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Herrnhut hat ein grünes Gymnasium

Herrnhut hat ein grünes Gymnasium

Kaum als Neubau zu erkennen ist das im Stil des Herrnhuter Barock gehaltene neue Zinzendorf-Gymnasium.

Herrnhut. Eine gewaltige Baustelle prägte bis vor kurzem das Bild der Stadt Herrnhut, wie es sich dem Durchreisenden präsentierte: Auf der dem Kirchensaal gegenüberliegenden Straßenseite wuchs der Neubau des Zinzendorf-Gymnasiums empor. Die Arbeiten am Gebäude sind nunmehr abgeschlossen, und so kann am Donnerstag, 28. März, das neue Schulhaus nach einer Bauzeit von 24 Monaten in einer Feierstunde mit geladenen Gästen offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Am 29. März gibt es dann von 17.00 bis 22.00 Uhr ein Schulfest unter dem Motto „Willkommen und Abschied.“ Trägerin des Gymnasiums ist die Schulstiftung der Evangelischen Brüder-Unität.

„Unser altes Schulgebäude, ein klassischer Typenschulbau aus DDR-Zeiten, ist mittlerweile in die Jahre gekommen und stößt baulich und energetisch an seine Grenzen. Auch fehlt es den Räumlichkeiten mit zunehmender Schülerzahl an Größe“, hatte der Strukturfonds Sachsen als Fördermittelgeber vor Baubeginn die Sprecherin der Evangelischen Zinzendorfschulen, Franziska Redmann, zitiert. Deshalb begannen bereits 2013 die Planungen: „Um für unsere Schüler und Kollegen ein lernförderndes und gesundes Umfeld zu schaffen, entsteht bis 2020 auf dem Gelände der Zinzendorfschulen ein moderner Schulcampus, der neben einem energetisch innovativen Schulhaus auch eine moderne Turnhalle, ein Heizhaus sowie komplett neu gestaltete Außenanlagen umfasst.“ Ideen von Schülern, Eltern und Lehrern seien in die Entwürfe eingeflossen. „Der Neubau wird nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) zertifiziert. Unser Schulhaus soll ein Gold-Zertifikat erhalten, das ein Gebäude mit den höchsten ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen und technischen Qualitäten kennzeichnet“, beschrieb Franziska Redmann die besonderen Anforderungen. Die Gesamtkosten für den 1. Bauabschnitt belaufen sich nach Angaben des Sächsischen Strukturfonds auf rund 13,38 Millionen Euro, gefördert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit rund 7,19 Millionen Euro.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 12. Mai 2017 – auf den Tag genau 293 Jahre nach der Grundsteinlegung für das erste Adelspädagogium der Herrnhuter Brüdergemeine im Jahre 1724. Das Richtfest folgte am 21. Dezember desselben Jahres.Im März 2018 wurde der zweigeschossige Übergang, welcher die beiden Gebäudeteile miteinander verbindet, fertig.
Um den Anspruch an ein im höchsten Maße „grünes“, also ökologisches und nachhaltiges Bauwerk zu gewährleisten, haben Architekt und Bauleute an zahlreichen Details gefeilt. So wurden für die Dampfsperren, welche die Luftzirkulation regeln, anstelle des üblichen Kunststoffes Polyethylen kompostierbare Grobspanplatten verwendet. In die Böden und Decken des Übergangs wurden Hohlkörper aus hochprozentigem Recycling-Kunststoff einbetoniert, die trotz schmaler Betondecken für Stabilität sorgen. Und um die Gesundheitsrisiken im Brandfall zu reduzieren, wurden keinerlei halogenhaltige Materialien verwendet.

„Mit der feierlichen Einweihung des neuen Schulhauses sind nun auch die Tage des alten Schulhauses gezählt, denn der Ausbau des Schulcampus kann nur weitergehen, wenn der Abbruch des alten Gebäudes erfolgt ist“, gibt die Schulstiftung noch einen Ausblick auf die weiteren Pläne.

Uwe Menschner / 26.03.2019

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