Kaum Bewegung bei der Stromtrassen-Suche

Der Krohnenberg gilt als bereits „vorbelastet.“
Großröhrsdorf. Im Anschluss an den Infomarkt des Netzbettreibers 50 Hertz in Großröhrsdorf haben die Bürgerinitiativen der Stadt gemeinsam folgendes mitgeteilt:
„Die vorzugswürdige Trasse ist nun die Trasse durch das Gewerbegebiet, wobei die 380kV-Leitung südlich von der bestehenden 110kv-Leitung, also näher an der Wohnbebauung, entlangführen soll. Die Alternative nördlich entlang der 110kV entlangzugehen, wurde geprüft. Beide Varianten sind absolut
gleichwertig. Der einzige Unterschied liegt in der Wirtschaftlichkeit. Die südliche Variante wäre teurer. Uns wurde also klar gesagt, dass die finanziellen Belange wichtiger sind als das Wohl der Menschen!
Es wurde wiederholt betont, dass Varianten bevorzugt werden, die Menschen und Gebiete betreffen, die bereits heute belastet sind. Zusätzliche Belastungen werden damit bewusst dort gebündelt, wo bereits Vorbelastungen bestehen, um bisher unbelastete Menschen und Gebiete zu schonen. Für die Menschen, die also ohne Bedenken immer weiter belastet werden, ist so eine Aussage ein herber Schlag. Prinzipiell verstehen wir, dass unbelastete Gebiete nicht belastet werden sollen, nicht verstehen können wir, dass gleichzeitig betont wird, keine zusätzlichen finanziellen Mittel einsetzen zu wollen, um die Auswirkungen dieser weiteren Belastungen abzumildern.“
Die Bürgerinitiative „Massenei“ erklärt zusätzlich: „50 Hertz hat überraschend für das Bündnis der drei Bürgerinitiativen am einen neuen favorisierten Trassenverlauf vorgestellt, welchen sie bei der Landesdirektion Sachsen LDS Ende Juni 2026 zur Genehmigung einreichen wird.
Dabei handelt es sich um die bereits bekannte Gewerbegebiets-Trasse mit einer mittleren (statt bisher engen) Umgehung des Krohnenbergs unter Beibehaltung des Trassenverlaufs an der Bauernsiedlung. Die von dem Bündnis geforderte weite Umgehung des Krohnenbergs wird weiterhin von 50Hertz abgelehnt. Beim vom Bündnis eingereichten Abstandskorridor um die Bauersiedlung hat 50Hertz sich gar nicht der Forderung der Bürgerinitiativen angenähert.
Die Masseneitrasse wird nicht mehr weiter als eine der beiden Vorzugsvarianten betrachtet, sondern als nicht vorzugswürdige/abgewählte Trasse bei der LDS eingereicht.
Auf Anfragen des Bürgermeisters Herrn Stefan Schneider und den Bürgerinitiativen werden die diesem Ergebnis zugrunde liegende Ergebnisse und Betrachtungen erst mit Einreichung bei der LDS vollständig offengelegt.
Auch wenn wir (die Massenei, Anm. d. Red.) aktuell keine vorzugswürdige Trasse mehr sind, werden wir, wie schon zu Beginn unseres Bündnisses versprochen, auch weiterhin für die noch betroffenen Bürger kämpfen. Der Bürgermeister hat deutlich erklärt, dass sich die Stadt Großröhrsdorf nicht mit diesem Trassenvorschlag einverstanden sieht und weiter auf die Durchsetzung der „Bürgertrasse“ besteht.
Das sagt 50 Hertz
Die 50 Hertz Transmission GmbH äußert sich auf Anfrage wie folgt zum Verfahrensstand und zum weiteren Vorgehen: „Für den Freileitungs-Abschnitt Ost der Elbe-Oberlausitz Leitung zwischen dem Dresdner Norden und dem Umspannwerk Schmölln, planen wir die Einreichung der Planfeststellungsunterlagen Ende Juni/Anfang Juli. Anschließend werden die Unterlagen von der Genehmigungsbehörde, der Landesdirektion Sachsen (LDS), auf ihre Vollständigkeit geprüft, bevor vermutlich im Herbst dieses Jahres die formelle Beteiligung durch die LDS erfolgt. ...
Die verschiedenen alternativen Trassenverläufe im Bereich Großröhrsdorf wurden in den vergangenen Monaten objektiv geprüft und anhand gesetzlich vorgegebener Kriterien gegeneinander abgewogen. Dieser Vergleich kam zu dem Ergebnis, dass unsere Antragstrasse aus unserer Sicht vorzugswürdig ist. Hierbei waren sowohl umweltfachliche als auch energiewirtschaftliche Faktoren ausschlaggebend. Die letztendliche Entscheidung über den finalen Trassenverlauf trifft am Ende die Landesdirektion Sachsen.“