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Gut besucht, aber in die Jahre gekommen

Gut besucht, aber in die Jahre gekommen

Blick nach vorn: Krone-Eventmanager René Kutschke, Utta Winzer vom Förderverein Krone Bautzen e.V., BWB-Geschäftsführerin Kirsten Schönherr und IT-Systemadministrator Maik Witschas (v.l.n.r.) haben mit der Krone noch viel vor. Foto: Markus Michalk

Rund 30.000 Besucher jährlich, zufriedene Veranstalter und bekannte Namen im Programm: Die Stadthalle Krone hat sich als feste Veranstaltungsadresse in Bautzen etabliert. Doch damit das so bleibt, muss das Veranstaltungshaus auch baulich und technisch fit für die Zukunft werden. Dafür gibt es bereits konkrete Pläne.

Bautzen. Ob Lesungen, Kabarett oder andere Kulturveranstaltungen: Die Krone werde gut angenommen. Veranstalter seien zufrieden und kämen gern wieder, berichten Kirsten Schönherr und René Kutschke. Schönherr ist Geschäftsführerin der Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB), die das Veranstaltungshaus im Auftrag der Stadt betreibt. Kutschke arbeitet dort als Eventmanager. Er kümmert sich um die Planung und Organisation des Programms sowie um die Kontakte zu Künstlern und Veranstaltern. Auch das Publikum komme längst nicht nur aus Bautzen und den umliegenden Orten, sondern teilweise von weit her. Zur Lesung mit Philipp Burger seien Gäste aus rund 100 Kilometern Entfernung angereist. Manche verbänden den Besuch mit einem längeren Aufenthalt in Bautzen, gingen essen oder übernachteten in einem Hotel. Davon profitierten auch andere Betriebe. Wie weit die Ausstrahlung reicht, zeigte sich beim Besuch von Dr. Mark Benecke: Der Kriminalbiologe blieb drei Tage in Bautzen und nahm an einer Stadtführung teil, weiß Kirsten Schönherr.
Für das laufende Jahr stehen 70 Veranstaltungen zu Buche. Für 2027 seien bereits 60 Termine gebucht, weitere könnten kurzfristig hinzukommen. Vor allem unter der Woche gebe es noch freie Kapazitäten. Auf dem Programm stehen unter anderem Heino, Tom Pauls, Katrin Weber, Joe Bausch und Bernd Stelter. Auch der Bautzener Sportlerball am 16. Januar 2027 findet wieder in der Krone statt. Kirsten Schönherr freut sich darauf: Die Veranstaltung mache sichtbar, was in den Sportvereinen ehrenamtlich geleistet werde.

René Kutschke hält den Kontakt zu Künstlern, Agenturen und Veranstaltern, sondiert Angebote und begleitet die Veranstaltungen organisatorisch. Wichtig seien dabei auch regionale Kooperationen. Besonders die Zusammenarbeit mit Heiko Düring vom East Club Bischofswerda schätze Schönherr. Wie daraus besondere Abende entstehen, zeigt eine Geschichte rund um Olaf Schubert. „Da kam ein Anruf und plötzlich fragte er: Wollt ihr Olaf Schubert in der Krone?“, erinnert sie sich an Dürings Anfrage.
Auch Jugendpartys gehören zum Angebot. „Die Jugendpartys finden wir ein wichtiges Ergänzungsangebot für die Jugend von Bautzen und dem Umland. Leider konstatieren wir zunehmend Schäden und Vandalismus und möglicherweise reduzieren wir dadurch diese Veranstaltungen etwas in unserem Programm“, sagt Kutschke.

Kulturveranstaltungen seien grundsätzlich ein Zuschussgeschäft, erklärt Schönherr. Beim Betrieb der Krone unterscheide die BWB zwischen fixen und veranstaltungsabhängigen Kosten. Der Grundsatz sei, dass die jährlichen Einnahmen mindestens die variablen Kosten decken. Mit jeder zusätzlichen Veranstaltung dürfe also nicht auch der Verlust wachsen. Die Fixkosten trage die BWB. Mit diesem Betreibermodell sei es gelungen, den laufenden Zuschussbedarf vergleichsweise gering zu halten. Schönherr sieht die Krone damit durchaus als Vorreiter. Allerdings steht das Haus vor einer großen Herausforderung: Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1967, ebenso wesentliche Teile der technischen Ausstattung. Eine grundlegende energetische und technische Modernisierung werde in den kommenden Jahren unumgänglich sein. Damit könnten auch die bislang überschaubaren Fixkosten erheblich steigen.

Neben der Erneuerung von Technik und Sicherheit gehe es um eine bessere Nutzung der vorhandenen Flächen. Vorstellbar sei, den Eingang an die Stelle des früheren Intershops zu verlegen, den Gastronomiebereich zu erweitern und den Innenraum neu zu gestalten. Bei gut besuchten Veranstaltungen reiche die Warteschlange mitunter weit in den Saal hinein.

Mehr Möglichkeiten für Tagungen und Kongresse

Schönherr und Kutschke würden gern mehr Kongresse und Tagungen in die Krone holen. Bislang fehlen dafür geeignete Konferenz- und Seminarräume. „Das Portfolio um Kongresse und Tagungen zu erweitern, wäre wünschenswert“, sagt Schönherr. Auch dieser Wunsch ist in den Überlegungen zum Umbau enthalten. Eine veränderte Raumaufteilung und zusätzliche Räume könnten das Angebot erweitern.

Ein umfassendes Umbau- und Modernisierungsvorhaben beschäftigt die Verantwortlichen bereits seit längerem. Kirsten Schönherr hofft, dafür eine tragfähige Finanzierungslösung zu finden. Ohne entsprechende Fördermittel sei eine solche Investition für die BWB allerdings nicht zu stemmen. Die Krone soll auch künftig ein attraktiver Veranstaltungsort bleiben. Dafür muss das Gebäude mit dem erfolgreichen Programm Schritt halten.

Markus Michalk / 07.11.2026

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