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Kunststoffzentrum nimmt die Arbeit auf

Kunststoffzentrum nimmt die Arbeit auf

Das neue Kunststoffzentrum Oberlausitz des Fraunhofer Instituts befindet sich in der Theodor-Körner-Allee 6 in Zittau. ⋌Foto: Fraunhofer Institut

Der Hallenverantwortliche Rolf Schicke richtet am Computer den Baujob ein und stellt einen Prototypen im 3D-Drucker her. Es handelt sich um Gehäuse bzw. Maschinenteile für die Automobilindustrie und andere Firmen. Das Kunststoffzentrum des Fraunhofer Instituts (IWU) hat seine Arbeit am neuen Standort in der Theodor-Körner-Allee 6 in Zittau aufgenommen.

Zittau. Die Projektgruppe des Fraunhofer IWU arbeitet bereits seit 2011 an der Entwicklung von Leichtbautechnologien am Standort Zittau. Hierzu wurden zunächst Büroräume angemietet und eine erste Maschinenausstattung angeschafft. Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf den 3-D-Druck von Kunststoffbauteilen und führten erfolgreich erste Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch.

Gleichzeitig wurde gemeinsam mit Partnern der Auf- und Ausbau eines Kompetenznetzwerkes vorangetrieben. Ein Beispiel ist das Netzwerk POYL_LAB.NET, das unter Führung des Fraunhofer IWU viele verschiedene Partner vereint – der Großteil von ihnen kommt aus der Oberlausitz. Gemeinsam entwickelten und konstruierten die Netzwerkmitglieder den Technologiedemonstrator KULAN als Leichtbaunutzfahrzeug für die Landwirtschaft.

Der zweite Arbeitsschwerpunkt der Zittauer Forscher wurde 2014 weiter ausgebaut und befasst sich mit Halbzeugen aus Faserverbundkunststoff.
Sie kommen aufgrund aktueller Leichtbaubestrebungen vor allem im Automobil- und Flugzeugbau zum Einsatz.Die Pläne für einen Neubau in Zittau gab es seit dem Start der Projektgruppe.

Gebaut wurde am Standort Zittau von Mai 2015 bis August 2016. Damit wurden optimale Bedingungen für Forscher und Forschung geschaffen: Technik, Mitarbeiter und Knowhow kommen zentral an einem Ort zusammen.

Die räumliche Nähe zur Hochschule erleichtert den Wissenstransfer zwischen beiden Einrichtungen. Ein starkes Zeichen für diese Art der Vernetzung ist, dass Prof. Sebastian Scholz in Personalunion sowohl die Projektgruppe „Funktionsintegrierende Kunststofftechnologien“ am Fraunhofer IWU leitet als auch die gleichnamige Professur an der Hochschule Zittau/Görlitz. Die Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro wurden zu jeweils 50 Prozent vom Bund und vom Freistaat Sachsen getragen. Anfang September dieses Jahres sind die neuen Räume in der Theodor-Körner-Allee 6 bezogen worden. Aktuell arbeiten 15 Beschäftigte am Standort Zittau. Der größte Teil davon sind Wissenschaftler. Eine Mitarbeiterin arbeitet in der Verwaltung. Im Erdgeschoss des Kunststoffzentrums befinden sich eine Versuchshalle mit verschiedenen Maschinen, ein Prüflabor sowie ein Besprechungsraum. Im ersten Stock sind ein weiteres Prüflabor sowie die Haustechnik untergebracht. In Etage zwei sind die Büros der Wissenschaftler zu finden.

Den Mitarbeitern stehen unter anderem Geräte zur Herstellung von Kunststoffbauteilen (3D-Drucker), eine Thermoformpresse mit Vorheizstation, eine Anlage zur Verarbeitung von duroplastischen Kunststoffen, eine Plastifiziereinheit für thermoplastische Kunststoffe, ein Handhabesystem für die Automatisierung von Lege- und Montageprozessen sowie diverse Laborgeräte wie zum Beispiel Waage und Mikroskop und PCs zur Verfügung.

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Demonstrationsobjekte aus Kunststoff werden am Kunststoffzentrum Oberlausitz in einem speziellen 3-D-Druckverfahren hergestellt. â‹ŒFoto: Fraunhofer Institut

Die Region ist laut Martin Lamß, verantwortlich für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit am Fraunhoferinstitut, stark in der Kunststoffindustrie. Um diese auch über die Grenzen im Dreiländereck hinaus weiter zu stärken, steht im Fokus des Kunststoffzentrums der Transfer von IWU-Know-how in die Region sowie die Entwicklung innovativer Technologien und Produkte, vorrangig für die kunststoffverarbeitende Industrie.

Die feierliche Einweihung des Kunststoffzentrums findet am Mittwoch, 2. November, ab 10.00 Uhr, für geladene Gäste statt. Auf der Agenda stehen Festansprachen sowie Besichtigungen des Fraunhofer-Kunststoffzentrums Oberlausitz.

Die Mitarbeiter vor Ort wünschen sich jedenfalls, dass der Wissenstransfer in die Region gelingt und diese voranbringt. „Wir freuen sich auf viele spannende Kontakte mit den Firmen vor Ort und hoffen, dass der Fraunhofer-Standort Oberlausitz wächst“, so der Tenor.

Steffen Linke / 23.10.2016

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