internet. „Ich schaue alles durch eine Brille an: überlege, ob ich es in meinen Werken verarbeiten kann.“ Popella ist stets bereit, diese Inspirationen umzusetzen: in seinem Atelier im Dresdner Industriegelände, wo er schon mal die ganze Nacht ein Bild weiterentwickelt, in der Arbeitsecke in seiner Dresdner Wohnung – oder auch unterwegs. „Wenn ich im Hotel übernachte, habe ich immer eine Klappstaffelei dabei, damit ich meine Eindrücke festhalten kann.“ 

Beate Diederichs / 02.07.2026

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