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In Südamerika wird diese Pflanze verzehrt

In Südamerika wird diese Pflanze verzehrt

Auf sein Mammutblatt ist Michael Richter stolz, zurecht gehört das Riesengewächs zu den Größten der Region. | Foto: CF

Gunnera manicata sieht aus wie ein genmanipulierter Riesenrhabarber, ist aber keiner. Das im Volksmund genannte Mammutblatt kann bis zu drei Meter fünfzig hoch werden und über zwei Meter breit.

Sohland. In der Oberlausitz gibt es nicht viele dieser gigantischen Pflanzen, die ihren Ursprung in Südamerika und Afrika haben. Doch in Sohland an der Spree gibt es ein Exemplar und zwar ein besonders großes. Michael Richter ist der stolze Besitzer und hegt und pflegt sein Mammutblatt nun schon seit 18 Jahren. „Das ist nicht immer einfach. Das Gewächs braucht besondere Zuwendung. Einen stickstoffreichen Boden, der immer feucht gehalten werden muss. Außerdem ist die Pflanze extrem frostanfällig“, erzählt Michael Richter.

Als der Sohlander den Ableger geschenkt bekam, war die Pflanze schätzungsweise fünf Jahre alt. „Ich war fasziniert von dem Gewächs und habe den Gartenbesitzer aus Jonsdorf gefragt, ob ich einen Ableger haben könnte. Für zehn Euro hat er ihn mir schließlich verkauft.“ Zehn Jahre stand die gewaltige Pflanze in seinem Garten in Hartau bei Zittau und hatte nur einen großen Ableger. Nach dem Umzug der Familie Richter ist das Mammutblatt nun in Sohland an der Spree beheimatet. Fünfzehn Ableger hat die mittlerweile 25 Jahre alte Pflanze. Die mehr als drei Meter hohen Blätter sind weithin sichtbar und haben schon so manchen neugierigen Besucher in den Garten der Familie gelockt. In der Blütezeit von Juli bis August sprießt außerdem eine etwa 90 Zentimeter große Blütenrispe.

Bei jedem Unwetter fürchtet Familie Richter, dass die großen Rhabarber-ähnlichen Blätter beschädigt werden. „Besonders wenn es stark regnet oder sogar hagelt, bieten die riesigen Blätter natürlich eine große Angriffsfläche und können zerstört werden. Das ist dann schon ärgerlich. Aber bis jetzt haben wir sie immer wieder retten können“.

Besonders viel Arbeit macht das Mammutblatt vor dem ersten Frost im Winter. Da wird die Pflanze komplett gestutzt, das bedeutet, es werden alle Blätter und Stiele abgeschnitten, was bei der Größe einige Zeit dauert. Dann wird das Gewächs mit Stroh bedeckt und die abgeschnittenen Blätter werden als zusätzlicher Wärmeschutz verwendet. Zum Schluss wird alles mit einer Plane bis zum Frühjahr abgedeckt und unter einem großen Zelt vor Wind und Wetter geschützt.  Nach dem letzten Frost wird das Mammutblatt wieder befreit und kann wachsen.

Weltweit gibt es circa 70 Arten des Mammutblattes. Die ungiftige Pflanze ist hierzulande nur eine gewaltige Zierde im Garten, aber in Südamerika wird sie bei den Ureinwohnern ähnlich wie hierzulande der  Rhabarber verzehrt.

Cornelia Fulk / 09.07.2016